Hauptseite
Rollenspiele
Rolemaster
Mers
Gruppe
Downloads
Links
Gästebuch

Zum Iocolator Zu den Dunklen Pfaden

Der Iocolator

(Der Iocolator)

"Schneemänner überwintern im Freien."

Dicke Trennlinie

Im Iocolator (lat. Spaßmacher) findet ihr Sachen zum Schmunzeln, peinlichere Erlebnisse der
"Zweckgemeinschaft" und, hoffentlich, einfach ein wenig kurzweilige Unterhaltung.
Falls ihr also etwas zu diese Sammlung beisteuern wollt,
tut euch keinen Zwang an, schickt es mir einfach!

Ihre letzte Rollenspielsitzung

Billiger fliegen

Dicke Trennlinie

Den ersten Beitrag hat mit der gute Chili, seines Zeichens zeitweiser Spieler des Händlers Humbug,
sehr rasch, wie ich bemerken darf, zukommen lassen. Danke!

Dünne Trennlinie

Ihre letzte Rollenspielsitzung

von Ritter Philipp Windisch von Scheißhausen

Basierend auf der (nahezu) wahren gleichnamigen Geschichte von Baron Daniel von und zu Windisch

         Halte die Feder in der Hand und sitze hier,
         Starre angestrengt nachdenkend aufs Papier,
         Aber es will nicht so recht, darum scheint es mir,
         Nicht mehr Verse schreiben zu können als diese vier.
      5  Oh mein Gott, welch Qual, welch Pein!
         Ich denk nach, mir fällt nichts ein.
         Es kann doch nicht so schwer sein.
         Bin gar blöd, so hat’s den Schein!
         Aber jetzt hab ich schon mehrere Verse, und zwar derer acht,
     10  Doch ist damit der Welt noch keine Information gebracht.
         Es muß doch zu schaffen sein, es wär’ doch gelacht!
         Halt! Jetzt weiß ich doch noch was, drum gebt alle acht!
         Es war im Jahre des Herrn, im neunzehnvierundneunziger Jahr,
         Da bot sich uns ein sehr seltsam anmutendes Schauspiel dar.
     15  Nun fragt man: "Was für ein Schauspiel? Ein lustig’s gar?"
         Nein, im Gegentum, es war wahrlich fürchterbar.
         Nur noch schnell eine ganz kleine Bemerkung am Rande:
         Das ganze passierte in Graz, im steirischen Lande.
         Mit all dem hat sie eigentlich gar nichts zu tun, meine Tande.
     20  Aber - das muß ich sagen -, sie ist eine nette Verwande.
         Ich glaube, ich muß mich jetzt entschuldigen,
         Hier einfach meine Tante zu huldigen,
         Aber ich war gerade so richtig beim Reimen.
         Ich wollte mich wirklich nicht bei ihr einschleimen.
     25  Wer aufgepaßt hat, der wird sich denken: "Schau, schau!
         Der Verfasser hat den Reim verändert, die Sau!"
         Aber ich finde, man muß auch etwas variieren,
         Na klar! Warum auch nicht? Vor allem nach acht, neun Bieren!
         Aber ich bemerke gerade, ich schweife ab.
     30  Und bevor Ihr mir sagt, daß ich nicht die Reife hab,
         So ein äußerst schwieriges Opus zu verfassen,
         Will ich nun von solchen Abschweifungen ablassen.
         Super! Jetzt weiß ich nicht mehr, wo ich war.
         Denn ich leide nicht nur an grauem Star,
     35  Mein Erinnerungsvermögen schwindet mit der Zeit,
         Und zurück bleibt einzig und allein Vergeßlichkeit.
         Ich fang einfach mit den agierenden Personen an.
         Das ist so leicht, daß nicht einmal ich es verhauen kann.
         Als erster der Freiherr Witrisal am Josefweg, versteht sich.
     40  Dann kommt Ritter Philipp Windisch von Scheißhausen, also ich.
         Baron von und zu Windisch, Daniel war sein Vornam’,
         Der nur sehr ungern mit seinem Bruder zusammenkam.
         Der vierte im Bunde war Martin der Hausmeyer, Graf der Mark.
         Er war sehr reich, doch war die Verpflegung bei ihm immer recht karg.
     45  Weiters Michael von Eisner, seines Zeichens Baron,
         Ein sehr ruhiger Spieler, von ihm kam selten ein Ton.
         Graf Murnig von Murnig auf der Murnigsburg war der letzte,
         Der sich nur dann wenn wir eine Schlacht schlugen zu uns setzte.
         Nun, wir waren alle in des Freiherrn Witrisals Haus versammelt.
     50  Ein wahrlich wunderschönes Haus, sehr gut gepflegt, nichts vergammelt.
         Wir wurden - wie immer - gut bewirtet, denn der Freiherr Witrisal war sehr reich.
         Und spielten wir woanders, tat’s der Gastgeber - außer dem Markgrafen - ihm gleich.
         Nun erwähnte ich das Wort ‘spielen’. Frage: Was soll das heißen?
         Nun, wen’s nicht interessiert, der kann gleich auf dieses Werk scheißen.
     55  Für die anderen: Das Wort ‘spielen’ bezieht sich auf ein Rollenspiel,
         Und - es tut mir wirklich leid - erklären kann man da nicht wirklich viel.
         Ich könnte Euch natürlich schon einiges darüber erzählen,
         Aber warum sollte ich Euch mit derartigen Dingen quälen?
         Außerdem wäre die Erklärung von enormer Ausführlichkeit.
     60  Und kosten würde euch die Einführung Nerven, und natürlich Zeit.
         Warum, verdammt noch mal, ist es mir nicht möglich -
         Daran scheiter’ ich immer wieder kläglich -,
         Einfach nur bei der Handlung zu bleiben,
         Und nicht jeden Scheiß niederzuschreiben.
     65  Ein letztes Mal versuch ich es noch,
         Möglicherweise schaff ich es doch.
         Und wenn nicht, wenn ich’s wieder verhau’,
         Dann sauf ich mich an, dann bin ich blau.
         Der Freiherr Witrisal sprach über den Stand der Dinge,
     70  Wo wir uns befinden würden und worum es ginge.
         Nicht in der Realität, natürlich im Rollenspiel.
         Das muß ich dazu sagen, sonst hält man uns für debil.
         Der Freiherr gab uns Tafelfetzen - das sind richtige Waffen! -,
         Um damit eine authentische Atmosphäre zu schaffen.
     75  Aber er warnte uns davor, die Fetzen zu unterschätzen,
         Denn - es ist ja bekannt - damit kann man sich böse verletzen.
         Dann erläuterte er uns sehr ausführlich der Geschichte Anfang.
         Ich traf - im Spiel natürlich - auf meinen Bruder und seinen Anhang.
         Ich sagte freundlich: "Seid mir gegrüßt! Wohin des Weges, mein edler und tapferer Mann?"
     80  Mein Bruder sagte: "Wichtige Geschäfte erledigen, aber das geht Euch nichts an!"
         Ich aber insistierte: " Ach, mir könnt Ihr es doch ruhig sagen.
         Wer weiß, vielleicht könnt Ihr noch eine helfende Hand vertragen."
         "Nun gut", sprach Baron von und zu Windisch. "Vergeßt was ich Euch vorhin gesagt.
         Besuche nur meine Großmutter. Ich sag’s Euch, damit Ihr nicht weiter fragt."
     85  Solch’ gemeine Lügen konnte ich einfach nicht ertragen.
         Darum mußte ich ihm auch unbedingt folgendes sagen:
         "Ihr wagt es also, mich dermaßen anzulügen,
         Einen harmlosen Wandersmann so zu betrügen?"
         "Aber mein Herr, ich bitt’ Euch, Ihr werdet mir doch nicht böse sein.
     90  Heute ist so ein schöner Tag, mit blauem Himmel, Sonnenschein . . ."
         "Oh doch! Mir zu sagen, Geschäften nachzugehen,
         Und dann doch nur nach Eurer Großmutter zu sehen!
         Satisfaktion! Ich mach aus Euch Mus!
         Wehret Euch und ich steig’ Euch auf den Fuß!"
     95  "Na gut! Ihr habt es so gewollt! Ich sage: En garde!
         Und steigt Ihr mir auf den Fuß, so zieh’ ich Euch am Bart!"
         "Zieht Ihr mich am Bart, so verpaß’ ich Euch einen Nasenstüber!
         Und mit meinem Fetzen bekommt Ihr dann auch noch eine drüber!"
         "Nun hört aber auf!" sagte der Markgraf. "Ihr geht zu weit!
    100  Ihr werdet es sehen. Nachher tut es Euch bestimmt leid."
         "Was erlaubt Ihr Euch, Euch einzumischen? Ich trete Euch in den Hintern!
         Und Euer Gesabbel wird es nicht schaffen, Eure Schmerzen zu lintern!"
         Und mein Bruder sagte: "Er hat recht, das geht nur uns was an!
         Verzieht Euch, Hausmeyer, sonst wart Ihr die längste Zeit ein Mann!"
    105  Nun ergriff Graf Murnig die Partei des Markgrafen und sagte: "Silentium!
         "Beendet den Zank! Und spielen wir lieber eine Runde mit dem Pentium!"
         "Schalala!" rief Baron von Eisner. "Gute Idee, ich geh’ schon vor!
         Dann geh’ ich ins Boot, trink’n Beck’s und hau mich auf’s Ohr."
         "Bleibt stehen!" sprach Baron von und zu Windisch. "Sofort!
    110  Sonst schick ich euch an einen viel, viel wärmeren Ort!
         Damit meine ich, zum Teufel in die Hölle,
         auf daß sich Euer schlimmster Alptraum erfülle!"
         Der Freiherr lächelte zufrieden. "Gut gespielt, mein edler und tapferer Baron.
         Erfahrungspunkte für rollengerechtes Spielen sollen sein Eurer Mühe Lohn."
    115  Mein Bruder aber sagte: "Ach, seid schweig! Ihr seid doch auch so ein Arsch!
         "Aber Baron!" rief der Freiherr. "Ich gebe Euch Punkte und Ihr seid barsch?"
         "Na und?" sagte von und zu Windisch. "Darüber kann ich doch nur lachen!"
         "Ganz genau!" sagte ich. "Verzieht Euch doch einfach, und macht keine Sachen!"
         "Nun ist’s genug!" rief der Freiherr. "Ich kill’ euch alle!
    120  Ich fight Euch nieder, ganz egal, ob ich falle!"
         Nun war das Spiel wirklich aus, der Spaß vorbei.
         Eins neun neun vier bei Witrisals Keilerei.
         Dabei hatte es gut begonnen, wir hatten vorzüglich diniert,
         Doch jetzt hauten wir uns gegenseitig die Schädel ein, ungeniert!
    125  Wir fetzten heftig und lange, so von zwei bis vier,
         Und pausierten nur kurz, aßen Brot und tranken Bier.
         Wir kämpften jeder gegen jeden und hauten uns mit den Fetzen,
         Um unsere Waffen und den Fußboden mit Blut zu benetzen.
         Schlußendlich endete der Kampf, wir hatten lange gefetzt,
    130  Und hatten am Ende - muß überlegen -, äh, grob geschätzt,
         Einen Toten, Baron von Eisner, und fünf Schwerverwundete.
         Das war ein guter Grund dafür, daß uns das Bier nicht mundete.
         Aber Michael von Eisner war nicht wirklich tot.
         Er war zwar von uns gegangen, aber nur ins Boot.
    135  Was war mit uns? Das will ich Euch sagen: Wir hatten von einander genug,
         Wir gingen nun auseinander, zu Fuß, mit der Droschke oder mit dem Zug.
         Ins Lande gingen ein paar Jährchen -
         Manche hatten schon graue Härchen -
         Bis wir uns endgültig versöhnten
    140  Und dem Rollenspiel wieder frönten.
         Und die Moral von der Geschicht’:
         Ärgert den Spielleiter bloß nicht,
         Nicht nur morgen, sondern auch heut’
         Damit sich dieser auch schön freut.

Ende

Zum Anfang

Dicke Trennlinie

Diese Idee hatte Rose, der Spieler von Ebola, während der letzten Sitzung...

Dünne Trennlinie

Fliegende Krüppel oder wie bekomme ich zusätzliche Talentpoints

Ein schlauer Spieler hatte wieder mal während einer wichtigen Rollenspielsitzung nichts besseres zu tun, als den Spielleiter und seine Ausführungen zu ignorieren, und stattdessen in ein paar Büchern zu blättern. Dem uninteressierten Spieler fiel dabei das Rolemaster-Werk "Talent Law" in die Hände. Wie alle erfahrenen Spielleiter wissen, sind Spieler gar nicht dazu in der Lage, komplexe Regelwerke zu verstehen, und sollten daher vor diesen verbotenen Büchern geschützt werden. Sonst kann es passieren, das sie folgenden Unfug von sich geben:
"Mein nächster Charakter soll den Nachteil "Crippled (greater)" haben. Er hat dann beide Beine verloren und erhält dafür 35 Talentpoints gutgeschrieben. 20 Punkte davon gebe ich dann für den Vorteil "Flight" aus. Mein Charakter wird dann die natürliche Fähigkeit haben, zu fliegen, entweder durch Magie, Flügel oder Gravitationslosigkeit. Weitere 10 Punkte gebe ich für "Extra Limbs (+2)" aus, damit mein Charakter zwei zusätzliche Beine erhält. Mit den verbleibenden 5 Punkten mach ich auch noch irgendwas, da fällt mir schon was ein. So erhalte ich einen fliegenden Charakter ohne Nachteile, und gewinne auch noch 5 Talenpoints. Ha!"
Wir erfahrenen Spielleiter wissen, was da zu tun ist. Da in so einem Moment sowieso alle Spieler hellhörig werden, jegliches Rollenspiel vergessen, und der geplagte Spielleiter schon eine alptraumhafte Vision von fliegenden Abenteurergruppen hat, die alle zwar jeweils zwei Beine bei einem tragischen Unfall verloren haben, dafür aber zwei zusätzliche Beine durch göttliche Fügung erhielten, nutzt der Spielleiter schnell die Gelegenheit, um a.) dem Spieler Lesen und Sprechen während der Sitzung zu verbieten, b.) das Talent Law im geheimen Tresor einzuschließen und um c.) den Nachteil "Crippled" für Spielercharaktere zu verbieten. Oder einfach alle Talentpointkosten schnell zu verdoppeln. Oder Zusatzgravitationsfelder für Spielercharaktere einzuführen. Oder alle bösen NSCs verfügen von nun an über den Zauberspruch "Spontane 25 Treffer vom Spielleiter einstecken müssen, ohne WW"...

Dünne Trennlinie
Webmasterdschinn
Bei Wünschen,
Beschwerden, Anregungen oder Liebeserklärungen:

Sir Unzenz

Webmasterdschinn
Dünne Trennlinie

Die Seite für passionierte Mittelerde - Rollenspieler