Karl Veitschegger (2012)

 

Christlicher Advent


„Advent" bedeutet „Ankunft" (lat. adventus Domini = Ankunft des Herrn). Christinnen und Christen denken in der Adventzeit an das endgültige Kommen Christi am „Ende der Zeiten", aber auch an sein erstes Kommen als Kind in Betlehem und an sein Kommen heute und jetzt – im Hören seiner Botschaft, in der Feier der Sakramente, in der Begegnung mit Notleidenden und, und, und ...

 

Ursprung der Adventzeit

Eine eigene Adventzeit als besinnliche Vorbereitung auf das Weihnachtsfest (in Anlehnung an die vorösterliche Fastenzeit) wurde seit dem vierten Jahrhundert zuerst in Spanien und Gallien, später im ganzen Abendland begangen. Die Ostkirchen kennen keine Adventzeit. Im Westen war ihre Dauer zuerst regional verschieden (zwischen vier und sechs Wochen), bis Papst Gregor der Große (540-604) die noch heute gültige Regelung festlegte. Die Kirchen der Reformation haben diese römische Tradition übernommen. Der erste der vier Adventsonntage fällt auf den Sonntag zwischen 27. November und 3. Dezember. Der vierte Adventsonntag kann daher spätestens auf den 24. Dezember fallen.

 

Zeit froher Besinnung

Für katholische Gläubige ist der Advent eine Zeit der Besinnung und Buße, wobei unter Buße nichts Trauriges, sondern eine erneute Hinwendung zu Gott verstanden wird. Das signalisiert auch die liturgische Farbe Violett. Am dritten Adventsonntag, der auch „Gaudete" (= „Freut euch!") heißt, werden mancherorts rosa liturgische Gewänder verwendet.

In früheren Zeiten begannen viele Menschen bereits nach dem fröhlichen Martinifest (11. November, „Martini-Gansl-Essen") eine vorweihnachtliche Fastenzeit, die am Heilige Abend, an dem in katholischen Gegenden oft Fisch auf den Tisch kam, endete. An vielen Orten fand am Gedenktag der hl. Katharina von Alexandrien (25. November) die letzte ausgelassene Tanzveranstaltung vor der besinnlichen Zeit statt. Daran erinnert der Spruch: „Sankt Kathrein stellt's Tanzen ein!"

 

Religiöses Brauchtum

Die Adventzeit hat das Volk zu einer Vielzahl von religiösen Bräuchen angeregt: Adventkranz (kommt ursprünglich aus dem evangelischen Bereich), Herbergsuchen, Frauentragen (Weitergabe eines Marienbildes von Haus zu Haus) usw. In den Alpenländern werden besondere Frühmessen namens „Rorate" gefeiert. Das Wort „Rorate" leitet sich vom lateinischen Eingangsvers dieser Messen ab: „Rorate coeli desuper et nubes pluant iustum – Tauet, Himmel, herab den Gerechten, die Wolken sollen ihn herabregnen!" (vgl. Jesaja 45,8)

 

Karl Veitschegger (2012)

 

 

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