Karl Veitschegger

 

Der Allerheiligenstriezel


Der Striezel gehört zum 1. November wie das Osterei zum Osterfest. Der süße Germteigzopf schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch symbolische Bedeutung. Seine Herkunft liegt zwar im Dunklen, aber seine Symbolik ist unschwer zu deuten. Das katholische Kirchenjahr hilft uns dabei:

 

Diesseits und Jenseits

Seit vielen Jahrhunderten wird zu Novemberbeginn an jene Menschen gedacht, die uns in die andere Welt vorausgegangen sind. Dazu gehören alle Verstorbenen, die ihr Leben in Gott vollendet haben und deshalb „Heilige“ genannt werden. Manche davon sind bekannt und ihre Namen stehen im Kalender. Von den meisten kennen wir die Namen nicht mehr, aber am Allerheiligentag (1. November) wird dankbar an sie alle gedacht. Sie bleiben uns, die wir noch auf Erden leben, in Liebe verbunden. Katholischer Glaube ehrt sie als Fürbitter bei Gott. Am Allerseelentag (2. November) denken wir besonders an all jene Menschen („Seelen“), die zwar im Frieden mit Gott verstorben sind, aber wegen mancher Schwächen und Unvollkommenheiten noch der Läuterung bedürfen, ehe sie vollendet im ewigen Glück Gottes leben können. (Im Deutschen wird diese Läuterung missverständlich „Fegefeuer“ genannt.) Durch Liebe und Gebet sind wir auch mit ihnen verbunden und können sie auf dem Weg der Reinigung begleiten.

 

Verwandte und Freunde

Zu Allerheiligen ist es auch Brauch, dass Verwandte und Freunde einander besuchen und sich ihre Verbundenheit zeigen.  In vielen Gegenden werden Patenkinder von ihren Paten und Patinnen mit einem Striezel beschenkt. Der kunstvoll geflochtene Allerheiligenstriezel ist ein schöner Ausdruck für die Gemeinschaft, in der Menschen im Diesseits und Jenseits liebevoll miteinander verflochten sind. Letztlich ist der schmackhafte Zopf ein Sinnbild für die Liebe Gottes, die alles und alle zusammenhält. Guten Appetit!

 

Karl Veitschegger

 

Und daraus - das habe ich von Frau Helga Huß erfahren - wird ein guter Striezel gemacht:

500 g Mehl

1/4 Liter Mich

50 g Butter

50 g Zucker

Salz


Karl Veitschegger © 2008