Karl Veitschegger 2001

 

Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Gebete in Notsituationen


 

Wir sind entsetzt und ratlos

Schrecken lähmt uns.

Wir können nicht verstehen,

welchen Sinn das haben soll.

 

Gott, hörst du uns?

Weißt du, wie uns zumute ist?

Siehst du unsere Hilflosigkeit?

 

Gott, verbirg dich nicht!

Jetzt nicht!

Hilf uns!

Jetzt!

Hilf uns, wie du willst,

aber hilf uns!

 

■ ■ ■

 

Schwer lastet auf mir das Geschehene,

zu schwer.

Es erdrückt meine Gedanken

und meine Gefühle.

Ist das alles überhaupt wahr?

Darf es wahr sein?

Mir ist alles fremd.

 

Wo bist du, Gott?

Komm, reiß mich aus meiner Verlorenheit.

Und gib mir Halt.

 

■ ■ ■

 

Ich kann es nicht fassen.

Verletzte, Tote.

Warum?

Gott, komm und hilf mir!

Gott, komm und bleib bei mir!

Lass mich alles gut überstehen!

Komm zu uns allen!

Hilf uns allen!

 

■ ■ ■

 

Ich habe große Schmerzen.

Ich habe Angst.

Aber ich lebe.

Ich bin dankbar, dass ich noch lebe.

Ich verstehe nicht, warum.

Du weißt, warum ich lebe.

Gib mir Kraft!

Gib mir Mut!

 

■ ■ ■

 

Mir wurde N. genommen.

Ich kann es nicht fassen.

Es ist alles so furchtbar.

Ich fühle mich zerstört.

Warum ist das geschehen?

Warum?

Warum wurde mir N. genommen?

Warum?

Gott, ich verstehe dich nicht.

Wecke mich aus diesem Albtraum!

Lass es nicht wahr sein!

Ich will nicht stark sein!

Ich will nicht tapfer sein!

Ich will N.  wieder!

Sag nicht, dass ich stark sein muss!

Jetzt noch nicht.

Nein, Gott, jetzt noch nicht.

 

■ ■ ■

 

Ich bin schwer verletzt.

Vielleicht muss ich sterben.

 

Gott, du kennst mein Leben.

Du weißt, was mir gelungen ist.

Du weißt auch, wo ich versagt habe.

Dir übergebe ich alles.

Nimm es an.

Nimm mich an.

 

Ob ich dieses Unglück überlebe

Oder ob ich bald sterben werde,

verlass mich nicht.

 

Ich vertraue dir alle Menschen an:

alle, die mir lieb sind,

alle, denen ich weh getan habe,

alle, die mir Unrecht getan haben.

Du bist unser Gott.

Du kannst alles heilen und zum Guten wenden.

Du weißt, was gut ist für uns.

Ich vertraue dir.

 

■ ■ ■

 

Worte aus der Heiligen Schrift

zum Wiederholen

 

Psalm 70,2

Gott, komm herbei, um mich zu retten!

Herr, eile mir zu Hilfe!

 

Psalm 23,4   

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,

ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir!

 

Psalm 31,15f  

Ich aber, Herr, ich vertraue dir,

ich sage: Du bist mein Gott.

In deiner Hand liegt mein Geschick!

 

Psalm 80,4

Gott, richte uns wieder auf!

 

Psalm 86,7

Am Tag meiner Not rufe ich zu dir,

denn du wirst mich erhören.

 

Psalm 39,13

Hör mein Gebet, Herr,

vernimm mein Schreien,

schweig nicht zu meinen Tränen!

 

Psalm 10,12

Herr, steh auf,

Gott erheb deine Hand,

vergiss die Gebeugten nicht!

 

Jeremia 14,9

Du bist doch in unsrer Mitte, Herr,

und dein Name ist über uns ausgerufen.

Verlass uns nicht!

 

Jeremia 17,14  

Heile mich, Herr, so bin ich heil,

hilf mir, so ist mir geholfen!

 

Nahum 1,7

Gut ist der Herr, eine feste Burg am Tag der Not.

Er kennt alle, die Schutz suchen bei ihm.

 

 

Markus 9,24  

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

 

Lukas 23,46

Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.

 

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