Karl Veitschegger

 

Einführung in Gründonnerstagslesung


 

Vor der ersten Lesung - Gründonnerstag (Messe vom Letzten Abendmahl)

(Ex 12, 1-8.11-14):
 

Aus der folgenden Lesung aus dem Alten Testament erfahren wir, warum das Volk Israel Pascha feiert. Von einem Lammopfer und bestimmten Riten, wie sie bei Hirtenvölkern damals üblich sind, ist die Rede. Israel tut dies im Gedenken an seine Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Die Paschafeier wird zum Bekenntnis: Gott hat uns gerettet. Ihm verdanken wir unsere Leben!

Manches in dieser Lesung wirkt auf uns heute befremdlich, vor allem wenn der Erzähler die Rettung aus feindlicher Übermacht drastisch als „Erschlagen der ägyptischen Erstgeborenen“ durch Gott schildert. Die verständliche Freude über die eigene Rettung lässt hier noch kein Mitleid mit dem Schicksal der Feinde aufkommen. Später wird Jesus, der am Kreuz sein Leben für alle hingibt, jene größere Liebe offenbaren, die auch die Feinde einbezieht:  „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." (Lukas 23,34)

 

Karl Veitschegger (2009)

 

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Karl Veitschegger © 2009
Aktualisiert: 31. März 2010