Karl Veitschegger (seit 2010)

 

Aussagen über Jesus und seine Botschaft

Gesammelt von Karl Veitschegger


 

     „Die Persönlichkeit, die nicht nur in der Religionsgeschichte, sondern auch in der Weltgeschichte den mächtigsten Einfluss ausgeübt hat, ist Jesus Christus. Durch ihn ist eine der wenigen Revolutionen in Gang gesetzt worden, welche die Zeiten überdauert haben. Für Millionen von Menschen sind sein Leben und seine Lehre […] von überwältigender Bedeutung gewesen und haben sie zutiefst bewegt.“

Michael Grant, Historiker (Jesus – Leben und Welt des Jesus von Nazareth, Bergisch,1981,7)

 

     „Jesus ist einzigartig. Sein messianisches Charisma sucht seinesgleichen. Allerdings wäre seine Botschaft nicht verstanden worden, hätte Paulus nicht das Griechische als Kultsprache eingeführt...[Ohne Christentum] hätte es keine Ketzerverfolgungen gegeben, keine Inquisition [...]. Aber es gäbe auch keine Kathedralen und keine Klöster. Wahrscheinlich gäbe es auch keine Hospitäler, denn die Christen haben schon früh ihr Ansehen durch praktische Nächstenliebe begründet."

Alexander Demandt, Historiker, (Interview in: Kleine Zeitung 31.03.2010)

 

    „Ich halte Jesus von Nazareth für den glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. […] Jesus erscheint in der Schilderung der Evangelien als ein Mensch, der seine Umgebung mit Glück ansteckte, der seine Kraft weitergab, der verschenkte, was er hatte. Das konventionelle Bild von Jesus hat immer seinen Gehorsam und seinen Opfersinn in den Vordergrund gestellt. Aber Phantasie, die aus Glück geboren wird, scheint mir eine genauere Beschreibung seines Lebens. Sogar sein Tod wäre missdeutet als das tragische Scheitern eines Glücklosen, er wäre zu kurz verstanden, wenn nicht die Möglichkeit der Auferstehung in Jesus selber festgehalten würde! Auferstehung als die weitergehende Wahrheit der Sache Jesu ist aber im Tode dieses Menschen gegenwärtig; er hat den Satz »ich bin das Leben« auch im Sterben nicht zurückgenommen.“

Dorothe Sölle, evang. Theologin

 

     „Wer Christus [in sein Leben, K.V.]eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts – absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit. Nur in dieser Freundschaft erschließen sich wirklich die großen Möglichkeiten des Menschseins. Nur in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön ist und was frei macht.“

Benedikt XVI., Weltjugendtag in Köln 2005

 

     “Das Christentum wird sterben. Es wird immer mehr dahinschwinden. Wir [The Beatles, K.V.] sind jetzt populärer als Jesus."

John Lennon; Musiker  (1966)

 

    „Jesus Christus kann auch die langweiligen Schablonen durchbrechen, in denen wir uns anmaßen, ihn gefangen zu halten, und überrascht uns mit seiner beständigen göttlichen Kreativität. Jedes Mal, wenn wir versuchen, zur Quelle zurückzukehren und die ursprüngliche Frische des Evangeliums wiederzugewinnen, tauchen neue Wege, kreative Methoden, andere Ausdrucksformen, aussagekräftigere Zeichen und Worte reich an neuer Bedeutung für die Welt von heute auf.“

Papst Franziskus (in Evangelii Gaudium 2013)

 

    „Ich bin so ein Nicht-Glaubender, der die menschliche Gestalt Jesu liebt, seine Predigt, seine Legende, seinen Mythos, dass er in den Augen derer, die ihn erkennen, eine Menschlichkeit in außergewöhnlicher Dichte repräsentiert, aber keine Göttlichkeit.“

Eugenio Scalfari, Zeitungsgründer und Gesprächspartner von Papst Franziskus, ( „Repubblica“  13. 7. 2014)

 

    „Ich bin Jude, kenne aber auch den neuen Teil der Bibel. Ich glaube, dass dieser Jesus ein großer Mann aus meinem Volke war.”

Ephraim Kishon, jüdischer Schriftsteller

 

    „Mir war bewusst geworden, dass ich Bachs Musik und die Romane von Dostojewski ohne die Evangelien nie verstehen würde. Und so las ich darin, und vieles, was ich las, gefiel mir. Ich mochte Jesus auf Anhieb. [...] Aber ich glaube nicht an seine Botschaft der universalen Liebe. [...] Das ist gegen die menschliche Natur.“

Amos Oz, israelischer Schriftsteller (im Gespräch mit Stefan Winkler, Kleine Zeitung 24.03.2016)

 

    „In den Anfängen des Christentums, bei Jesus von Nazaret, erscheint […gegenüber den antiken Gottesvorstellungen, K.V.] etwas sehr Zartes, aus dem unbewegten Beweger und Weltenherrscher wird ein Kind. Gott offenbart sich noch einmal, und jetzt als ein leidender und mitleidender Mensch.“

Peter Strasser, Philosoph (Der Gott aller Menschen, 2002, 133)

 

    „Auf Christus schauen! - Wenn wir das tun, dann sehen wir, dass das Christentum mehr und etwas anderes ist als ein Moralsystem, als eine Serie von Forderungen und von Gesetzen. Es ist das Geschenk einer Freundschaft, die im Leben und im Sterben trägt [...] Dieser Freundschaft vertrauen wir uns an."

Benedikt XVI., Mariazell 2007

 

    „Urknall ganz leise.

Gott hat sich auf den Punkt gebracht.

In einer Eizelle in Nazareth.“

Walter Mosner, (Christsein heute 6/2006,13)

 

    „Wenn ein Gott für mich Mensch würde, für mich, liebte ich ihn, ihn ganz allein. Es wären Bande des Blutes zwischen ihm und mir, und für das Danken reichten alle Wege meines Lebens nicht. […] Ein Gott-Mensch, ein Gott, aus unserem gedemütigten Fleisch gebildet. Ein Gott, der erfahren wollte, wie der Salzgeschmack auf unserer Zunge schmeckt, wenn alles uns verlassen hat, ein Gott, der all das Leiden im voraus auf sich nähme, das ich heute leide… Nein, ein Unsinn.“

Aus: Jean-Paul Sartre, Bariona oder Der Sohn des Donners (deutsch in: Gotthold Hasenhüttl, Gott ohne Gott, 1972,309 f.)

 

    „Jesus spricht nicht von Neurose, Trauma oder Depression. Diese modernen Begriffe fehlen selbstverständlich. Aber - und das ist das Entscheidende - das Wissen um die Leben erbauenden und Leben zerstörenden psychischen Abläufe ist voll da. Es ist derart fundamental da, dass wir heutigen Psychotherapeuten noch von ihm lernen können.”

Hanna Wolff, Psychotherapeutin und evangelische Theologin

 

    „Die christliche Botschaft sagt: Wenn du Gott liebst, musst du auch deinen Mitmenschen lieben, sonst bist du ein Heuchler. Das ist eine sehr kraftvolle Botschaft!”

Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama

 

    „Offenbarung Gottes mitten unter den Menschen! Die Lehre Jesu ist keine Wahrheit, die man in einen Vers der Heiligen Schrift einschließen kann, sondern sie zeigt sich als Wahrheit seines Lebens. Bis heute blieb sie lebendig wie ein immergrüner Feigenbaum, der immer neue Zweige hervortreibt.“

Rabindranath Tagore, Hindu, Philosoph, Dichter (in: Jesus. Die große Seele, 1995)

 

    Christus ist „Modell der universalen Liebe, der Vergebung für die Feinde und des zur Rettung der anderen geopferten Lebens“.

Umberto Eco (in: C. M. Martini/U. Eco, Woran glaubt, wer nicht glaubt?,1998, 92)

 

    „Jesus ist das menschliche Antlitz Gottes und das göttliche Antlitz des Menschen."

Johannes Paul II.

 

    „Zweitausend Jahre sind es fast,

seit du die Welt verlassen hast,

du Opferlamm des Lebens!

Du gabst den Armen ihren Gott.

Du littest durch der Reichen Spott.

Du tatest es vergebens!

[...]

Die Menschen werden nicht gescheit.

Am wenigsten die Christenheit,

trotz allem Händefalten.

Du hattest sie vergeblich lieb.

Du starbst umsonst. Und alles blieb

beim alten."

Erich Kästner

 

    „Es gab nur einen wahren Christen auf der Welt und den haben sie erwischt und gekreuzigt, ganz zu Anfang!"

Mark Twain

 

    „Muslime pflegen […] eine ganz besonders innige Beziehung zu ihrem Propheten Jesus. wenn Muslime kein Weihnachtsfest kennen und hier nicht direkt mitfeiern, liegt es doch viel näher als Ostern, das die Muslime in ihrer Sicht, dass Jesus keinen Kreuzestod gestorben sei, nicht nachvollziehen können. Weihnachten ist ein Fest, das die Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen wachruft und bestärkt. Die Friedensbotschaft Jesu können wir hier teilen und uns gegenseitig wünschen, dass es uns gemeinsam gelingen möge, […] zusammen friedliche Konfliktlösungsmodelle zu erarbeiten und umzusetzen.“

Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
(http://www.derislam.at/?f=news&showthema=1476&kid=2)

 

    „Jesus ist mein jüdischer Bruder. Ich spüre seine brüderliche Hand, die mich fasst, damit ich ihm nachfolge. Es ist nicht die Hand des Messias, diese mit Wundmalen gezeichnete Hand. Es ist bestimmt keine göttliche, sondern eine menschliche Hand, in deren Linien das tiefste Leid eingegraben ist [...]. Es ist die Hand eines großen Glaubenszeugen in Israel."

Shalom Ben Chorin, jüdischer Religionsphilosoph

 

    „Wenn der Messias kommt und sich dann als der Jesus von Nazaret entpuppen sollte, dann würde ich sagen, dass ich keinen Juden auf dieser Welt kenne, der etwas dagegen hätte.“

Pinchas Lapide, jüdischer Theologe (H. Küng/P.Lapide, Jesus im Widerstreit,1976,49)

 

    „Gott ist keine Kirchenangelegenheit, sondern wirksam und gegenwärtig in allen Dingen; in keinem freilich so wie in Jesus, dem Unvergesslichen aus Nazaret, dem gottdurchlässigen Menschen schlechthin.“

Gotthard Fuchs, kath. Theologe, Fachmann für Theologie der Spiritualität und Mystik

 

    „Wenn Jesus da war, dann hat es, man müsste einmal so sagen »gegottet«. Das »Gotten« Jesu war es offensichtlich, das die Leute berührt hat.”

Gottfried Bachl, kath. Theologe

 

    „Wir glauben und bekennen: Jesus von Nazaret, ein Jude, zur Zeit des Königs Herodes und des Kaisers Augustus von einer Tochter Israels in Betlehem geboren, von Beruf Zimmermann und während der Herrschaft des Kaisers Tiberius unter dem Statthalter Pontius Pilatus in Jerusalem am Kreuz hingerichtet, ist der menschgewordene ewige Sohn Gottes."

Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 423

 

    „Hätte Gott ihn nicht auferweckt, wäre Jesu Leben vielleicht bewundernswert und vorbildhaft. Aber es wäre dennoch nur eine Tragödie.“

Helge Adolphsen, evang. Hauptpastor, St. Michael in Hamburg

 

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