Karl Veitschegger © 2012

 

Kirche als Miteinander

aus katholischer Sicht – Gemeinsam glauben, feiern, den Menschen dienen


 

Christlich

Die weltweite Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben, heißt „Kirche". Sie sieht in Jesus ihren Ursprung und ihre Mitte. Wichtiger als kirchliche „Institutionen“ ist das christliche Leben: Christus lebt in den Herzen der Gläubigen, in den Notleidenden, im Wort der Heiligen Schrift, im Gottesdienst, in den Sakramenten… Und jede christliche Gemeinschaft hat die Aufgabe, wie Christus den Menschen zu dienen: seine Botschaft zu verkünden, Gottesdienst zu feiern und Nächstenliebe zu leben.

 

Katholisch?

Alle Getauften sind, unterstützt von geistlichen Amtsträgern (Bischöfen, Priestern und Diakonen) und Ordensleuten, dazu berufen, so zu leben, dass die Kirche immer deutlicher als Zeichen der Liebe Gottes erkennbar wird – für alle Menschen. Denn „katholisch“ heißt „universal“, „offen für alle Menschen". Zumindest anfanghaft sollte das spürbar sein.

 

Römisch-katholisch?

Und „römisch-katholisch“? – Der Bischof von Rom, meist kurz Papst genannt, ist nach katholischer Überzeugung der Nachfolger des Apostels Petrus. Als oberster sichtbarer Hirte der Kirche hat er zusammen mit den anderen Bischöfen (Nachfolger der Apostel) besondere Verantwortung für die Verkündigung des Glaubens und die Einheit der Kirche in aller Welt. Wenn diese „Führungskräfte“ der Kirche versagen, hat das oft schlimme Folgen – für viele Menschen.

 

Ökumenisch

Der orthodoxe und der protestantische Teil der Christenheit lehnen das Amt eines Papstes, zumindest in seiner heutigen römisch-katholischen Ausprägung, ab. Auch andere Unterschiede (vor allem im Bereich der Sakramente) trennen die Christenheit schmerzlich in verschiedene Konfessionen. Allerdings gibt es heute in fast allen christlichen Kirchen und Gemeinschaften auch das ehrliche Bemühen, diese Spaltung zu überwinden, und wieder die volle christliche Einheit zu finden (Ökumenismus, Ökumene).

 

Vom Heiligen Geist geführt

Katholischer Glaube ist davon überzeugt, dass der Heilige Geist dafür sorgt, dass die Kirche trotz vieler menschlicher Fehler und Irrtümer das Anliegen Jesu nie ganz aus den Augen verlieren kann. Das trifft z. B. auch zu, wenn sie ein „Dogma", also einen Glaubensgrundsatz von dauernder Gültigkeit, verkündet. Dogmen sind unaufgebbare Markierungen auf dem Glaubensweg der Kirche. Aber längst nicht alles, was man gemeinhin „Dogma" nennt, hat wirklich diesen Rang. Es gibt viele theologische Vorstellungen und kirchliche Regeln, die je nach Zeit und Umständen geändert werden können (ja manchmal sogar müssen). Und selbst Dogmen sind nicht der Weisheit letzter Schluss; auch sie können und müssen ergänzt und weiterentwickelt werden.

 

Im Alltag gelebt

Der Heilige Geist sorgt auch dafür, dass es in der Kirche neben schlechten und vielen „durchschnittlichen“ Christen immer Männer und Frauen gibt, die ihr Christsein ganz ernst nehmen und zu großherzigen Taten der Gottes- und Nächstenliebe fähig sind.

 

Karl Veitschegger

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