LangweLlige Geschichte(n)



von

 NRK Finnmark, Ingøy 153 kHz
 France Inter, Allouis 162 kHz
 Delta Radio, Niederlande 171 kHz (PLAN)
 Sveriges Radio, Motala 189 kHz (schon Geschichte)
 BBC Radio 4 Droitwich & Co. 198 kHz
 Radio Monte Carlo, Roumoules 216 kHz
 Polskie Radio, Solec Kujawski 225 kHz
 Danmarks Radio, Kalundborg 243 kHz
 YLE Lahti, Finnland 252 kHz (schon Geschichte)
 

NRK Finnmark, Ingøy 153 kHz

Am 06.10.2000 wurde auf der eher kleinen Insel Ingøy 65 km westlich des Nordkapps ein 100 kW starker Langwellensender auf 153 kHz eröffnet (Testbetrieb ab 29.09.2000). Als Antenne dient ein 362 m hoher abgespannter Gittermast. Der Sender Ingøy ersetzt den alten Mittelwellensender von Vadsø auf 702 kHz.

Norwegen betreibt entlang der Küste noch mehrere Mittelwellensender, um die Fischer, Seeleute und Arbeiter auf den Ölplattformen mit Rundfunk versorgen zu können, was über das sehr gut ausgebaute UKW-Sendernetz nicht möglich ist.

Nahe des Nordkaps bestand schon seit 1935 ein Langwellensender. Der 1991 still gelegte Sender in Tromsø war seit 1936 zunächst auf 282 kHz mit 10 kW in Betrieb. 1950 wurde die Frequenz auf 155 kHz geändert und 1952 die Anlage erneuert. Heute dient das Stationsgebäude in Tromsø dem Norwegischen Telemuseum als Unterkunft.

Speziell vor 1950 waren in Norwegen eine ganze Reihe von Langwellensendern in Betrieb:

Bergen I, Askøy

1937-1950

260 kHz

20 kW

Bergen II, Askøy

1937-1950

355 kHz

1 kW

Bodø Hernesmyra

1938-1939

347 kHz

10 kW

 

1939-1942

253 kHz

10 kW

Bodø Løp

1943-1950

253 kHz

10 kW

Ingøy

ab 6.10.2000

153 kHz

100 kW

Oslo Lamberseter

1930-1934

277 kHz

60 kW

 

1934-1950

260 kHz

100 kW

 

1950-1954

218 kHz

100 kW

Oslo Kløfta

1954-1986

218 kHz

200 kW

 

1986-2.1.1995

216 kHz

200 kW

Tromsø Middelskolen

1935-1936

235 kHz

0,1 kW

Tromsø Langneset

1936-1950

282 kHz

10 kW

 

1950-1986

155 kHz

10 kW

 

1986-1991

153 kHz

10 kW

Vadsø

1934-1940

347 kHz

10 kW

 

1940-1941

347 kHz

1 kW

 

1941-1944

347 kHz

10 kW

 

1945-1949

347 kHz

1 kW

Vigra

1935-1940

253/260 kHz

10 kW

 

1940

260 kHz

100 kW

Eine norwegische Besonderheit waren die "Linjesender", die Stromleitungen als Antenne verwendeten. Insgesamt waren von 1953 bis 1978 auf Langwelle bis zu 14 solcher Anlagen auf 285 bis 300 kHz mit Leistungen von 0,25 bis 2 kW in Betrieb. Der "Linjesender" Røldal (1 kW auf 285 kHz) wurde erst 1987 außer Betrieb genommen.

Die Frequenz 216 kHz wurde für eine Nutzung durch private Anbieter ausgeschrieben (bis 1200 kW Sendeleistung zulässig; Senderstandort an der Südwestküste Norwegens).

Projekt "Northern Star" auf 216 kHz: http://www.northernstar.no (englisch)

Betriebsdaten norwegischer AM-Rundfunksender: http://www.nrhf.no/nrhf-sendere-AM.html (norwegisch)

Quelle Daten Sender Ingøy: http://www.dxlc.com/longwave/ingoy.html (englisch)


France Inter, Allouis 162 kHz

Der Langwellen-Rundfunk begann in Frankreich schon am 24.12.1921, als der Militärsender auf dem Eiffelturm auf 113 kHz mit 1 kW den Betrieb aufnahm. Diese Station sendete auch Wetterberichte, allgemeine Nachrichten und Unterhaltungssendungen. 1927/28 wurde die Sendeleistung auf 13 kW erhöht und die Frequenz auf 208 kHz geändert. Mitte der 30er-Jahre musst die Station auf Mittelwelle wechseln, verlor daraufhin aber den Großteil der Hörer und musste bald schließen.

Am 06.11.1922 nahm die private Station "Radiola" mit 2 kW auf 192 kHz den Betrieb auf. 1923 wurde die Frequenz auf 169 kHz geändert. Am 29.03.1924 erfolgte die Namensänderung zu "Radio Paris" und die Eröffnung einer neuen Sendeanlage in Clichy (nordwestlich des Zentrums von Paris) mit 10 kW. Am 29.11.1925 erfolgte eine neuerliche Frequenzänderung auf 172 kHz und am 30.06.1929 musste entsprechend des Prager Wellenplanes die Frequenz erneut auf 174 kHz geändert werden. 1931 nahm man den Sender St. Rémy im Südwesten von Paris mit 80 kW Leistung und einer aus 3 je 208 m hohen Masten bestehenden Antenne in Betrieb. 1933 wurde "Radio Paris" verstaatlicht und die Frequenz auf 182 kHz geändert.

1936 plante man, im Zentrum Frankreichs, einen starken Langwellensender zu errichten und im Juli 1939 nahm der Sender Allouis seinen Betrieb auf und ersetzte damit den Sender in St. Rémy.. Damals war er mit 2 x 450 kW der leistungsstärkste Sender der Welt. Der Standort für diesen Großsender wurde gewählt, da er sich in etwa im Zentrum Frankreichs befindet und in der Umgebung kaum Erhebungen zu finden sind, die die Signalausbreitung stören könnten. Die Antenne bestand aus 4 je 250 m hohen Gittermasten. Neben dem Langwellensender entstand auch eine Kurzwellensendeanlage. Schon im Sommer 1944 wurde die Anlage von deutschen Truppen fast vollständig zerstört.

Im Mai 1940 wurde die Station von St. Rémy noch einmal zum Leben erweckt. Da Radio Luxemburg nach der Besetzung des Großherzogtums durch deutsche Truppen eingestellt wurde, sendete Frankreich unter dem Titel "Radio Paris 2" ein spezielles Programm mit 40 kW auf 232 kHz - der Frequenz von Radio Luxemburg. 2 Tage vor der deutschen Besetzung von Paris (14.06.1940) wurden diese Sendungen eingestellt.

Am 19.10.1952 wurde ein neuer Langwellensender mit 250 kW Leistung und einem 308 m hohen Antennenmast in Betrieb genommen. Bei der Antenne handelte es sich um eine Spezialkonstruktion: Am Gittermast waren in mehreren Metern Abstand 3 Reusenantennen angebracht, die am Mastfuß mit Energie gespeist, an der Mastspitze nach außen umgelenkt wurden. Die Antennendrähte erreichten in einem Abstand von der halben Wellenlänge (= 915 m) den Erdboden. Da am Endpunkt keine Spannung mehr vorhanden war, konnten die Drähte geerdet werden, womit die Antenne über einen idealen Blitzschutz verfügte. Die Antenne bildete einen so genannten gefalteten Monopol mit 0,55 Wellenlänge, was für eine sehr effektive Abstrahlung sorgte.

Zahlreiche Fotos und Quelle der Infos (französisch):
http://perso.wanadoo.fr/tvignaud/am/allouis/fr-allouis.htm

Anfang 1957 erfolgte die Verstärkung mit einem zweiten 250 kW-Sender und am 01.07.1967 mit einem zusätzlichen 600 kW-Sender auf insgesamt 1100 kW Sendeleistung. 1974 erfolgte eine erneute Verstärkung durch eine 1000 kW-Einheit auf insgesamt 2100 kW. Am 02.04.1981 nahm schließlich eine zweite 1000 kW-Sendeeinheit den Betrieb auf, welche die beiden alten Einheiten von je 250 kW ersetzt. Seitdem werden die beiden 1000 kW-Einheiten tagsüber parallel betrieben. Nachts (Sommer 19.00 bis 04.00 Uhr; Winter 16.00 bis 04.00 Uhr) wird mit nur 1000 kW gesendet. Der 600 kW-Sender dient als Reserve.

1974 erfolgte auch der Umbau der Antennenanlage. Etwa 600 m nördlich des Sendemastes wurde ein zweiter 350 m hoher Mast errichtet. Am ursprünglichen Sendemast wurden die Reusenantennen entfernt und der Mast ebenfalls auf 350 m Höhe ausgebaut. Zweck der Maßnahme war, eine bessere "Ausleuchtung" des Nordens und Südens Frankreichs zu erreichen, indem der Südmast als Reflektor dient. Der Südmast kann jedoch auch mit Leistung belegt werden, um Wartungsarbeiten am Nordmast zu ermöglichen, ohne den Sendebetrieb unterbrechen zu müssen.

Von 1939 bis 1944 wurde auf 167 kHz, von 1952 bis 1977 auf 164 kHz gesendet, ehe wegen der zusätzlichen Aufschaltung eines Signals für die Steuerung von Uhren eine geringe Korrektur auf 163,840 kHz erfolgte. 1986 wurde die Frequenz auf Grund des Genfer Wellenplanes auf die aktuellen 162 kHz geändert.

Rundfunkgeschichte Frankreichs: http://www.radio-france.fr/chaines/radio-france/musee/chrono/page.php (französisch)


Ehem. Plan: Delta Radio, Niederlande 171 kHz  (Mit Beginn 2002 Lizenz verfallen)
Vor etlichen Jahren tauchte in den Niederlanden die Idee auf, die dem Land international zugeteilte Langwellenfrequenz 171 kHz für einen kommerziellen Anbieter zu nutzen.

In den letzten Jahren wurden die Pläne konkreter. Man plante aber, mit einer Richtantenne mit 2000 kW nach Großbritannien zu senden. Zuerst dachte man daran, auf dem Gelände des ehem. Küstenfunksenders Kootwijk (Radio Scheveningen) westlich von Apeldoorn diese Sendeanlage zu bauen. Dagegen formierte sich jedoch bald heftiger Widerstand von Umweltschützern und Anrainern. Die Umweltschützer stört, weil das Gelände direkt an ein großes Naturschutzgebiet grenzt. Die Anrainer wiederum fürchten eine schädliche Auswirkung der hohen Feldstärke.

Nun plante man eine Sendeanlage 34 km vor der Küste der Insel Walcheren an der Scheldemündung. Die Antennenanlage sollte je nach Ausführung entweder aus 2 Antennentürmen von 412 und 391 m oder aus 4 Masten zu je 345 m bestehen. Gegen diese Pläne formierte sich aber auch heftiger Widerstand der Umweltschützer. Die Anlage sollte im Sommer 2001 in Betrieb gehen, doch die Widerstände und Finanzprobleme verhinderten einen Baubeginn, wodurch Ende 2001 die Lizenz vorerst verfiel. Mitte 2004 wurden schließlich die Pläne begraben.

Infos zu Delta Radio: http://www.sptv.demon.co.uk/delta171 (englisch)

Gegen die Wiedererrichtung einer Sendeanlage in Kootwijk: http://radiokootwijk.free.fr/index.php3?file= (niederländisch). Hier gibt es aber auch hist. Daten und Fotos von Radio Kootwijk / Radio Scheveningen

Darstellung der Offshore-Antennenanlage: http://www.noordzee.nl/ruimtelijkeordening/zendmastalgemeen.html (niederländisch)


schon Geschichte: Sveriges Radio, Motala 189 kHz

Motala liegt am Ostufer des Vättersees im Zentrum Südschwedens, etwa auf halber Wegstrecke zwischen Stockholm und Göteborg (jeweils etwa 200 km). Dies war 1927 der Grund, warum man hier den stärksten schwedischen Rundfunksender errichtete. Schon 1926 wurde in Karlsborg (am Westufer des Vättersees gelegen) ein Langwellensender für Telegrafie mit 10 kW auf 218 kHz in Betrieb genommen. Der Sender Motala sendete anfänglich mit 30 kW auf 227 kHz. Die 140 m lange T-Antenne wurde zwischen zwei je 120 m hohen Masten aufgespannt.

1930 wurde die Frequenz auf 222,5 kHz und 1934 auf 216 kHz geändert. 1935 wurde schließlich ein 150 kW starker Marconi-Sender in Betrieb genommen. Die 1939 in Montreux vereinbarte Frequenzänderung auf 214,5 kHz unterblieb wegen des Ausbruchs des 2. Weltkrieges. 1950 erfolgte aber entsprechend dem Wellenplan von Kopenhagen eine Frequenzänderung auf 191 kHz, auf der Sender bis 1986 arbeitete.

1962 wurde die gesamte Anlage erneuert und ausgebaut. Zwei Sender zu je 300 kW erlaubten einen Parallelbetrieb mit 600 kW über eine Antennenanlage, welche aus einem 250 m hohen neben dem Sendergebäude stehenden Zentralmast und 5 im Kreis darum angeordneten je 200 m hohen Masten bestand. Der Abstand zwischen dem Zentralmast und dem "Ring" betrug 630 m. Alle 6 Masten wurden vom Sender angespeist, allerdings die Außenmasten gegenüber dem Zentralmast um 180° phasenverschoben. Im Juli 1970 schlug ein Blitz in den Zentralmast ein, der den Fußpunktisolator zerstörte, wodurch der Mast zusammenbrach und auf das Sendergebäude stürzte. In der Folge wurde nur mehr über die 5 Außenmasten gesendet.


Das 1962 in Motala errichtete Antennensystem.

Während der Energiekrise 1974 wurde der Sender mit nur 150 kW betrieben, später die Leistung aber wieder auf 300 kW erhöht, zum Ende des Sendebetriebs aber auf 160 kW gesenkt. 1986 erfolgte eine geringe Frequenzänderung auf 189 kHz, 1987 wurden 3 der 5 Außenmasten gesprengt. Am 30.11.1991 wurde schließlich der Sendebetrieb auf Langwelle aus Motala eingestellt, da in Schweden eine nahezu lückenlose Versorgung auf UKW existiert. Eine Erhebung einige Jahre zuvor ergab, dass im Durchschnitt nur mehr 200 Personen den Langwellensender in Motala hörten. Die beiden noch bestehenden Masten der einstigen großen Antennenanlage wurden 1994 bzw. 1995 abgebaut.

Neben Motala war in Schweden noch der Sender Luleå mit 20 kW auf 182 kHz auf Langwelle in Betrieb. Diese Station wurde schon Mitte der 80er-Jahre eingestellt.

Mehr dazu: http://hem.passagen.se/longwave (schwedisch)

Quelle: http://www.samlaren.org/motala (schwedisch)

Karlsborg LW-Station: http://home.swipnet.se/~w-41522/lfpics/lfpics.html
                                 http://www.samlaren.org/kborgstn.htm (schwedisch)

Heute ist in der Sendeanlage das schwedische Radiomuseum untergebracht. Es werden Sendungen geringer Leistung - 20 Watt - über die Anlage ausgestrahlt. http://www.teracom.se/museum (schwedisch)

Die LW-Sendestation in Grimeton: http://www.telemuseum.se/grimeton/defaulte.html (englisch)

Danke an Christian Stödberg in Trollhättan/Schweden für die Infos zum Sender Motala.


BBC Radio 4 Droitwich & Co. 198 kHz
Annähernd im geografischen Zentrum des Südteils der Britischen Hauptinsel gelegen, war Droitwich knapp südlich von Birmingham ein idealer Standort für einen Langwellensender. Dieser nahm am 07.10.1934 mit 150 kW seinen Betrieb auf 200 kHz auf. Später wurde an diesem Standort auch ein weiterer Langwellensender mit 100 kW auf 167 kHz betrieben.

Von 25.07.1925 bis 07.10.1934 war bereits ein 25 kW-Langwellensender in Daventry (etwa 80 km westlich von Droitwich) auf 187,5 kHz (1927), 193 kHz bzw. 200 kHz (1931) in Betrieb.

Heute wird auf 198 (vor 1986  200) kHz mit 400 kW das Programm von BBC Radio 4 über eine Antenne an zwei je 213 m hohen Masten gesendet. Insgesamt stehen auf dem Gelände in Droitwich 4 Masten. Es werden außer dem Langwellenssender noch 3 Mittelwellensender auf 693 (BBC R. 5 Live, 150 kW), 1053 (Talk Radio UK, 100 kW) und 1215 (Virgin R., 50 kW) kHz betrieben.

Erst 1978 wurde in Burghead (60 km nordöstlich von Inverness, Schottland) und 1980 in Westerglen (50 km südöstlich von Glasgow, Schottland; Antennenmast 152 m top loaded) je ein Langwellensender mit 50 kW Leistung installiert, die im Gleichwellenbetrieb BBC Radio 4 ausstrahlen. In den 90er-Jahren kam noch (ein Kuriosum) ein 4 Watt-Sender im viel befahrenen Dartford-Tunnel unter der Themse östlich von London dazu.

Bilder der Sender Droitwich, Burghead, Westerglen: http://tx.mb21.co.uk/gallery/droitwich/index.asp

Geschichte der BBC: http://www.bbc.co.uk/thenandnow/history/index.shtml

Der älteste BBC-Sender in Daventry: http://www.marconicalling.com/museum/html/objects/photographs/objects-i=1006.173-t=1-n=0.html


Radio Monte Carlo, Roumoules 216 kHz

Radio Monte Carlo besitzt 3 Sendeanlagen, die allesamt wegen der geringen Größe des Fürstentums in Frankreich liegen.

Am 20. März 1942 unterzeichnete das Fürstentum Monaco einen Pachtvertrag mit "Radio Monte Carlo", womit der Betrieb einer kommerziellen Rundfunkstation von dessen Territorium aus möglich wurde. Am 12. Juli 1943 begannen die Sendungen auf 1240 kHz. Nach der Sprengung der Sendeanlage durch deutsche Truppen im August 1944 dauerte es bis zum 23. Juni 1945, ehe über einen provisorischen Sender und unter alliierter Kontrolle die Programme wieder aufgenommen werden konnten.

Am 10. Oktober 1945 nahm die Sendeanlage Fontbonne am Berg Agel bei Turbie im Hinterland von Monaco mit 10 kW auf 731 kHz den Betrieb auf. 1950 wechselte der auf 120 kW verstärkte Sender auf 1466 kHz. 1965 erfolgte eine Verstärkung auf 400 kW. Weiters wurde über einen 30 kW-Kurzwellensender gesendet. Heute befinden sich am Berg Agel 3 Kurzwellensender (2x 100 kW, 1 x 500 kW), welche von "Trans World Radio" genutzt werden.

In La Madone, etwas nördlich von Agel, wurde ein neues LW/MW-Sendezentrum errichtet. Auf 218 kHz nahm im März 1965 ein 1200 kW-Sender den Betrieb auf, der 1974 durch die Anlage in Roumoules abgelöst wurde. 1974 erfolgte die Installation von 2 MW-Sender zu je 600 kW in La Madone, die sowohl einzeln auf den beiden Frequenzen 701 (seit 1978  702) kHz und 1466 (seit 1978  1467) kHz als auch zusammen geschaltet werden konnten.

Für das seit 1974 auf 701 (heute 702) kHz gesendete italienische Programm kam vorerst der alte 10 kW-Sender in Fontbonne zum Einsatz, während auf 1466 kHz mit 1200 kW gesendet wurde. Ab 1977 wurde das italienische Programm (von 7:00 bis 20:00 Ortszeit) auf 701 kHz mit 1200 kW ausgestrahlt. Auf 1466 kHz kam für das französische Programm tagsüber der 400 kW-Sender in Fontbonne zum Einsatz, während am späten Abend die Programme von "Trans World Radio" mit 1200 kW ab La Madone gesendet wurden. Da Rundstrahlantennen verwendet wurden, führte die hohe Sendeleistung zu erheblichen Störungen anderer Stationen, die auf den gleichen Frequenzen arbeiteten. Im Genfer Wellenplan wurden daher für RMC niedrigere Sendeleistungen festgelegt: auf 702 kHz 300 kW, auf 1467 kHz 1000 kW. Dennoch war das MW-Signal von RMC auf 702 kHz begünstigt durch die ideale Ausbreitung über Seewasser im fernen Rom mit Ortssenderqualität zu empfangen (eigene Beobachtung 1982). Da Radio Monte Carlo heute über zahlreiche eigene UKW-Sender in Italien verfügt, wird heute auf 702 kHz nur mehr das Lokalprogramm über einen 1984 angekauften 50 kW-Sender ausgestrahlt.

Die heutige Langwellen-Sendeanlage wurde erst 1974 bei Roumoules in der Nähe von Tarbes in der Provence, fast 100 km westlich von Monaco und 50 km im Landesinneren errichtet. Die beiden je 1000 kW starken Sender strahlen auf 216 (vor 1986  218) kHz im Parallelbetrieb über eine aus 3 je etwa 300 m hohen Masten bestehenden Antennenanlage mit Richtwirkung Nordwest. Als Ersatzantenne steht ein 330 m hoher Mast zur Verfügung. 1983 wurde ein dritter 1000 kW-Sender (als Reserve) beschafft. Seit 1976 wird allerdings mit nur 1400 kW auf Langwelle gesendet.

1987 wurde statt der mit Rundstrahlantenne betriebene Sendeanlage in La Madone auf 1467 kHz eine aufwändige Richtantennenanlage in Roumoules in Betrieb genommen. Diese Antennenanlage besteht aus 5 je 100 m hohen Masten, die folgende Senderichtungen zulassen:

- Vereinigtes Königreich 325°
- skandinavische Länder und Nordost-Europa 25°
- Osteuropa 85°
- Spanien, Portugal, Nordafrika 241°
- Italien und Griechenland 150°

Die Anlage wird mit 1000 kW betrieben.

Infos: http://www.rmcstory.fr.fm (französisch)

Infos & Foto: http://perso.wanadoo.fr/monte-carlo-radiodiffusion/anglais/indexan.htm (englisch; im Text einige Daten, die im Widerspruch zu anderen Daten stehen)

Offizielle Website von RMC: http://www.rmc.mc


Polskie Radio, Solec Kujawski 225 kHz
Dieser Sender wurde erst am 4. September 1999 wieder eröffnet, nachdem Jahre lang ein Provisorium mit 400 kW Leistung in Raçzýn benützt wurde, um Polen mit dem ersten Programm auf Langwelle zu versorgen.

Der Sendemast am ursprünglichen Standort in Konstantynów nahe Płock (100 km nordwestlich von Warschau) war mit 646,38 m das höchste jemals auf der Welt errichtete Bauwerk. Diese 2000 kW-Anlage wurde am 22. Juli 1974 eröffnet. Bei Renovierungsarbeiten stürzte der Mast am 10. August 1991 in sich zusammen.

Man wollte die Anlage sofort wieder aufbauen, jedoch wehrten sich die Bewohner vor allem des nahen Dorfes Gąbin dagegen, da sie wegen der hohen Feldstärke um ihre Gesundheit fürchteten. 1995 wurde entschieden, die Anlage an einem anderen geeigneten Standort zu errichten, den man in Solec Kujawski an der Weichsel etwa 15 km südöstlich der Stadt Bydgoszcz und etwa 200 km nordwestlich von Warschau, fand. Während aber der alte Standort bei Gąbin ziemlich genau im geografischen Zentrum Polens lag und das Land mit einer Rundstrahlantenne versorgen konnte, war in Solec Kujawski eine Richtantenne mit 2 Masten notwendig, wobei über einen 330 m hohen oben gespeisten Mast gesendet wird, und ein 289 m hoher Mast etwa 330 m südöstlich davon zur Erzielung einer Richtwirkung nach Südost dient. Die Sendeleistung beträgt 1000 kW.

Infos zum alten Mast: http://www.zb.eco.pl/gb/19/gabin.htm (englisch)

Der erste Langwellensender in Polen (in Raszyn, ca. 10 km südwestlich Warschau gelegen) wurde am 24. Mai 1931 in Betrieb genommen. Er war damals mit 120 kW der stärkste Sender in Europa überhaupt. Als Antenne diente ein 280 m hoher abgespannter Mast. Es wurde zunächst auf 212,5 kHz, ab etwa 1933 auf 230 kHz gesendet. Die Anlage wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Erst am 22. Juli 1949 ging in Raszyn ca. 40 km südwestlich von Warschau wieder ein 200-kW-Langwellensender in Betrieb. Der Sendemast von 335 m war damals der höchste in Europa. 1958 erfolgte eine Leistungsverstärkung auf 600 kW. Zwischen 1974 und 1978 diente der Langwellensender als Reserve für Konstantynów. Von 1978 bis 1991 wurde tagsüber ein 2. Programm auf 198 kHz ausgestrahlt. Nach dem Einsturz des Mastes in Konstantynów kam Raszyn wieder auf 225 kHz zum Einsatz. Von 1999 an wurde die Anlage tagsüber auf 198 kHz mit 200 kW benützt, ehe am 30. Juli 2009 aus Kostengründen der Betrieb eingestellt werden musste.


schon Geschichte: Danmarks Radio, Kalundborg 243 kHz
1927 wurde in einer Bucht am Westzipfel der dänischen Insel Seeland ein Rundfunksender errichtet. Der Standort wurde gewählt, weil er annährend im geografischen Zentrum von Dänemark liegt. Die Wasserflächen Richtung Westen begünstigen außerdem die Ausbreitung der Radiowellen.

Die T-Antenne aus 4 parallel verlaufenden, je 160 m langen Drähten war an 2 je 105 m hohen, 220 m voneinander entfernt und frei stehenden Stahlgittermasten aufgehängt. Der Sender selbst kam von Western Electric und brachte eine Leistung von 7,5 kW. Gesendet wurde zunächst auf 260 kHz. Die vorübergehend genutzte Frequenz von 178 kHz musste aufgegeben werden, da ab 1928 der Deutschlandsender aus Zeesen bei Berlin auf 182,5 kHz sendete. Am 15.01.1934 wurde ein 60 kW-Sender von Standard Electric in Betrieb gesetzt und die Frequenz auf 238 kHz, am 02.04.1936 schließlich auf 240,5 kHz geändert. Am 15.03.1950 kam es erneut zu einer geringfügigen Frequenzänderung nach 245 kHz.

1953 erfolgte der Umbau der Langwellenantenne. Die beiden Maste wurde auf 118 m erhöht und erhielten je eine Traverse von 20 m Breite zur Aufnahme von 8 Leitungen als Dachkapazität. Die Maste der sogenannten Alexanderson-Antenne bilden die strahlenden Elemente, angepasst durch Verlängerungsspulen in den Mastspitzen. Aktiv angespeist wird jedoch nur der nahe am Sendergebäude stehende Mast. Ursprünglich erfolgte die Abstimmung so, dass eine leichte Richtwirkung nach Nordwesten erzielt werden konnte, um die Färöer und Grönland besser erreichen zu können. Vor einigen Jahren erfolgte aber die Umstimmung der Induktivität in den mastspitzen zugunsten einer Rundstrahlcharakteristik.

Am 21.06.1954 wurde ein Sender von Marconi mit 150 kW Leistung installiert. Die letzte Frequenzänderung erfolgte am 01.02.1990 auf 243 kHz.

Am Standort Kalundborg wurde am 01.10.1951 auch ein Mittelwellenssender mit 60 kW auf 1061 (ab 1978  1062) kHz in Betrieb genommen. Dafür wird ein 147 m hoher abgespannter Stahlgittermast als Antenne verwendet, der 900 m vom Stationsgebäude entfernt am Ende einer Landzunge elektrisch gesehen mitten im Meer steht, was optimale Ausbreitungsbedingungen gewährleistet.

Die heute benutzen Sender von AEG-Telefunken (3 x 300 kW, davon 1 Reserve für LW & MW) wurden am 15.11.1982 (300 kW auf 243 kHz) und am 21.03.1982 (250 kW auf 1062 kHz) in Betrieb genommen. Zuvor wurde auch die Langwellen-Antennenanlage renoviert bzw. ausgebaut.

Am 03.01.2007 wurde entschieden, den Langwellensender auf 243 kHz endgültig still zu legen. Die Abschaltung erfolgte am 15.02.2007 um 00:15 Uhr. Die Mittelwelle 1062 kHz bleibt noch zumindest bis zum 31.12.2010 in Betrieb, allerdings auf wenige Stunden pro Tag eingeschränkt für spezielle Sendungen für Seeleute auf See.

Quelle und Fotos: http://www1.dr.dk/pubs/nyheder/html/programmer/kortboelge/Kalund.jhtml (dänisch)

Alte Postkarten vom Sender: http://hjem.get2net.dk/eclipse99/postkort/gisselore.html


schon Geschichte: YLE Lahti, Finnland 252 kHz

Von 1926 bis 1993 betrieb auch Finnland einen Langwellensender in Lahti etwa 100 km nordöstlich der Hauptstadt Helsinki.

Schon 1924 begannen einige Radioamateure mit Sendungen. 1926 wurde in Lahti die Finnische Rundfunkgesellschaft gegründet (Oy Suomen Yleisradio Ab). Im Frühjahr 1927 wurden von der deutschen Firma Lehmann & Co. 2 je 150 m hohe frei stehende Stahlgittermasten im Abstand von 316 m errichtet, zwischen denen die T-Antenne aufgehängt wurde. Diese Masten prägen bis heute das Stadtbild von Lahti. Am 22. April 1928 ging der erste 40 kW starke Langwellensender (von Telefunken) auf 167 kHz in Betrieb, wurde aber vorerst aus Kostengründen nur mit 25 kW betrieben. Zuvor gab es in Finnland nur einen 1,5 kW starken Mittelwellensender in Helsinki. 1929 wurde dann die Leistung auf 40 kW erhöht und die Frequenz etwa 1933 auf 262 kHz geändert. 1935 wurde eine neue Anlage mit einem 150 kW-Sender von Marconi gebaut. Sie sendete bis zunächst auf 160 kHz, ab 1950 auf 254 bzw. ab 1990 auf 252 kHz. Von 1938 bis 1949 waren in Lahti auch Kurzwellensender in Betrieb (insges. 4 Sender mit je 1 kW Leistung). Später wurde aber der Standort Pori an der Westküste zum Kurzwellen-Sendezentrum ausgebaut.

1953 gingen schließlich zwei je 100 kW starke Langwellensender in Betrieb, die zusammen geschaltet 200 kW Sendeleistung erbrachten und bis zur Einstellung des Senders 1993 in Betrieb waren. Die Frequenz war 252 (bis 1990  254) kHz.

Neben Lahti waren in Finnland nach dem 2. Weltkrieg weitere Langwellensender geringerer Leistung z.B. in Kuopio (253 kHz) und Joensuu (1 kW, 271 kHz) in Betrieb. Die Station Oulu sendete von den 30er-Jahren an bis Ende der 70er-Jahre auf der ungewöhnlichen Frequenz 433 kHz mit zuletzt 15 kW.

Weitere Infos dazu: http://www.oldradio.com/archives/international/finland.html

 
 letzte Änderung: 31.07.2009

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