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| 1945 - Neubeginn | ||||
| Der "Reichssender" Linz sendete auf 1267 kHz bis Kriegsende am 5. Mai 1945. Während die Studios durch die Bombenangriffe weitgehend zerstört wurden, blieb die Sendeanlage am Freinberg intakt. Die von der SS vorbereitete Sprengung des Senders konnte durch das listreiche Vorgehen einiger Rundfunktechniker vereitelt werden. | ||||
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Nach Gründung des
Österreichischen Rundfunks durch Vereinigung von Radio Wien mit den
Sendergruppen "Rot-Weiß-Rot" und Alpenland (Die
Landessender Innsbruck und Dornbirn folgten erst 1955) am 18. Juli
1954 sollte die Frequenz auf 520 kHz geändert werden, was aber
offensichtlich durch die Kürzung des Sendemastes sehr ungünstig
gewesen wäre und daher unterblieb. Man blieb daher auf 1394 kHz, was zu ernsthaften
Störungen mit dem auf der gleichen Frequenz sendenden Station Graz-St. Peter
führte, welcher im Winter 1954/55 sogar tagsüber den Betrieb
einstellen musste, um den Sender Linz nicht zu stören. Am 26. August 1955 konnte man auf 890 kHz wechseln, da der US-Armeesender KOFA („Blue Danube Network“), welcher bis 1955 auf 881 kHz und 1955 auf 890 kHz sendete, am 14. August 1955 den Betrieb eingestellt hatte. Die neue Frequenz erwies sich zumindest tagsüber als geeignet, um in nahezu ganz Oberösterreich ein gutes Signal zu bewirken. Nachts verursachten aber Sender in der Ukraine und in Algier, die auf der gleichen Frequenz sendeten, arge Störungen in jenen Regionen des Bundeslandes, die weiter als 20 km von Linz entfernt lagen. Dennoch blieb man mangels besserer Alternativen bis zur Einstellung des MW-Sendebetriebes von "Österreich-Regional", wie sich das Zweite Programm damals nannte, im September 1977 auf 890 kHz. Im Oktober 1957 wurde der Sendemast einer umfassenden Renovierung unterzogen. Währenddessen musste das Programm über einen 1 kW-Ersatzsender und Behelfsantenne ausgestrahlt wurde, was zu zahlreichen Beschwerden führte, da der Sender über eine wesentlich geringere Reichweite verfügte. Bei dieser Renovierung bekam der Mast offenbar wieder einen "Aufbau" zur besseren Anpassung an die Sendefrequenz und misst seitdem 146 m. 1965 wurde der Telefunkensender - Baujahr 1925 - gegen zwei neue Sender zu je 10 kW ausgetauscht, die parallel betrieben wurden. Der Ende der 1940er-Jahre einsetzende "Kalte Krieg" veranlasste die die Amerikaner dazu, die russische Besatzungszone (das heutige Niederösterreich, ein Teil von Wien, das Burgenland und Oberösterreich nördlich der Donau) verstärkt mit ihren Programmen zu versorgen. In Wien wurde im August 1951 auf dem Wilhelminenberg (im Westen von Wien gelegen) ein Sender in Betrieb genommen, der jedoch anfangs nur mit verminderter Leistung arbeiten durfte (20 kW statt geplanten 100 kW), um die anderen - schwächeren - Wiener Sender nicht zu stören. |
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| 1952 - Der größte Sender Österreichs in Kronstorf | ||||
| In Oberösterreich planten die Amerikaner den Bau einer Großsendeanlage mit Richtantenne bei Kronstorf direkt der Grenze zu Niederösterreich, das von den Sowjets besetzt war. Nach ursprünglichen Plänen sollte sie aus 4 Masten (1 x 300 m, 3 x 160 m) bestehen; die Sendeleistung sollte 120 kW betragen. Im August 1950 war Baubeginn für eine 3-Mast-Anlage (1 x 274 m, 2 x 137 m). Während die gesamte Sendetechnik aus den USA kam (Sender vom Hersteller "Westinghouse" in Pittsburgh), wurden die Masten und das Sendergebäude - in einer Zeitung als "Holzhütte" mit Teerpappendach bezeichnet - von lokalen Firmen errichtet. Die Mastteile kamen aber auch aus den USA. Der mittlere Sendemast war der damals höchste in Westeuropa (in Osteuropa standen 3 höhere), die Sendeanlage die größte jemals in Österreich bestehende. Am 1. März 1952 wurde auf 773 kHz mit 50 kW der Sendebetrieb aufgenommen, am 27. Oktober 1952 wurde die Leistung auf 100 kW erhöht. | ||||
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| In
Oberösterreich gab es aber bald Ärger. Ab Juni 1952 war das Programm der
Sendergruppe "Rot-Weiß-Rot" nur mehr über die Sendeanlage Kronstorf
zu hören. Diese hatte aber eine ausgeprägte Richtwirkung nach Osten.
Die Folge war, dass wegen des schwachen Signals zahlreiche Beschwerden
aus den westlichen und nördlichen Landesteilen von Oberösterreich kamen.
Gerade Linz lag in jener Richtung, in der die Antennenanlage die größte
Signalabschwächung aufwies, wodurch die
Feldstärke wesentlich geringer war und elektrostatische Störungen plötzlich zum Problem
wurden. Zusätzlich kam es in Linz bei älteren und
einfachen Radioapparaten zu starken Interferenzstörungen mit dem Linzer US-Armeesender KOFA, welcher seit 1950 auf 881 kHz
sendete (Leistungsangaben
schwanken zwischen 750 Watt und 1 kW; vor 1950 wurde auf 629 kHz gesendet,
1950 kurzzeitig
auf 773 kHz). Die
Situation verschlimmerte sich
noch, als ab November 1952 der Freinberg-Sender auf 890 kHz mit 5 kW das Programm von
KOFA ausstrahlte. Wegen der Störungen wurde aber offensichtlich
wieder auf die
alte 1 kW-Sendeanlage auf 881 kHz gewechselt, wie aus Sendertabellen dieser Zeit
hervor geht. Am 15. März 1954 wurde die Sendergruppe "Rot-Weiß-Rot" an den Österreichischen Rundfunk übergeben. Es erfolgte eine Neuordnung der Programme und der Frequenzen. Der Sender Kronstorf wechselte am 18. Juli 1954 von 773 auf 584 kHz und strahlte das 1. Programm aus. |
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Doch nach dem Abzug der Alliierten war die riesige Sendeanlage in
Kronstorf ohne praktischen Nutzen. Sie wurde daher in der zweiten
Jahreshälfte 1956 bis auf den Nordmast (137 m) demontiert. Die beiden
zerlegten Maste (Südmast 137 m, Mittelmast 274 m) wurden für die Erneuerung des im Krieg zerstörten
Senders Bisamberg bei Wien
verwendet, welcher 1959 mit 2 x 150 kW (Nominalleistung, tatsächlich 4 x
120 kW) in Betrieb ging. Die beiden wieder aufgebauten Maste -
jetzt 265 und 120 m hoch - stehen auch heute noch dort. Am 6. November 1955 wechselte der Sender Kronstorf
auf
1025 kHz. Dabei blieb es bis zur Betriebseinstellung im März 1994. Ein Grund für den Abbau der beiden Maste in Kronstorf war auch ein Rechtsstreit, der nach der Vertragskündigung durch die Amerikaner am 11. November 1955 ausgetragen wurde. Die insgesamt 38 Hektar Land für die Anlage pachteten die Amerikaner von den Bauern zu einem Fixbetrag. Durch die Inflation war der Pachtbetrag bald geringer als der entgangene Fruchtertrag. Die Übergabe der Sendeanlage an den Österreichischen Rundfunk wurde daher genützt, um eine Entschädigung so wie einen Abbau der Sendeanlage zu fordern. Im Vertrag mit den Amerikanern war nämlich angeführt, das die Sendeanlage abzubauen wäre, wenn sie nicht mehr benötigt würde. Der Österreichische Rundfunk einigte sich mit den Grundbesitzern darauf, nur den einen benötigten Sendemast stehen zu lassen und für die dafür beanspruchte 6 Hektar große Grundfläche einen angemessenen Pachtzins zu zahlen. |
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| 1995 - Das Ende des "Mittelwellen-Zeitalters" | ||||
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Zeitweise wurde der Standort
Kronstorf auch für Kurzwellensendungen eingesetzt. Diese Sendungen
begannen im Dezember 1954 mit einem 4 kW-Sender.
Die Sendungen ab Kronstorf
erfolgten bis 1967, als der Betrieb der Kurzwellenstation
in Moosbrunn voll angelaufen war. Noch anfangs der 70er-Jahre war die Mittelwelle in Österreich recht populär. Der ORF plante sogar eine Erneuerung und Verstärkung der Sendeanlagen. In Wien-Bisamberg wurde 1975 ein neuer 600 kW-Sender installiert. Für Kronstorf wurde 1976 ein neuer 137m-Mast bei der VOEST in Linz nur angefragt. Die Sendeleistung sollte bei der geplanten Erneuerung der Sendeanlage auf 300 kW erhöht werden.
Denn insgesamt war die Versorgung des Gebirgslandes
Österreichs mit Rundfunk auf MW ein Problem. Ab 1953 versuchte man, mit
vielen Kleinsendern, die Sendeleitungen von meist 50 Watt, vereinzelt
auch 100 bzw. 200 Watt besaßen, zumindest die größeren Orte im Gebirge
und in Randgebieten wie dem Innviertel oder dem oberen Mühlviertel zu
einem vernünftigen Signal zu verhelfen. Diese Sender waren allerdings
nur wenige Kilometer weit störungsfrei zu empfangen.
1968 wurde mit 97
MW-Kleinsendeanlagen, meist mit 2 Sendern für Ö1 und Ö-Regional
ausgestattet, der Höchststand erreicht. Wegen der oft ungenügenden
Reichweite wurden etliche Anlagen auch schnell wieder außer Betrieb
gesetzt. 1971 gab es
z.B. nur mehr 86
MW-Kleinsendeanlagen. Parallel dazu wurde der
Ausbau des UKW-Sendernetzes zügig vorangetrieben. UKW zeigte sich im
Gebirge als wesentlich effektiver als die Mittelwelle. Außerdem konnte
man als Sendestandorte die bereits vorhandenen Fernsehsendeanlagen
benützen. Inzwischen hatten
auch schon nahezu alle verkauften Rundfunkgeräte einen UKW-Teil. Mit der
Parallelausstrahlung der Programme auf UKW wurden daher die MW-Hörer
immer weniger.
Die beiden anderen Sender in Wien und Dornbirn wurden am 1. Jänner 1995 abgeschaltet. Der Antennenmast bei Dornbirn dient jedoch weiter als Träger für UKW- und TV-Sendeantennen. Der Sender Wien-Bisamberg wurde am 21. März 1997 wieder aktiviert, wobei mit 60kW ein Mischprogramm aus Ö1, ROI und verschiedenen gemeinnützigen Organisationen gesendet wird. Im Sommer 1999 wurde sogar der 600kW-Sender wieder aktiviert, um unter dem Titel "Nachbar in Not" Programme ins Kriegsgebiet Jugoslawiens auszustrahlen. Gegen Ende des Jahres 2000 wurde am Bisamberg ein neuer 100kW Sender (transistorisiert und luftgekühlt) installiert, da den bisher verwendeten schon etwas altersschwachen 120kW-Sender zu ersetzen. Der neue Sender ist derzeit mit verminderter Leistung von 60kW in Betrieb und sendet täglich ab 18 Uhr. |
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| letzte Änderung: 16.04.2007 |
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