Generhaltungsprojekt Waldschaf

"Man glaubt für gewöhnlich, es gäbe keine Steigerungsform von tot. Dies gibt´s aber doch: ausgestorben!"        (Martin Kessel)


Diese Seite soll einen Überblick über den Stand der Erhaltungszucht der vom Aussterben bedrohten Rasse Waldschaf
sowie über die besonderen Eigenschaften und Produkte der Waldschafe geben.
Erstmalige Veröffentlichung: Oktober 1999; letzte Aktualisierung: März 2017

Arbeitsgemeinschaft
Generhaltungszucht Waldschaf 
Ó  Kjäer  1999 - 2017

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Folgende Informationen sind bisher verfügbar:

Generhaltungsprogramm

Geschichte des Waldschafs

Rassebeschreibung

Erhaltungszucht, Entwicklung seit 1987

Besondere Leistungsmerkmale

Waldschaf - Mischwolle  

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Generhaltungsprogramm

Das österreichische Programm zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Schafrasse Waldschaf hat zum Ziel, die gesamte noch vorhandene genetische Breite innerhalb der Rasse nach Möglichkeit als lebende Genreserve für die Zukunft zu erhalten. Tiere mit Erbfehlern sowie nicht rassetypische Tiere oder solche mit eindeutig schlechter Veranlagung sind von der Zucht auszuschließen.  


Rassebeschreibung

Das Waldschaf ist ein kleines bis mittelgroßes, meist weißes Schaf; es kommen aber auch schwarze, graue, braune oder gescheckte Tiere vor. An den unbewollten Stellen, besonders am Kopf, treten bei den weißen Schafen oft dunkle Pigmentflecken auf.
Der Kopf mit bewollter Stirn ist meist gerade, bei den Widdern gerade bis leicht geramst. Die Tiere tragen ihre kleinen Ohren beinahe waagrecht abstehend (keine Schlappohren). Beide Geschlechter können sowohl behornt als auch unbehornt sein. Waldschafe sind feingliedrig und haben einen langen, bewollten Schwanz.
Es wird ausdrücklich Wert darauf gelegt, die große Variabilität im Exterieur, die durch die verschiedenen Urpopulationen (Schläge) bedingt ist, zu erhalten (Das typische Waldschaf ist ein untypisches!).

Charakteristisch für viele alte Rassen und auch für das Waldschaf ist die Mischwolle. Sie besteht aus dem groben Kurz- oder Stichelhaar (Kemp), dem Lang- oder Grannenhaar (Heterotype) und den sehr feinen Wollfasern (Wool fibres), die den Hauptanteil bilden. Im Unterschied zu anderen alten Rassen (z.B. Steinschaf, Tiroler Steinschaf, Brillenschaf oder Krainer Steinschaf) weisen die direkt vom Zaupelschaf abstammenden Waldschafe in ihrer Mischwolle einen relativ hohen Anteil an Wollfasern auf.

Waldschafe haben einen asaisonalen Brunstzyklus mit Schwerpunkt der Geburten im Winter. Sie lammen meist 3 mal in 2 Jahren, zum Teil auch 2 mal im Jahr. Die Fruchtbarkeit beträgt ca. 180 %.
Ausgewachsene Widder wiegen ungefähr 55 - 80 kg und die Mutterschafe etwa 35 - 60 kg. Die Tiere sind besonders leichtfuttrig und zeichnen sich durch Robustheit, Wetterhärte, Leichtlammigkeit und Krankheitsunanfälligkeit aus. Die Muttereigenschaften sind sehr gut, sodass die Aufzuchtrate beachtlich hoch ist.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht vom Waldviertel über das Mühlviertel, den Böhmerwald bis zum Bayerischen Wald. Ehemals waren sie auch in den voralpinen Regionen Bayerns beheimatet.


Besondere Leistungsmerkmale

Die Waldschafe verfügen über eine Vielzahl von meist nicht oder nur schwer quantifizierbaren Leistungsmerkmalen, die es zu erhalten gilt. Dabei handelt es sich besonders um Qualitäten wie:

* Anspruchslosigkeit und beste Grundfutterverwertung
* Eignung zur Landschafts- und Biotoppflege

* Asaisonalität

* Leichtlammigkeit
* sehr gute Muttereigenschaften (hohe Aufzuchtrate)
* hohe Lebensfruchtbarkeit
* Fleischqualität 
* Krankheits- und Parasitenunanfälligkeit
* unempfindliche Klauen
* unempfindliche Euter
* Witterungsunempfindlichkeit
* Wollqualität (Mischwolle!) 


Die Züchter beobachten diese besonderen Fähigkeiten und versuchen sie zu dokumentieren, um ein Bild über die Leistungsbreite der Waldschafe zu gewinnen.

Damit die Erhaltung der ursprünglichen Eigenschaften gefördert wird, ist einer in-situ Haltung (d.h. nach Möglichkeit unter Bedingungen, wie und wo die Tiere früher gehalten wurden: klimatisch, Fütterung etc.) unbedingt der Vorzug zu geben.

Waldschafe eignen sich somit hervorragend für die Grünlandpflege, die extensive und die biologische Kleinlandwirtschaft in den "benachteiligten" Gebieten der Mittelgebirgsregionen mit rauem Klima. Hierbei bietet sich die Waldschafhaltung als Alternative für die nicht mit großem maschinellen Einsatz bewirtschaftbaren kleinstrukturierten und meist im Nebenerwerb geführten Landwirtschaften an.

Fütterungsversuch des LFZ Raumberg-Gumpenstein:
In einem umfangreichen Fütterungsversuch mit Waldschaflämmern sowie Kreuzungslämmern (Waldschaf X Suffolk-Widder) konnte detailliert nachgewiesen werden, dass ein Kraftfuttereinsatz bei reinrassigen Waldschaflämmern keine höheren Tageszunahmen bewirkt!
Zitat: "Bei Waldschafen zeigte ein Kraftfuttereinsatz keine Auswirkungen, weder in den täglichen Zunahmen noch konnten Zunahmen der Fleischfläche nachgewiesen werden. Die Fettauflage hingegen sank bei steigendem Kraftfuttereinsatz."
Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie auch im Downloadbereich unserer Website!

Landschaftspflege:
In einem großen Landschaftspflegeprojekt in Niederösterreich werden seit Jahren sowohl Trockenrasenflächen als auch Überschwemmungsauen durch Beweidung frei gehalten . Informationen dazu unter: www.oviscalis.at .

In Tirol hat sich eine eigene Züchtergruppe zur Verbreitung des Waldschafs zur Almbewirtschaftung gebildet. In mehrjährigen Versuchen erwisesn sich die Waldschafe als den alteingesessenen aber inzwischen stark auf Masse gezüchteten Schafrassen als überlegen. Informationen sowie Fotos von Waldschafen im alpinen Gelände siehe: www.waldschaf.net .

In Oberösterreich sowie im Burgenland werden ebenfalls größere Waldschafbestände in Zusammenarbeit mit Natur- und Lanschaftsschutzbehörden sowie Naturschutzorganisationen zur Landschaftspflege eingesetzt.


Kontakt:

waldschafe @ aon.at

oder:
ArGe Waldschaf
H. Kjäer, Dipl.Ing.
Kriegwald 18, A-4162 Julbach
Tel: 07288 8535,    FAX: 0732 2100 223 221


Landesverband für Schafzucht in Oberösterreich
Auf der Gugl 3
A-4021 Linz
Tel. 0732 6902
volker.krennmair @ lk-ooe.at


Links

Österreichische Naturschutzjugend Haslach (önj)

Österreichische Nationalvereinigung für Generserven (ÖNGENE)

GEH (Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen Deutschland)

Geschichte des Waldschafes, gestaltet von der deutschen GEH

Informationszentrum für Genetische Ressourcen (IGR) Deutschland

Innung der Kleidermacher Oberösterreich, Adressen von Tweed-Verarbeitern

PC-Programm OPTIMATE zum Management gefährdeter Rassen von der Tierärztlichen Hochschule Hannover

Schafzuchtverband Oberösterreich

Manufaktur Haslach, Waldschaftweed

Arche Austria Österreich

www.muehlvierteln.at , Spezialitätenkoch aus dem Mühlviertel

www.waldschaf.net , Almbewirtschaftung mit Waldschafen in Tirol

Landschaftspflege mit Waldschafen in Niederösterreich, Trockenwiesen und Überschwemmungsauen, Landschaftspflegehof Klaffl

 


Aktuelles:

7. 2. 2013:
Diese Website wird derzeit aktualisiert. Einige Teile wurden bereits völlig neu gestaltet sowie um zusätzliche Informationen erweitert.
Ab sofort steht auch ein Download-Bereich bereit, der nach und nach mit weiteren Informationen ergänzt werden soll.

Sollten Ihnen Fehler auf der Website auffallen, so würden wir uns über einen Hinweis darauf freuen: waldschafe @ aon.at

Seit kurzem sind wir als "Arbeitsgemeinschaft Generhaltungszucht Waldschaf" auch auf facebook zu finden!