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Australien

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ALLGEMEINES ÜBER AUSTRALIEN

1)Geographie

Australien liegt mit seiner gesamten Fläche auf der Südhalbkugel. Der "lnselkontinent" erstreckt sich zwischen Pazifischem und Indischem Ozean. Wegen seiner isolierten Lage wird er von seinen Bewohnern oft "Down Under"- etwa "Unten Drunten" genannt. Von Nord nach Süd dehnt es sich (mit Tasmanien) über knapp 3700 km aus-, seine West-Ost-Erstreckung beträgt rund 4000 km. Mit einer Küstenlinie von rund 36.750 km und einer Fläche von annähernd 7,7 Mio. kM2 (einschließlich Tasmanien und vorgelagerter Inseln) ist Australien fast so groß wie das Festlandgebiet der USA ohne Alaska. Flächenmäßig rangiert es damit unter allen Ländern auf unserem Globus an sechster Stelle.

Geologische Entwicklung

Australien zählt entwicklungsgeschichtlich zu den geologisch ältesten Landmassen der Erde. Rund drei Viertel des Erdteils bestehen aus einem weiten Flachland. Australien ist ein Fragment von Gondwanaland, einem jener beiden "Superkontinente" des Erdaltertums, die vor rund 200 Mio. Jahren entstanden, als sich die Landmasse unseres Planeten etwa am Äquator teilte. Die riesige Landscholle von Gondwana begann vor etwa 100 Mio. Jahren , im mittleren Mesozoikum, auseinander zubrechen. Während sich Afrika und Indien loslösten und in verschiedene Richtungen wegdrifteten, blieben Südamerika, die Antarktis und Australien zunächst noch miteinander verbunden.

Australien trennte sich von der Restmasse von Gondwanaland erst vor rund 60 Mio. Jahren und bewegte sich langsam in Richtung Norden, wo es vor etwa 15 Millionen. Jahren mit der pazifischen Erdkruste zusammenstieß. Während des Mesozoikums (vor 200 - 60 Mio. Jahren) sowie während des Tertiärs (vor 60 - 2 Mio. Jahren) waren ausgedehnte Landmassen Australiens überflutet. Zudem drang von Norden her das Meer ein. Binnenseen und das Meer lagerten mächtige Gesteinsschichten aus Jura und Kreide ab, die für das unterirdische Wasserreservoir Australiens eine sehr große Bedeutung spielten.

Tektonische Bewegungen ließen im Tertiär das heutige Relief Australiens entstehen. Entscheidende Veränderung erfuhr das Landschaftsbild Australiens schließlich während einer starken klimatischen Abkühlung in der Übergangsphase vom Tertiär zum Quartär (vor rund 2,5 -2 Mio. Jahren). Infolge der Eiskappenbildung auf der Antarktis senkte sich der Meeresspiegel, das Binnenmeer verebbte, die Seen trockneten aus. Australien begann, das zu werden, was es heute ist: der trockenste Kontinent der Erde. Erst mit dem Ende der letzten Eiszeit vor ungefähr 10 000 Jahren war der Veränderungsprozess abgeschlossen. Neuguinea und Tasmanien wurden vom Festland getrennt, und die heutigen Küstenlinien entstanden.

Geographische Landschaftsgruppen und -gliederung

Als Endresultat einer langen geologischen Entwicklung präsentiert sich Australien heute als extrem flaches Land. Seine durchschnittliche Höhe beträgt weniger als 300m. Der fünfte Kontinent zeigt eine relativ einfache Gliederung. Nach der Oberflächengestalt lassen sich folgende drei Großregionen unterschieden:'

Westaustralisches Tafelland Mittelaustralische Senke Ostaustralisches Hochland

Westaustralisches Tafelland

Geologisch betrachtet stellt das Westaustralische Tafelland die älteste Gesteinsformation des Kontinents dar. Zum größten Teil besteht es aus dem sogenannten Westaustralischen Schild, einem Granitschild aus dem Präkambrium. Das durchschnittlich etwa 300-500 m hohe, leicht gewellte Tafelland erstreckt sich von der Westküste bis zu einer imaginären Linie, die vom Carpentaria-Golf im Norden bis zum Spencer-Golf im Süden verläuft. Das Tafelland nimmt etwa 60 % des Kontinents ein.

Mittelaustralische Senke

Die Mittelaustralische Senke, ein Sedimentbecken, das in früheren geologischen Zeitalter häufig von einem seichten Binnenmeer überflutet war, durchzieht Australien in wechselnder Breite vom Golf von Carpentaria im Norden bis zum Spencer-Golf an der Südküste. Ein Großteil des australischen Kontinents ist ohne Abfluss zum Meer. Das ist die Voraussetzung für die Existenz des Großen Artesischen Beckens, jener gigantischen Grundwasserblase, die sich in Jahrmillionen unter der Oberfläche der Nüttelaustralischen Senke angesammelt hat.

Ostaustralisches Hochland

Entlang der Pazifikküste, von der Cape York Peninsula im Norden bis zur Insel Tasmanien im Süden, erstreckt sich das 3200 km lange Ostaustralische Hochland. Diese Reihung von zusammengeschobenen Hochplateaus mit dem Namen Great Dividing Range ist in ihrer Grundstruktur vor rund 50 Mio. Jahren entstanden. Eiszeitliche Gletscher hinterließen ihre Spuren im zentralen Hochland Tasmaniens und im Bereich der Australischen Alpen im Südosten Australiens. In dieser Region, wo der Transaustralische Gebirgszug etwa 300 km breit ist, findet man auch die höchsten Berge (z.B. Mt. Kosciusko mit dem höchsten Gipfel Australiens 2230 m). Im tropischen Teil von Queensland liegt das Hochland meistens nur noch um 600-900 m über dem Meeresspiegel.

Klima und Vegetation

Australien liegt im Bereich des tropischen und des subtropischen Klimas. Der Südostpassat bringt an der Ostküste während des ganzen Jahres reichliche Niederschläge (1 000 mm). Auf der Leeseite des Ostaustralischen Randgebirges und im Tiefland fallen nur noch 500 mm Niederschlag. In den Wüstengebieten im Zentrum Australiens ("Das tote Herz") beträgt die jährliche Niederschlagsmenge weniger als 100 mm. Der Monsun beherrscht das nördliche Australien mit seinen sommerlichen Niederschlägen und der Trockenheit im Südwinter. Durch die heftigen Sturzregen nach dem Zenitstand der Sonne (Zenitabregen) schwellen die Flüsse stark an, so dass es zu starken Überschwemmungen kommt, welche die fruchtbare Bodenkrume von den Hängen spülen. In der langen Trockenzeit schrumpfen die Flüsse zu vereinzelten Wasserlöchern zusammen oder trocknen ganz aus. Die einzigen ständig wasserführenden Flüsse sind der Murray und der Darling. In den abflusslosen Becken im Inneren Australiens versickern die periodisch wasserführenden Wasseradern. Die abflusslosen Salzseen ändern mit dem Niederschlag ständig ihre Größe. Überall legte man große Stauseen als Wasserspeicher an oder leitete Flüsse um.

Im Südosten Australiens und auf Tasmanien ist das Klima gemäßigt, die Niederschläge sind über das ganze Jahr verteilt, so dass hier für die europäische Bevölkerung das Klima am günstigsten ist. Im südlichen und zentralen Queensland scheint die Sonne durchschnittlich 2500 Stunden (Deutschland 1400 Stunden) und verleiht diesem Gebiet den Charakter einer Ganzjahres-Urlaubsregion. Der australische Sommer dauert von Dezember bis Februar, der Herbst von März bis Mai, der Winter von Juni bis August und der Frühling von September bis November. Die Westwinde bringen dem äußersten Südwesten Winterregen, während die Sommer trocken sind. Im gesamten Inneren des Kontinents herrscht extremes Wüstenklima. Die Niederschläge sind sehr gering, infolge der großen Hitze ist jedoch die Verdunstung sehr hoch. Da aber in manchen Jahren der Regen ausbleibt, kann es zu katastrophalen Dürreperioden kommen, während solcher Zeiten verhungern in den Schaf- und Rinderhaltungsgebieten am Rande der Wüste Millionen von Tieren, weil die Wasserstellen versiegen und die Pflanzen verdorren. Auch außerhalb der Dürrezeit treten Glutwinde, Staubstürme und Buschbrände auf, die der australischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen.

Das Outback

Hinter den schmalen besiedelten Küstenstreifen im Osten, Südosten und Südwesten des australischen Kontinents erstrecken sich über 7 Mio. km² trockene Ebenen und öde Savannen, Wüstensteppen und Steinwüsten, verwitterte Gebirgszüge und karges Weideland, ausgetrocknete Flussbette und gleitende Salzseen. All dies zusammen bezeichnet man als das Outback - das Hinterland, das Land hinter der Zivilisation. Outback ist praktisch überall dort, wo es keine Städte gibt. Es gehört zu den einsamsten Gebieten der Erde, wo die Bedingungen rauh, das Klima extrem und die Entfernungen beängstigend sind. Es gibt Jahre, in denen kein Tropfen Regen fällt, andere, in denen sintflutartige Regengüsse niedergehen. Zu den klimatischen Unbilden kommt noch die Nährstoffarmut des Bodens. Die australischen Böden sind uralt und durch Verwitterungen landwirtschaftlich nicht nutzbar. Außerhalb der wenigen Orte verteilt sich die Bevölkerung des Outback zumeist auf riesigen Schaf- und Rinderfarmen. Der Sprechfunk stellt hier die wichtigste Verbindung mit der Außenwelt dar.

Der Mut der Menschen im Outback, hat das Urbild des typischen Bushie geprägt: hager und sehnig, wettergegerbt und wortkarg. Sie halten zusammen. Literatur, Geschichtsschreibung und der Film schufen in Australien eine ambivalente und oft sentimentale Mythologie des Outback. Einmal erscheint es als Region der Leere und des Scheiterns, als ein Land, wo Durst, Hunger und Hitze europäischen Abenteurern den Tod brachten. Zum anderen wird der Busch glorifiziert als das "wahre Australien", als hartes Land für harte Männer. In der Praxis aber meiden die allermeisten der rund 17 Mio. Bewohner des Fünften Kontinents die menschenleere Weite jenseits der Großstädte.

2)Wirtschaft

Wirtschaft im Allgemeinen

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Australien praktisch ein reiner Agrarstaat (Ausfuhr von Wolle, Weizen und Fleisch). Erst in den Kriegsjahren begann man mit dem Aufbau einer verarbeitenden Industrie. Nach Kriegsende basierte der Aufstieg der australischen Wirtschaft aber weiterhin auf der landwirtschaftlichen Produktion. Die Entdeckung immenser Bodenschätze sowie die politische Stabilität lockte allmählich immer mehr ausländische Investoren (vor allem aus England und den USA) ins Land. Bis 1960 verdoppelte sich die Zahl der Fabriken, die Menge der hergestellten Konsumgüter verdreifachte sich sogar.

In Australien entwickelte sich die größte Mittelklasse-Gesellschaft der Welt mit dem höchsten Lebensstandard nach den USA. Australien entwickelte sich auch als Auswanderungsland mit rosigen Zukunftsaussichten. Eingelullt von ihrem Wohlstand, verschliefen die Australier aber auch selig neue weltwirtschaftliche Trends und globale Veränderungen. Man empfand das jedoch keineswegs als Handicap, solange der Binnenmarkt durch Einfuhrbeschränkungen und Schutzzölle gegen die ausländische Konkurrenz erfolgreich abgeschottet war. Als Großbritannien 1972 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, verlor die australische Landwirtschaft dadurch ihren mit Abstand wichtigsten Überseemarkt. Doch schon bald trat das rohstoffarme Japan an die Stelle Englands als größter Handelspartner. Zur gleichen Zeit aber verpasste Australien im industriellen Sektor den Übergang zur Hochtechnologie. Die jährlichen Wachstumsraten der australischen Ökononne begannen deutlich unter die sieben asiatischen Rivalen (Singapur, Taiwan, Südkorea und vor allem Japan) zu fallen. Im Jahre 1982 kam es auch im Bergbausektor zu Devisenverlusten. Binnen kurzer Zeit verlor der australische Dollar gegenüber der Mark und anderen starken Währungen die Hälfte seines Wertes. Die Arbeitslosigkeit erreichte mit 600.000 Erwerbslosen einen Nachkriegs-Höchststand.

Die Wirtschaft ist weiterhin von dem abhängig, was sich aus dem Land herausholen lässt: Über 70 % des gesamten Exportvolumens sind unverarbeitete mineralische oder landwirtschaftliche Rohstätte, 20 % Industrieerzeugnisse. Auf der anderen Seite muss Australien über 80 % seiner Konsumgüter, vor allem seiner hochwertigen technischen Geräte (EDV-Anlagen, Elektrogeräte, Produkte der Unterhaltungselektronik u. a.) importieren. Häufig fährt man dabei Erzeugnisse ein, die aus seinen exportierten Rohstoffen hergestellt sind. Die einseitige Exportorientierung auf Länder wie Japan, das einen Großteil der australischen Kohle und des Eisenerzes abnimmt, birgt die Gefahr in sich, dass aufgrund schwankender Weltmarktpreise trotz steigender Fordermengen geringere Gewinne erzielt werden. Ein weiterer Grund für die derzeitige, von vielen als desolat eingestufte Situation liegt im Konsumverhalten der Australier, das amerikanischen Gepflogenheiten entspricht.

So hatte die Auslandsverschuldung, die gleich hinter der von Mexiko und Brasilien liegt, Ende 1990 mit über 150 Mrd. A-$ Entwicklungsländerniveau erreicht. Fast ein Viertel der Exporteinnahmen müssen für den Schuldendienst verwendet werden. Zwar wurde 1990 die strukturell bedingte Arbeitslosenquote auf 6,5 % (ca. 500.000 Arbeitslose) gedrückt, doch zog die Inflationsrate auf knapp 8 % an. Gegenwärtig steht Australien an einem wirtschaftlichen Scheideweg: Es kann sich darauf beschränken, weiterhin eine Art riesige Farm sowie gigantischer Steinbruch zu bleiben und es anderen Industrienationen zu überlassen, seine Rohstoffe zu verarbeiten. Oder es kann versuchen, seine Wirtschaftsstrukturen von Grund auf zu modernisieren, um selbst ein bedeutendes Industrieland zu werden. Die Wirtschaftsstrategen planen daher, die Umwandlung des Agrar- und Rohstofflandes zu einem Exporteur von Fertigwaren voranzutreiben.

Landwirtschaft und Viehzucht

Mit gegenwärtig ca. 38 % des gesamten Exportvolumens gelegt die Landwirtschaft weiterhin den zweiten Rang unter Australiens Devisenbringern. An erster Stelle liegen wertmäßig die Wollausfuhren, gefolgt von Erzen, Rindfleisch, Zucker und Molkereiprodukten. Allerdings geraten die australischen Farmer immer mehr zwischen die Mühlsteine der EG-Staaten und er USA, mit deren Subventionen sie auf dem Weltmarkt kaum konkurrieren können. Australien schloss sich 1986 mit 14 anderen Agrarexportländern sogenannten Caims-Gruppe zusammen.

Knapp zwei Drittel der Gesamtfläche Australiens werden landwirtschaftlich genutzt, davon sind allerdings nur 6 % für eine intensive ackerbauliche Nutzung geeignet. Der Ackerbau konzentriert sich auf die relativ feuchten und winterkühlen Küstenregionen des Südostens und Südwestens, die nicht weiter als 500 km ins Landesinnere hineinreichen. Weizen ist die wichtigste der hier angebauten Getreidesorten. Hauptabnehmer für australischen Weizen sind die VR China, Ägypten, die ehemalige UdSSR und Japan. Um die Abhängigkeit von Weizen als Devisenbringer abzubauen, förderte die Regierung die Diversifizierung der landwirtschaftliche Produktpalette. So ist Zucker ein weiteres wichtiges Exportgut. Weitere nennenswerte agrarische Einnahmequellen sind Gerste, Hirse und Sorghum, Baumwolle sowie vor allem auch Obst. Das weite Spektrum reicht von Ananas, Bananen, Mango und Papay um tropischfeuchten Norden über Äpfel sowie Stein- und Beerenfrüchte in den südlichen Regionen bis zu Zitrusfrüchte und Weintrauben auf ausgedehnten, mit modernen Bewässerungssystemen ausgerüsteten Plantagen.

Im Unterschied zum Ackerbau stehen einer extensiven Weidewirtschaft riesige Räume, geographisch als halbtrocken bezeichnet, zur Verfügung. Derzeit bevölkern daher auch rund 165 Mio. Schafe und fast 30 Mill. Rinder den Fünfte Kontinent. Die Schafweiden befinden sich in den Bundesstaaten Neusüdwales und Victoria. Rinderzucht wird in allen Bundesstaaten betrieben. Die australische Landwirtschaft ist in allen Bereichen hochmechanisiert, und die Beschäftigungszahl hat sich daher in den letzten drei Jahrzehnten halbiert.

Bergbau

Ausgelöst wurde der Bergbauboom durch die Entdeckung von Gold in Victoria und Neusüdwale Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Von den Goldfunden gingen die ersten Impulse zur Entwicklung einer eigenständigen Bergbauindustrie aus. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich Australien zu einem der größten Lieferantenmineralischer Rohstoffe entwickelt. In diesem Zeitraum entdeckte man vornehmlich in West- und Südaustralien sowie in Queensland und im Nordterritorium immens große Vorkommen an Stein- und Braunkohle, Eisenerz, Bauxit, Gold- und Silbererzen, Kupfer, Nickel, Mangan, Blei, Zink, Mineralsänden, Uran und Diamanten.

Ein starker Rückgang der Nachfrage auf den internationalen Absatzmärkten brachte die Bergbauindustrie Anfang der 70er Jahre - und 1983/84 gewaltig ins Trudeln. So werden seit Ende der 80er Jahre nur noch wenige neue Förderprojekte in die Wege geleitet.

3)Bezirke

Canberra

Als einzige Großstadt des fünften Kontinents liegt die Hauptstadt Australiens nicht am Meer, sondern etwa 100 km von der Küste entfernt auf dem landschaftlich reizvollen Monaro Tafelland. Die weitläufige Metropole erstreckt sich im knapp 2400 km 2 großen Australian Capital Territory (ACT). Das ACT liegt als Enklave an der südöstlichen Peripherie des Bundesstaates Neusüdwales. Zum Hauptstadtterritorium gehört auch ein schmaler Landstrich um Jervis Bay an der Pazifikküste von Neusüdwales. Etwa 1,6 % der australischen Gesamtbevölkerung, das sind rund 300 000 Menschen, leben im Australian Capital Territory.

Canberra gilt auch als Zentrum für Wissenschaft, Technik und Kultur. Etwa 65 % der Arbeitnehmer sind im öffentlichen Dienst beschäftigt. Industrie gibt es nur wenig.

Stadtgliederung

Das Konzept für den Grundriss Canberras basiert auf Dreiecken und Kreisen. Das Stadtzentrum wird durch einen künstlich aufgestauten See (Lake Burley Griffin) in zwei Bezirke getrennt, die beide einen Mittelpunkt besitzen. Nördlich des Sees der City Hill, südlich davon der Capital Hill. Verbunden werden diese etwa gleich großen Stadtteile durch die Commonwealth Ave. und die Kings Ave. Gleichzeitig bilden diese beiden Hauptverkehrsadern die Schenkel eines Dreiecks, dessen Scheitelpunkt im Capital LEII mit dem neuen Parlamentsgebäude liegt und dessen Grundlinie die am Nordufer des Sees verlaufende Constitutional Ave. darstellt. Diese drei genannten Straßennamen stehen für die Symbole König, Verfassung und Volk.

New South Wales

New South Wales (NSW), oder auch The Premier State genannt, nimmt mit 801 600 kM2 flächenmäßig nur den fünften Rang ein, beherbergt aber mit rund 5,75 Mio. Einwohnern über ein Drittel der Australier. Die Ursachen für diese Bevölkerungskonzentration liegen in den klimatischen und geographischen Bedingungen. Die meisten Bewohner dieses Bundesstaates leben an der Küste.

Neusüdwales läßt sich in vier Regionen gliedern:

in die nur zwischen 30 und 100 km breite, aber sehr fruchtbare Küstenebene (Costal Lowland), die sich über eine Länge von knapp 1500 km entlang des Pazifiks von Queensland bis Victoria erstreckt

in die Tafelländer der Great Dividing Range, zu denen auch die alpine Region der Snowy Mountains gehört

in die wenigen westlichen Ausläufer des transaustralischen Gebirgszugs (Westem Slopes), die relativ fruchtbar sind, sowie

in die endlosen, rund zwei Drittel von Neusüdwales umfassenden Grasebenen des semiariden Far West, die Heimat von Millionen von Schafen, aber nur weniger Menschen.

Wirtschaftlich steht Neusüdwales auf drei Standbeinen: der verarbeitenden Industrie (Eisen, Stahl, Fahrzeuge, Textilien, chemische Produkte ua), der Landwirtschaft (vor allem Wolle und Weizen) sowie dem Bergbau (Kohle, Kupfer, Silber, Blei, Zink ua).

NSW hat als "erster Staat im Staate" auch einiges zu bieten: Sydney, eine 2000 km lange Küstenlinie mit traumhaften Stränden, Gebirgslandschaften mit besten Wintersportgebieten, das Outback und rund 67 Nationalparks.

Victoria

Victoria ist flächenmäßig der zweitkleinste, bevölkerungsmäßig aber der zweitgrößte der Bundsstaaten. Auf nur 3 % der gesamten Landesfläche lebt über ein Viertel der Bevölkerung, was Victoria zum am dichtest besiedelten Bundesstaat macht.

Victoria läßt sich in drei Großräume einteilen:

in das Bergland des Nordostens

in die zwischen 20 und 250 km breite Küstenebene, die sich entlang des Südpazifik erstreckt sowie

in das Becken des Murray River.

Trotz sehr heißer Sommer und nasskalter Wintermonate erfreut sich Victoria eines gemäßigten Klimas.

Als zweitgrößter Agrarproduzent Australiens liefert Victoria ein Fünftel aller landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Vor allem Schafe (30 Mill. in den weiten Ebenen des Westens) aber auch Milchkühe (1 Mio. im Südosten sowie in der Murray River Region) bilden die Hauptstützen des Agrarsektors. In Victoria findet man ebenfalls riesige Braunkohlelager, Erdöl und Erdgas. Schwerpunkte der verarbeitenden Industrie sind Lebensmittelproduktion, Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Papier- und Zellstoffgewinnung. Weiters findet man in diesem Bundesstaat auch 33 Nationalparks und Hunderte von kleineren Naturschutzgebieten.

South Australia

Südaustralien ist flächenmäßig der drittgrößte Bundesstaat, der an alle anderen außer an Tasmanien grenzt. Auf 13 % der gesamten Landesfläche leben nur rund 1,4 Mio. Menschen. Südaustralien wird von landschaftlichen sowie wirtschaftsräumlichen Kontrasten geprägt. Den landwirtschaftlichen Gunsträumen des Südens stehen ausgedehnte Trockengebiete gegenüber. Rund drei Viertel der südaustralischen Territorialfläche erhalten weniger als 250 mm Niederschlag pro Jahr. Es gibt viele ausgetrocknete Salzseen und Salzpfannen, in denen sich nur nach starken Regenfällen Wasser sammelt. Neben diesen Salzseen prägen sandige rote Steppenlandschaften sowie steinige Halbwüsten das Bild der zentralen und nördlichen Landesteile.

Im fruchtbaren Küstenstreifen sowie auf der riesigen, landwirtschaftlich nutzbaren Eyre Halbinsel dehnt sich das Kulturland über schier endlose Weiten. Ein Drittel der australischen Gerste sowie ein großer Teil des Weizens stammen von hier. Der Murray River ermöglicht in seinem Einzugsbereich eine großflächige Plantagenwirtschaft (Zitrusfrüchte) und den Weinanbau. Wegen der ungünstigen klimatischen Verhältnisse eignen sich die nördlicheren Regionen von South Australia nur für die Schaf- und Viehzucht. Hier liegt auch Strangeray Springs, die 30000 kM2 weltweit größte Rinderfarm.

Adelaide (Fahrzeugbau, Motorenfabrikation, Zuliefererindustrie ua) und Whyalla (Stahlwerke, Werften, Maschinenbau ua) haben sich zu zwei bedeutenden Industriezentren entwickelt. Auch hier werden Bodenschätze abgebaut. Die Öl- und Gasfelder des Cooper-Beckens im Nordosten, Eisenerzlager bei Whyalla sowie die Uranerzvorkommen von Roxby Downs sind ebenfalls sehr vielversprechend. Ein traditionell wichtiges Standbein der südaustralischen Bergwerksindustrie ist die Opalförderung.

Western Australia

Der flächenmäßig größte Bundesstaat nimmt fast ein Drittel des Fünften Kontinents ein, es leben aber 1,6 Mio. Menschen hier. Wie im Nachbarstaat Südaustralien fehlt es auch in Western Australia an mittelgroßen Städten. Die Regierung versuchte den Norden durch großangelegte Infrastrukturmaßnahmen für mehr Menschen attraktiv zu machen, was aber scheiterte.

im wesentlichen lässt sich Westaustralien topographisch in zwei Großräume gliedern:

in die schmale, aber teilweise sehr fruchtbare Ebene der Küstensäume sowie

in das große westaustralische Plateau.

In dieser Gegend sind weite Trockensteppen und riesige Wüsten sowie stark zerklüftete Gebirgsketten eingelagert. Der Bundesstaat wird auch durch klimatische Kontraste geprägt. Dem tropischen Norden mit seinen ausgeprägten Regen- und Trockenperioden steht der Südwesten mit einem mediterranen Klima gegenüber.

In dem an wertvollen mineralischen Rohstoffen reichen Westaustralien ist der Bergbau das Rückgrat der Ökonomie. Western Australia verfügt auch über Nickelvorkommen, Industriediamanten sowie Vorräte an Zink, Mangan, Uran und anderen Mineralien. Erdöl- und Erdgasvorkommen des Nord-West-Schelfs sind für die Wirtschaft ebenfalls von großer Bedeutung. Neben der Bergwerksindustrie bildet auch die Landwirtschaft ein wichtiges ökonomisches Standbein. Zwar gibt es nur wenige landwirtschaftlich nutzbare Flächen (etwa den Weizengürtel), aber der Anteil des primären Sektors am westaustralischen BSP beträgt immerhin 30 %. Eine weitere wichtige Einnahmequelle ist die Fischerei.

Western Australia bietet ausgezeichnete Bade-, Surf- und Tauchmöglichkeiten, die bislang nur von sehr wenigen genützt werden. In diesem Bundesstaat befindet sich auch das berühmte Wüstengebirge des Nordwestens.

Queensland

Queensland ist flächenmäßig der zweitgrößte Bundesstaat und nimmt das gesamte Nordostviertel des Fünften Kontinents ein. 90 % der Einwohner konzentrieren sich in dem schmalen Küstenstreifen östlich der Great Dividing Range.

Geographisch ist Queensland ein Staat mit vielen Gesichtern. Auf die außerordentlich fruchtbare Küstenregion folgt die Great Dividing Range, deren Ausläufer im äußersten Norden und Süden des Staates bis an die Küste reichen. Westlich an die Bergregion schließt sich ein hügeliges Hochplateau an, dem schließlich die endlos weiten Ebenen des Outback folgen. Hier kommen auch sumpfige Küstenabschnitte in der Gegend des Golfes von Carpentaria.Das Wasserscheidengebirge teilt Queensland in eine westliche, trockene und eine östliche, von Passatwinden ausgiebig mit Feuchtigkeit versorgte Region.

In der Wirtschaftsentwicklung hat sich Queensland in den 80er Jahren kontinentweit einen Spitzenplatz erobert. Es vollzog einen Wandel von einem vorwiegend agrarisch geprägten Land (Rinder- und Schafzucht, Getreide, Zuckerrohr, Gemüse, Obst, Wein, Tabak) hin zu einem Staat mit einer vielfältig strukturierten und deshalb relativ krisenunanfälligen Wirtschaft. Führender Wirtschaftszweig ist heute der Bergbau: Blei und Silber, Kupfer und Zink, Kohle und Bauxit sowie Edelsteine. Das jüngste ökonomische Standbein ist der Fremdenverkehr und die Freizeitwirtschaft. Weil hier die Sonne im Jahresmittel acht Stunden am Tag scheint, schmückt sich Queensland mit dem offiziellen Attribut Sunshine State.

Tasmania

Durch die 240 km breite Bass Strait vom australischen Festland getrennt, liegt die herzförmige Insel Tasmanien, der kleinste Staat Australiens, vor der Küste Victorias. Abgesehen vom noch weitgehend unerschlossenen Südwesten der Insel sowie von ihrem menschenarmen gebirgigen Inneren, verteilt sich die Bevölkerung mehr oder weniger gleichmäßig über den Rest der Insel. Neben dem Großraum Hobart bildet Launceston, das wirtschaftliche Zentrum der Nordostregion, einen zweiten Besiedlungsschwerpunkt.

Das Landschaftsbild der Insel steckt voller Kontraste. Der Südosten und die Nordküste werden landschaftlich durch ausgedehnte Felder, Wiesen und Weiden geprägt. An der Küste im Osten befinden sich malerische Buchten und Strände, imposante Klippenszenerien und im zentralen Hochland Gletscherseen und Moore.Im Südwestteil der Insel findet man eine praktisch unberührte Wildnis aus regenwaldüberwucherten Bergen.

Die günstigen Voraussetzungen bezüglich Klima und Boden bilden die Hauptgrundlage für eine intensive Agrarproduktion. Rund ein Drittel der Inselfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Hier gedeihen bekannte Apfelsorten wie Granny Smith, Golden Delicious und Jonathan. Darüber hinaus beliefert Tasmanien den australischen Kontinent mit den wichtigsten Ingredienzen zweier "Grundnahrungsmittel": grünen Bohnen für die Baked Beans und Hopfen f'ür das Bier. Andere donünierende Bereiche sind die Schafzucht und die Milchwirtschaft. Daneben sind Forstwirtschaft, industrielle Aufbereitung der geförderten Bodenschätze und industrielle Verarbeitung der landwirtschaftlichen Rohstoffe wichtige Stützen der Ökonomie. Die wichtigste Energieressource bleibt die durch die hohen Niederschläge gesicherte Wasserkraft, weshalb sich hier auch Industriezweige ansiedelten. Trotz dieser facettenreichen Wirtschaftsstruktur gehört Tasmanien zu den ärmsten Regionen Australiens.

Anfang der 80er Jahre sollte das einzigartige Ökosystem Tasmaniens mit einem der schönsten Wildflüsse Australiens, archaischen Regenwäldern und bedeutenden archäologischen Fundstätten der Aboriginal-Kultur durch einen Staudamm zerstört werden, was Umweltschützer aber verhinderten. Doch heute plündern Holzfäller Wälder mit Jahrhundert alten, bis zu 80 m hohen Baumriesen für die gefräßige japanische Papierindustrie. Das übriggebliebene karge Land wird dann mit Monokulturen wieder aufgeforstet.

Tasmanien besitzt aber auch Schätze wie Nationalparks und jungfräuliche Regenwälder, in denen Wissenschaftler immer noch Tiere und Pflanzen finden, die Jahrmillionen Erdgeschichte überlebt haben und die bislang noch kein Bestimmungsbuch nennt.

Northern Territory

Das inzwischen unabhängige Northern Territory bietet Naturfreunden herrliche Sehenswürdigkeiten. Im Südwesten des Northern Territory erhebt sich aus dem flachen, sandigen Steppenland der 350 Meter hohe, kahle und massive Block des Ayers Rock, eines wahren Natur-wunders, das von den Aborigines Uluru genannt wird. Noch immer ist er für die Aborigines von großer Bedeutung, die Wände seiner Höhlen und glattgeschliffenen Rinnen zieren Tausende von Felsmalerein.

Wie der Ayers Rock bestehen auch die Olgas aus Material, das von einem alten Berg erodierte und vor etwa 600 Millionen Jahren auf dem austrocknenden Meeresboden abgelagert wurde. Heute liefern ihre Schluchten und Rinnen Wasser und bieten inmitten dieser harschen Wüste einer verblüffenden Vielzahl von Lebewesen natürlichen Schutz.

Alice Springs, das mitten im Herzen Australiens liegt, wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Zwischenstation der Overland Telegraph Line gegründet, die Südaustralien als erste mit dem Rest der Welt verband. Trotz des neuen Wachstums hat Alice nichts von der Wildheit des Kontinents verloren. Hier herrschen noch immer die Naturkräfte vor, und die moderne Welt geht bestenfalls eine etwas gezwungene Partnerschaft mit ihr ein, die nur durch die Verlockung von Reichtum und Schönheit entsteht. Andererseits werden die meisten Menschen aber vom harten Leben in diesem Gebiet abgeschreckt.

Die alte Eisenbahn Ghan ist 1980 durch eine schnellere Bahnlinie @t Normalspur ersetzt worden. Das rote Herz Australiens ist kein unüberwindliches Hindernis mehr, und die endlose Wüste wird durch Naturdenkmäler von unglaublicher Schönheit aufgelockert; von einsamen, palmenbewachsenen Tälern, Meteoritenkratern, grandiosen Canyons und Schluchten sowie von ungewöhnlichen Gesteinsformationen.

Das schönste Gebiet im Northern Terrytory ist der Kakadu National Park. Er zieht sich an einer Reihe alter Minenstädte entlang und ist 250 km Östlich von Darwin entfernt. Die Einwohner von Darwin gelten für viele als die kosmopolitischsten in ganz Australien, und die Stadt hat sich selbst zur weltweiten Hauptstadt der Biertrinker erklärt. Darwin wird immer ein typischer Teil Australiens sein, etabliert sich aber zunehmend als eine wichtige Wirtschaftsmacht - ist sie doch das nördliche Tor der Nationen zu Asien und dem Rest der Welt.