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              Das    Schulheim   JOSEFINUM
     im   Wandel   der   Zeit

 

 

Die Gründung

 

Es sind gutherzige Menschen mit einem klaren Blick für die Not der armen Kinder gewesen, die sich im Jahre1898 zusammengefunden haben, um einen Verein mit der Zweckbestimmung zu gründen, eine Anstalt zu schaffen und zu erhalten, in der schwachsinnige, geistig zurückgebliebene , debile Kinder aufgenommen und für deren Erziehung und Unterricht, Pflege und Beschäftigung gesorgt werden sollte.

Die „ Kärntnerische Idiotenanstalt “, so der ursprüngliche Name, hatte ihre Gründung am21. Mai 1898 der Volksschullehrerin Maria WRATISCH  aus Obermühlbach zu verdanken, die die willige Unterstützung des Fürstbischofs Dr. Josef KAHN, des Landeshauptmannes von Kärnten Graf GOESS und zahlreicher Damen gefunden hat. Durch Sammlungen und Geldspenden – im Besonderen durch eine großzügige Spende des Herrn Leopold ERDMANN im Ausmaß von 10.000 Kronen – ist es dann im Jahre 1900 möglich gewesen, den Kauf der Wegscheider – Realität in Klagenfurt / St. Martin zu tätigen.

 

 

 

 

 

                                                       

5. September 1900

 

Am 5. 09. 1900 ist dann die neue Anstalt von Fürstbischof Dr. KAHN feierlich eingeweiht worden. Auf Grund seines Vorschlages ist diese Einrichtung nach der Schutzpatronin des Vereines , Erzherzogin Maria Josefa, der Mutter Kaiser Karls, in „ Kärntnerische Idiotenanstalt Maria Josefinum “ umbenannt worden. Die Leitung des Hauses sowie die Betreuung der Kinder haben damals die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von St. Paul – das Mutterhaus befindet sich in Zams in Tirol übernommen. Anfangs wurden 10 Kinder von den Schwestern betreut. Die Ausbildung umfasste verschiedene Schul- und Haushaltsfächer, wie auch eine praktische Weiterbildung in einer Schneiderei, Schuhmacher- und Flechtarbeitswerkstätte, die jeweils von einer Fachkraft geleitet wurden.

 

 

 

 

Bald war die Anstalt zu klein und im Jahre 1903 wurden die bestehenden Räumlichkeiten ausgebaut und durch einen Zubau erweitert. Dank der Stiftung von Freiplätzen war die kostenlose Unterbringung  einer größeren Anzahl von Kindern nun möglich geworden, sodass das Haus im Jahre 1907 bereits 53 Zöglinge beherbergen konnte. Auch das Personal wurde durch das Hinzukommen weiterer geistlicher Schwestern aus Zams entsprechend aufgestockt.

 

 

 

 

Die Kriegsjahre

 

Der Erste Weltkrieg brachte einen empfindlichen Rückschlag. Das notwendige Beschäftigungsmaterial wurde immer knapper und zudem wurden die Werkstättenleiter zum Kriegsdienst einberufen. Kriegs- und Nachkriegszeit brachten das JOSEFINUM in eine schwierige finanzielle Notlage. Am 27. Jänner 1922 fasste der Verein aufgrund der verzweifelten Lage, den einstimmigen Beschluss, sich dem Kärntner Caritas – Verband anzuschließen und im Falle einer Auflösung des Vereines sein gesamtes Vermögen an diese Organisation weiterzugeben. Der Kärntner Caritas – Verband aber sicherte mit Hilfe von Sammlungen das Bestehen des Vereines und somit auch der Anstalt. Am 27. November 1936 beschloss der Verein eine Namensänderung in „ Verein Maria Josefinum - Klagenfurt “. Mit der Führung der Geschäfte wurde durch die Generalversammlung ein gewählter Ausschuss, der aus 6 Damen bestand, betraut.

Eine Phase des Wachstums begann. Diese Phase wurde durch den Beginn des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen. Das nationalsozialistische Regime löste am 2. Jänner 1939 den Verein auf und übergab dessen gesamtes Vermögen der Stadt Klagenfurt. Aus der Anstalt sollte ein „Nationalsozialistisches StudentInnenheim “ werden.

Der Caritas – Verband, der nunmehr die Obsorge der Zöglinge übernahm, war auf der Suche nach einer geeigneten Unterbringungsmöglichkeit. Die männlichen Zöglinge wurden in die Probstei TAINACH, die weiblichen im Pfarrheim von Markt Griffen untergebracht.

 

 

2. Juli 1942

 

Dieser Tag ist der traurigste in der Geschichte des JOSEFINUMS. Zu nächtlicher Stunde wurden mehr als 30 Zöglinge von der Gestapo aus der Probstei TAINACH fortgebracht.

In wenigen Tagen war das Schicksal dieser, nach damaligen Begriffen „ lebensunwerten “ Kinder,  besiegelt. Die wenigen Überlebenden wurden nach Kriegsende wieder obdachlos, weil die Ausweichheime ihrer früheren Zweckbestimmung zugeführt wurden und das ursprüngliche Anstaltsgebäude von der britischen Besatzungsmacht bezogen wurde.

Als Retter in der Not erwies sich damals der Bischof von Gurk, der das Schloss Grades im Metnitztal den Kindern und Schwestern zur Verfügung stellte. Das Schloss wurde von 1946 bis 1954 zur neuen Heimstätte.

 

 

 

                                          

 

 

Neubeginn

 

Der nach 1945 wiedererstandene Verein „ Maria Josefinum “  war um die Rückgabe des Stammhauses in St. Martin / Klagenfurt sehr bemüht. Im Jahre 1954 konnte der Verein

die Verhandlungen erfolgreich abschließen und am 20. Mai dieses Jahres zogen die Kinder in ihre Stammanstalt wieder ein, nachdem das gesamte Gebäude, das unter Krieg und Besatzung sehr gelitten hatte, renoviert wurde. Schwester Giselinde SCHIFFNER wurde am 20. Oktober 1954 vom Blindenheim Innsbruck nach Klagenfurt ins Maria JOSEFINUM berufen und übernahm die Leitung der Schule von ihrer Vorgängerin Schwester Basilides SCHIESTL.

Anfangs wurden 28 SchülerInnen in zwei Klassen mit je zwei Abteilungen geführt.

 

 

                                              

 

 

 

1956/57 wurde ein Um- und Zubau vorgenommen.

Am 30. Oktober 1957 wurde der Privaten Sonderschule das Öffentlichkeitsrecht verliehen.

Im Schuljahr 1958 / 59 musste die Leitung der Schule in weltliche Hände übergeben werden, da die bisherige Leiterin Schwester Giselinde SCHIFFNER vom Heim Maria JOSEFINUM ins Mutterhaus nach Zams in Tirol abberufen wurde. Frau SL Flora PILGRAM übernimmt die Leitung bis zum Schuljahr 1981 / 82.

Da mit Schulbeginn 1981 die langgediente Schulleiterin Flora PILGRAM in den wohlverdienten Ruhestand trat, wurde als neue Schulleiterin SL Elfriede GRUMET im Einvernehmen mit der Kirche und dem Amt der Kärntner Landesregierung bestellt. Sie leitete die Schule bis zum Jahre 1985.

Nach einer Interimslösung, in der VL Elisabeth GERGES die Schule leitete, übernahm im Schuljahr 1986 / 87 SL Wilhelm HAFNER,  die Leitung der Schule.

Im Jahre 2003 wurde er auf Grund seiner langjährigen  pädagogischen Verdienste vom Bundespräsidenten Dr. Thomas KLESTIL mit dem Berufstitel „ Oberschulrat “ ausgezeichnet.

 

 

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