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Walter Wippersberg
Der Krieg gegen die Raucher
Zur Kulturgeschichte der Rauchverbote
Promedia Verlag
ISBN 978-3-85371-317-4
176 Seiten, br.
13,90 Euro
Vor gar nicht so langer Zeit
war das Rauchen noch selbstverständlicher, zum Teil glamouröser
Bestandteil unserer Alltagskultur. Heute stellt man Raucher als
unverantwortliches Gesindel dar, das die Gesundheit der Mitmenschen
schädigt, und als Suchtkranke, die man eigentlich
notfalls mit drastischen Mitteln zu ihrem »Gesundheitsglück«
zwingen sollte.
Versuche, das Rauchen zu verbieten, gibt es, seit die Spanier
den Tabak von Lateinamerika nach Europa gebracht haben. Der türkische
Sultan Murad IV. ließ im 17. Jahrhundert 25.000 Raucher
hinrichten. Und Hitler hätte am liebsten allen Deutschen,
auch seinen Soldaten, und insbesondere den Frauen (»Eine
deutsche Frau raucht nicht«) das Rauchen untersagt.
Der heute weltweit geführte Kampf gegen das Rauchen und
die Raucher ging von den USA aus und steht in enger Verbindung
zur Entstehung eines Phänomens, das man »Gesundheitsreligion«
nennt. Deren radikalste Sekte bilden die Anti-Raucher-Aktivisten:
lustfeindlich, sendungsbewusst, fundamentalistisch. Sie sind,
das ist nicht zu bestreiten, sehr erfolgreich. Ihr aktueller
Kampf konzentriert sich darauf, europaweit das totale Rauchverbot
in allen Lokalen durchzusetzen.
Nichtraucherschutz wäre indes auch mit anderen Mitteln möglich,
doch darum geht es längst nicht mehr. Die Anti-Raucher-Aktivisten
arbeiten auf den Endsieg hin: Rauchverbot allüberall. Schon
wird auch gegen das Rauchen im Freien und in der eigenen Wohnung
mobil gemacht.
Im vorliegenden Buch geht der passionierte Raucher Walter Wippersberg
der Frage nach, wie es zu diesem Meinungsumschwung in der öffentlichen
Debatte gekommen ist. Darüber hinaus beschäftigt er
sich mit den kulturhistorischen Hintergründen dieses erstaunlichen
Paradigmenwechsels und stellt diesen in einen gesellschaftspolitischen
Kontext. Das Kulturphänomen Rauchen nur vom Standpunkt der
Gesundheit aus zu betrachten, hält er für eine barbarische
Sichtweise. Denn der stimulierenden Wirkung des Tabaks verdanken
wir zum Beispiel einen gar nicht so kleinen Teil unserer Kultur.
Wippersberg spürt kenntnisreich historische, psychologische
und religiöse Zusammenhänge auf und widmet sich auch
der Frage, warum Politiker sich so willfährig den Wünschen
einer radikalen Antiraucherlobby beugen. Er ist Partei in diesem
Streit und verhehlt es nicht. Vor polemischer Zuspitzung scheut
er nicht zurück, zu einer wie auch immer ausgewogenen Darstellung
fühlt er sich nicht verpflichtet, wohl aber dazu, seinen
Standpunkt mit fundierten Argumenten zu untermauern.
Leseprobe: Das erste Kapitel & Inhaltsverzeichnis
Interviews zum Buch:
Abendzeitung
München: http://www.abendzeitung.de/kultur/196451
Tageszeitung
Junge Welt Berlin: http://www.jungewelt.de/2010/08-12/020.php
Bayerischer
Rundfunk:
http://www.br-online.de/bayern2/kulturwelt/krieg-gegen-die-raucher-walter-wippersberg-gesellschaft-ID1277997414804.xml
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