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Walter Wippersberg

»Ein nützlicher Idiot«
Roman
Otto Müller Verlag Salzburg 1999
248 Seiten, öS 278,-

Pressestimmen

»Wippersberg hat nachgedacht, wie eine rechtsextreme Partei agieren müßte, um unter jetzigen Bedingungen die politische Macht zu erringen, und es gelingt ihm, seine Überlegungen kühl und lakonisch zu strukturieren, in einem Roman, der nebenbei gesagt, in einem Höllentempo vorankommt, mit Dialogen, in denen nie Blech geredet wird, und in beklemmenden Bildern. [...] Bewundernswert ist [...] seine Fähigkeit, Axels innere Wandlung vom systemskeptischen, ziellosen, aber durchaus menschenfreundlich gesinnten Tagträumer zum Mitläufer einer autoritären politischen Bewegung glaubhaft zu machen. Es ist schon ein Kunststück darzustellen, wie dieser junge Mann und sein Fahrgast, Beranek eben, einander näherkommen, wie sie allmählich von ihm Besitz ergreift, ihn umformt, wie Sentiment und Kalkül einander zuarbeiten. Fast heimlich, als Leerstelle, deutet der Roman an, weshalb eine im eigentlichen Wortsinn unpolitische Partei wie die FPÖ oder, im Buch, "Die Demokraten" so viele Menschen für sich gewinnen kann: weil die traditionellen ideologischen Lager - die Sozialdemokratie, der politische Katholizismus - kaum noch tendenziell für eine Haltung stehen, die über die Verteidigung von Eigeninteressen hinausgeht. Wenn Selbstsucht zum Programm wird, hat die Partei der Selbstsüchtigen den größten Zulauf. Und wenn die Intellektuellen, zu deren vornehmster Aufgabe es gehört, die Verständigung zwischen den Beherrschten zu erleichtern, von den Herrschenden durch Rhetoriktrainer, Meinungsforscher und Werbefachleute ersetzt werden, schwindet jedes gesellschaftliche Korrektiv.«
Erich Hackl in DIE PRESSE

»Wippersberg hat ein sehr gefälliges Stück Literatur über ein Thema abgeliefert, das schon mehrfach in der Kunst behandelt wurde. Dabei unterscheidet sich Ein nützlicher Idiot wohltuend von Haslingers sensationsheischendem Opernball, weil der Plot des 53jährigen Wippersberg wesentlich politischer und damit vielleicht auch realistischer ist. Die Art, wie Wippersberg Parteivorstandssitzungen, Unterredungen zwischen den handelnden Hintermännern und die Zusammenarbeit einzelner Journalisten mit führenden Politikern schildert, zeugt von profunder Kenntnis der Dinge. [...] Ein nützlicher Idiot reiht sich in die österreichische Erzähltradition etwa eine Hugo Bettauer, evoziert auch Vergleiche mit Jack Londons politischer Prosa, ist also, kurz, ein durchaus lesenswerter Roman.«
Andreas P. Pittler in DER STANDARD

»Walter Wippersberg füllt mit viel politischem Gespür eine Marktnische, nämlich die des österreichischen Politthrillers. Wie in seinem letzten Buch Die Irren und die Mörder beschreibt er auch in seinem neuen Roman Ein nützlicher Idiot ein rechtes Schreckensszenario. Diesmal siedelt er die Handlung im politischen Milieu an. Wieder zeichnen beängstigender Realismus und Beobachtungsgabe die Geschichte aus. [...] Wippersberg zeichnet das rechte Politikermilieu mit treffender Härte, an glaubhaften Schreckensszenen fehlt es nicht.«
Erik Fabian in DIE FURCHE

»Realität in Romanform. [...] Mechanismen der Partei und des Staats, der Medien: Macht-Strategien, Verrat, Hinterhalt. Modelle mit deutlichen Versatzstücken des Polit-Alltags. [...] Die Mechanismen treffen auf alle Parteien zu, doch bündeln sie sich in der beschriebenen bedrohlich. Das entspricht der Polit-Realität.«
Reinhold Tauber in den OÖ. NACHRICHTEN

»Bereits in seinem letzten Buch Die Irren und die Mörder hat sich Walter Wippersberg mit gewissen politischen Kräften in Österreich auseinandergesetzt. Doch während er damals deren rückwärtsgerichtetes Denken sezierte, entwickelt er auf diesem Boden in Ein nützlicher Idiot eine bedenkenswerte Zukunftsvision.«
Birgit Thek in NEUES VOLKSBLATT

»Wippersberg zeigt im Roman, wie leicht sich Menschen in politische Machtspiele verstricken lassen und wie leicht die Demokratie kippen kann.«
OÖ. RUNDSCHAU

»Blick in eine düstere Zukunft.«
Werner Thuswaldner in den SALZBURGER NACHRICHTEN

»Ähnlichkeiten zur Realität sind wohl beabsichtigt.«
Heike Hausensteiner in der WIENER ZEITUNG

»Real sind die Rahmenbedingungen der Handlung, womit eine Analyse der aktuellen politischen Situation gelang, fiktiv ist das Ende. [...] Eine spannende literarische Warnung.«
Katharina Kratzer in KLEINE ZEITUNG KLAGENFURT

»Eine Geschichte, so tückisch einfach wie die Realität. [...] Der Autor Walter Wippersberg ist ein Realist. Mit offenen Augen geht er durch das Österreich dieser Stunden, dieses Augenblicks und notiert [...], was alle sehen, die meisten nicht sehen wollen und viel zu wenige, Nachdenkliche, bereits mit Grauen erfüllt.[...] Ein Buch wie der Ruf der Kassandra, die ausgelacht wurde, als sie die Katastrophe Trojas wahrsagt. Aber eines werden im Fall des Falles die Leute nicht mehr winseln können: Hamma ja nix gewußt.«
Bertram Karl Steiner in der KÄRNTNER TAGESZEITUNG

»Ein souverän erzählter Politkrimi. Daß er dieses Genre beherrscht, hat der Autor schon mit dem Buch "Die Irren und die Mörder" bewiesen. [...] Wippersberg zeigt in einer präzisen psychologischen Studie, wie ein "normaler", durchschnittlicher junger Mann zuerst zum Mitläufer und letztlich zum Opfer einer populistischen Partei werden kann. Der Typus Axel ist kein Ausnahmefall, er repräsentiert einen nicht unerheblichen Teil der Jugend. Axel hat das eine oder andere Studium begonnen, aber keines abgeschlossen. Er hat den einen oder anderen Job, aber keiner hat Zukunft. Er versucht sich als Saxophonist, träumt von einer Karriere als Musiker, aber die Rechnung geht nicht auf. Ein oder zwei dumme Zufälle genügen und der weltanschaulich orientierungslose, politisch naive und beruflich gescheiterte Fünfundzwanzigjährige verfällt relativ rasch den Verlockungen der Demokraten: Geld haben, anerkannt sein, dazugehören. [...] Die gelungene Figurenzeichnung jenseits aller Klischees ist neben dem spannenden Handlungsaufbau und der intelligenten politischen Analyse die Hauptstärke des Romans. Das Ende, das der Autor für seinen Roman erdacht hat, ist ganz einfach teuflisch. Wütend verabschiedet sich der Leser von diesem Buch. Nicht wütend auf Wippersberg, sondern wütend auf die Praktiken und Verhältnisse, die er so überzeugend schildert. Aber so hat der unverbesserliche Aufklärer Wippersberg das wohl auch gewollt. Zu hoffen ist nur, daß in der gesellschaftspolitischen Realität die Personen ein wenig dümmer, skrupeloser und erfolgloser sind als die Romanfiguren, denen sie entsprechen könnten.«
Christian Schacherreiter im OÖ. KULTURBERICHT

»Ein perfekter politischer Thriller.«
Andreas Weber in LITERATUR UND KRITIK

»So klar und präzise hat noch keiner die Methoden der Rechtspopulisten analysiert, so konsequent und einleuchtend wurden die herrschenden Zustände noch kaum zu Ende gedacht.«
Ditta Rudle in BUCHKULTUR

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