Ton-Werkstatt Walter Mottl Philosophie und Technik Das Hauptaugenmerk meiner keramischen Arbeiten richtet sich auf die Herstellung einfacher und traditioneller Schalen und Gefaesse. Die Oberflaeche steht dabei im Mittelpunkt meines Interesses. Geformt werden die Gefaesse mit der Technik des Ueberdrehens und als Material verwende ich hochschamottierte Steinzeugmasse. Die Oberflaechenbehandlung erfolgt in Anlehnung an die antike Glanztonkeramik unter ausschließlicher Verwendung von Tonarten mit unterschiedlich thermischen Sintereigenschaften (Intentional Red). Diese Tone erhalte ich durch Aufbereitung verschiedener Lehmboeden. Bei den Tonarten handelt es sich um illitische und kaolinitische Tone mit bzw. ohne Eisengehalt. Der Rohbrand wird oxidierend im Elektroofen, der Reduktionsbrand in Saegespaenen durchgeführt. Das Rot bzw. Orange ergibt sich durch den eisenhaltigen Illit, das Schwarz durch den eingebrannten Kohlenstoff im Kaolinit. Das Weiß erhalte ich durch ein Abdeckverfahren, um den Kohlenstoff vom Einbrennen in den eisenfreien Kaolinit abzuhalten. Mit diesem Verfahren erhalte ich hochglaenzende Oberflaechen in Schwarz, Weiß und roetlichen Erdfarben. Für die Herstellung meiner Arbeiten brauche ich keine Glasur, keine Oxide, keine Schwermetalle, keine Farbkoerper etc... sondern nur Ton, einen Elektroofen und eine Rauchkammer mit Saegespaenen! Biographie 1947 Geboren in Kematen/Krems Oberoesterreich 1969 - 1975 Studium an der Universitaet für Bodenkultur in Wien 1975 - 1984 Assistent an der Universität 1984 - 2002 Berufliche Arbeiten in den Fachbereichen Boden- und Gewässerschutz seit 1985 Beschäftigung mit Keramik, insbesondere mit der Toepferei alter amerikanischer und afrikanischer Kulturen 1986 - 1996 Reisen nach Äthiopien, Mali und Arizona/New Mexiko seit 1995 Intensive Auseinandersetzung mit der griechischen Glanztontechnik. Studium der einschlaegigen Literatur, parallel dazu praktische Versuche mit illitischen und kaolinitischen Tonen 1998 Gruendung einer eigenen Werkstatt in Wien
 
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