Wien-Rundspruch

Der Inhalt des letzten Rundspruchs                                                                                                                       zurück

Inhalt:

  1. Sendeplan

  2. Geschichte des Rundspruchs

  3. Die Technik im Hintergrund

  4. Wir über uns

  5. Bestätigungsverkehr

1.Sendeplan:

Die Ausstrahlung des Rundspruchs erfolgt an jedem 2. und 4.Sonntag im Monat um 0900 Lokalzeit

(ausgenommen Juli/August und Ostern/Weihnachten)

auf folgenden Frequenzen:

                    3.640 kHz   via OE1XIC (Klubstation des ICOM Radio Clubs)

                   7.055 kHz  via OE3NKA 

                    145.550 MHz via OE1PQW

                     70 cm    via OE1FWU, OE1WSS und OE1JEB

sowie über verschiedene Umsetzer.

Vorgesehene Sendetermine 2013

13.Jänner   27.Jänner   10.Feber   24.Feber   10.März   24.März   14.April   28.April  12.Mai

2.Geschichte des Rundspruchs:

       Der Wien-Rundspruch ist der älteste Rundspruch Österreichs. Seine Geschichte geht bis in die Zeit knapp nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Damals war das Informationsbedürfnis der Amateurfunker fast noch größer als heute, da es für entsprechende Zeitungen weder Geld noch Papier gab. So entstand der Plan die wenigen (illegalen) Amateure via Funk mit allem Wissenswerten zu versorgen. Gesendet wurde vom alten Klubheim in der Naglergasse im 1.Bezirk. Verantwortlich für die Ausstrahlung waren OE1WN, OE1OBW und viele andere. Gesendet wurde auf Kurzwelle. Schon damals war der Donauwalzer von Johann Strauß die Kenn-Melodie, die in einer genau 10 Minuten dauernden Konzertfassung als "Frequenz-Besen" ( um die Frequenz für den nachfolgenden Rundspruch frei zu halten ) ausgestrahlt wurde.

       Mit der Übersiedlung des Klubs in das "Haus des Amateurfunks" in die Eisvogelgasse änderte sich die Situation. Der Rundspruch konnte aus den verschiedensten Gründen nur mehr auf UKW ausgestrahlt werden. Damit war die Verbreitung auf den Raum Wien beschränkt. Sendetag war jeweils der 2.Sonntag im Monat. Eine unbefriedigende Situation, in der der Landesverband Niederösterreich OE3 die Initiative ergriff und von Mödling aus einen eigenen Rundspruch startete, der mangels Konkurrenz "Österreich-Rundspruch" genannt wurde.

     Wie es weiterging schildert OM Werner, OE1WQS: 

     "Anfang 1981 hat der inzwischen verstorbene OM Fritz, OE 1 FQB, unseren Oskar nach langen, zähen Verhandlungen überreden können, doch wieder einen Wienrundspruch zu beginnen. Oskar gewann der Idee zunächst gar nicht viel ab (ich hatte ihn schon ein halbes Jahr zuvor vergeblich zu überreden versucht, denn ich wäre schon damals gerne Rundspruch-Sprecher geworden!). Jedenfalls war es dann im Jänner oder Februar 1981 so weit. Und ich  (weil ich ein lästiger Kerl sein kann, wenn ich etwas will) wurde Sprecher der ersten Stunde, nachdem ich Fritz und Oskar trotz Herzklopfens erfolgreich vorgesprochen hatte. Der Rundspruch war unter Fritzens Ägide eher sehr förmlich und steif und ohne "Schmäh" und akustische Auflockerungen wie Jingles, trotzdem aber schnell beliebt. Nach nur einem halben Jahr verstarb Fritz unerwartet, und Erwin, OE 1 EFW, übernahm die Agenden als Referent. Aus einem Grund, den ich nicht mehr weiß, gab auch er eines Tages auf, und ich war nolens volens über Nacht Rundspruchreferent des LV Wien, was ich dazu nutzte, endlich meine Narrenfreiheit ungehindert auszutoben."

      Am Samstag vor dem Sendetag nahm Werner zu Hause den Rundspruch auf Tonband auf und fuhr dann (im Winter auch bei Eis und Schnee) am Sonntag um 0700 in den Klub, um den Rundspruch von der Klub-Station OE1XNC pünktlich auszustrahlen. Das Programm bestand hauptsächlich aus Klubnachrichten aus Wien und dauerte 15 bis 20 Minuten. Mitte 1981 begann OM Peter, OE1PQW, ihn bei der Rundsprucharbeit zu unterstützen und lieferte Beiträge aus der BC-Szene. Besonders beliebt war der "Faschings-Rundspruch", bei dem hemmungslos geblödelt wurde. Noch heute erinnern sich viele Amateure an die Meldung von den "QSL-Karten im Bierdeckel-Format", die einen Proteststurm im Dachverband hervorrief. Auch dass sich im Vereins-Service XYL Hertha einmal selbst verpackte, verschickte und seither gesucht wurde, rief Erstaunen hervor. Bald wurde der Umfang des vorhandenen Materials so groß, dass zusätzlich am 4.Sonntag im Monat "Nachrichten für den Kurzwellen-Hörer" ausgestrahlt wurden. Die Hörer honorierten diese Bemühungen: Gab es 1981 durchschnittlich 20 Bestätiger pro Rundspruch, so stieg die Zahl bald auf den derzeitigen Stand von rund 160.

      In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre schied OM Werner, nachdem ihn einige "Trägersetzer" das Leben schwer gemacht hatten (aus "Protest" sendete er einmal den Rundspruch sogar in Morse-Code), auf eigenem Wunsch aus dem Rundspruch-Team aus und OE1PQW fungierte bis 1991 als "Einzelkämpfer". Der Sendestandort wurde von der Eisvogelgasse nach Wien 12 - Altmannsdorf verlegt, und die vom ihm allein redigierten  "Nachrichten für Kurzwellen-Hörer" verschmolzen mit dem Wien-Rundspruch, der seither an jedem 2. und 4.Sonntag im Monat ausgestrahlt wird und nur mehr im "Untertitel" auf die Kurzwellenhörer Bezug nimmt.  Dann stieß OM Alfred, OE1AKB, zum Rundspruch, übernahm für einige Jahre die Ausstrahlung auf Kurzwelle (wird jetzt von OE1XIC besorgt) und lieferte viele interessante Beiträge. Außerdem war er unschlagbar im Aufspüren von aktuellen Nachrichten ("Ihr hört die Flöhe husten", seufzte ein sichtlich erstaunter Dachverbandspräsident einmal).  Mit OM Helmut, OE1GH, wurde ein Fachmann auf dem Gebiet der Funkprognose gewonnen und mit Hilfe von OM Josef, OE1SBB das 70-cm-Band aktiviert.

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                OE1PQW mit "Mister Funkprognose" OE1GH am Donauturm

 

      Eine Aktion des Rundspruchs sorgte schon vor ihrer Sendung für Aufregung und führte zu einem wütenden Artikel des Dachverbandspräsidenten Ron, OE3REB, in der Vereinszeitschrift "qsp". Amateurfunk im III.Reich war das Thema und er war der Meinung, man "solle diese Dinge besser lassen". OE1PQW ließ jedoch nicht locker. Ermuntert von Wolf Harranth, OE1WHC, und anderen OMs begann er Material zu sammeln und stundenlang Interviews mit "Old-Timern" aufzunehmen. "Worte im Krieg" - so hieß die Reihe - war ursprünglich auf 2 bis 3 Folgen konzipiert; tatsächlich wurden es schließlich 34. Vom Manuskript wurden nach der Ausstrahlung 25 und vom Mitschnitt der Reihe auf 4 MCs über 100 Sets kostenlos an Interessenten abgegeben. Die Reihe ist heute ein wichtiges Dokument zur Geschichte des OeVSV. Die gesammelten Tondokumente wurden schließlich der QSL-Collection übergeben.

       Mit März  2010 waren es genau 500 Rundsprüche, die unter OM Peters Regie produziert wurden, und derzeit ist er noch gar nicht "amtsmüde". Eine gefährliche Drohung?

Übrigens - Haben Sie mir schon ihre Meinung gesagt ?: wrsp@aon.at 

 

3.Die Technik im Hintergrund:

       Neben dem ICOM-Transceiver IC - V210T, der Daiwa-PA mit 200 Watt, einem ICOM IC-10 zum Abhören der Aussendung und der 10-Meter über Dach befindlichen Rundstrahl-Antenne stehen folgende Geräte zur Verfügung:

      2 Mischpulte,  5 Mikrofone, 4 Spulentonband-Geräte (alte "Flohmarkt-Stücke, die unter Ersatzteilmangel leiden) ,  1 CD-Player, 1 Doppel-Kassetten-Deck, 1 Mini-Disc-Recorder, 3 Kassetten - Recorder

      Als "Studio" wurde ein Keller-Abteil adaptiert, in dem auch die Amateurfunk-Unterlagen und das Ton-Archiv gelagert sind. Im Winter gibt es einen Heizstrahler mit Ventilator, um für erträgliche Temperaturen zu sorgen. Wenn der Thermostat sich einschaltet, ergibt sich manchmal - zusammen mit den Ventilatoren des Netzgerätes und der PA-Kühlung, ein gewisser "Düsenjäger-Effekt", wenn gerade "Live" moderiert wird. Da der Raum nicht schallisoliert ist, ist auch manchmal das Gebell des Hundes (ein Labrador-Mix-Weibchen namens "Cara") von OM Peter, OE1PQW, live auf Sendung, wenn gerade jemand an der Haustüre läutet. Alles ist eben, so wie es sich für Funkamateure gehört, "amateurhaft".

                                                                  Hund.jpg (32199 Byte)   Cara - Der Redaktions-Hund

      Sämtliche Geräte wurden privat angeschafft, sodass dem Landesverband Wien durch den Rundspruch keine Kosten entstehen.

      Der Rundspruch wird generell "live" moderiert - ohne Rücksicht auf Versprecher - , Interviews werden vom Band eingespielt. "Brandheiße" Meldungen können auch noch während des laufenden Rundspruch in die Sendung aufgenommen werden. Die Funkprognose wird am Rundspruchtag von OE1GH mit Redaktionsschluss 0800 Lokalzeit erstellt, sodass auch hier Top-Aktualität gewährleistet ist. Besonders "beliebt" bei den Zuhörern sind die Versprecher des Moderators, und dabei sind nicht nur Buchstaben- oder Ziffer- "Verwutzlungen" gemeint. So wurde einmal aus der ehemaligen DDR die "Donau-Dampfschiff- äh?"... Eine ganze Reihe von Versprechern passierte OM Werner, OE1WQS, bei der Aufzeichnung einer Rundspruch-Reihe über die Frühgeschichte des Amateurfunks. Bei dem Wort "ARRL" (American Radio Relais League) schleuderte es ihn fast regelmäßig und er näherte sich bedenklich dem "Ars.." - zum Glück nicht live auf Sendung. OM Helmut sucht dagegen gerne während der Aufzeichnung seines Beitrages seine Brille...

      Für die Beschaffung des Materials ist das Rundspruch-Team sehr auf die Mitarbeit der Hörer angewiesen - es ist eben ein Rundspruch "Von Amateurfunkern für Amateurfunker". Zusätzlich werden die DARC-Rundsprüche, adxboe-Internet-Listen, diverse Fachzeitschriften ausgewertet. Generelle Erlaubnis zur Übernahme von Beiträgen bestand mit den Sendungen "Intermedia" des ORF-Auslandsdienstes und "ERF-DX-Mix" des Evangeliums-Rundfunks ERF. Nach Einstellung dieser Programme wurde vermehrt auf die Nutzung des Internets gesetzt.  Kurz gesagt: Hinter 10 Minuten tatsächlicher Sendezeit stehen rund 1 bis 1 1/2 Stunden Vorbereitungszeit. Da die tatsächliche Sendezeit eines Rundspruchs rund 45 Minuten beträgt, kann man sich leicht die Arbeit, die dahinter steckt ausrechnen...

4.Wir über uns:

Auch wenn der "Rechtsträger" des Wien-Rundspruchs der Landesverband Wien des OeVSV ist, so gilt für den Inhalt des Rundspruchs die "redaktionelle Unabhängigkeit". Wir fühlen uns nur dem verpflichtet, was der Gründer des amerikanischen Nachrichtenmagazins TIME Henry Luce seinen Redakteuren mit auf den Weg gab: "Ich glaube nicht an eine objektive Berichterstattung, aber an eine faire. Seien sie fair!". Diese Fairness unserer Berichterstattung auch bei heiklen Themen wurde in den letzten Jahren nie in Zweifel gezogen - und so soll es auch weiter sein. Wir werden uns auf jeden Fall bemühen

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Unsere Rundspruch-QSL

5.Bestätigungsverkehr:

       Im Anschluss an den Rundspruch findet ein Bestätigungsverkehr statt. Wir freuen uns aber auch, wenn sie mittels e-Mail: wrsp@aon.at bestätigen. Auf Wunsch bestätigen wir mit einer eigenen Rundspruch-QSL-Karte. Sollte die Karte mit normaler Post, also nicht via Büro, versendet werden müssen, bitten wir um Beilage von Rückporto. In diesem Fall schreiben sie bitte an:

Peter Haldovsky Stegmayergasse 98/1  1120 Wien

 

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