ÖSTM - Traunsee 2002

Ich will gar nicht viel Worte über meine Platzierung verlieren. Aus der Tatsache, dass ich mich wiederum zu Wort melde, könnt´ Ihr ja mein erneutes Schicksal erahnen ...

Ein hochkarätiges Feld hat sich an den Traunsee gesellt: neben unseren amtierenden und ehemaligen (man beachte immer noch auf geliehenem Boot) Weltmeistern waren auch noch "alte" Bekannte aus anderen Klassen, wie unser Richter "Haupi" (der segelte auf einem neuem Boot, über dessen Namen wir uns noch unterhalten müssen ...), und auch der alte Fuchs "Buchi" erwies der Yngling-Klasse wieder einmal die Ehre. Nicht zu vergessen das Schweizer Team SUI 378 und die drei deutschen Teams, allen voran die auf Olympia hinarbeitende Kristin Wagner samt Crew. Stolze 29 Ynglinge waren es dann an der Zahl, die den Titel des Österreichischen Staatsmeisters aussegeln wollten.

An Ambitionierten mangelte es also nicht, eher an dem - scheinbar soll es ihn doch geben - so berühmten "Niederwind", den wir dann doch nicht hatten. Nur so zum Drüberstreuen: Auch wenn es mir keiner glaubt, so sei es doch angemerkt: Am Bodensee hatte es zur gleichen Zeit traumhaften Schönwetter-Nordwind. Nur Bodenseer wissen, wovon ich rede ...

Tatsächlich war es dann ein verkorkster Niederwind, sprich: es war nicht gerade nett, wie drehend und löchrig der Wind blies, wenn er blies. Dementsprechende Probleme hatte auch die Wettfahrtleitung mit der Verlegung der Startlinien. Manch einer fragte sich, ob zwischen den Wettfahrten nicht der schönere Wind wehte und auf was wir warteten ... - aber das ist alles nicht so einfach!

Der erste Tag war der Tag des Quicky, welcher auch die Zwischenwertung nach den ersten drei Wettfahrten anführte. Rudi offenbarte mit Filius und zwei Siegen gleich seine Pläne. Aber auch Buchi zeigte sich konstant. Allein Skolauts mit Wolfi und Kristin Wagner griffen ein wenig tiefer in die Punktekiste, waren aber weiterhin dabei. Aber alles war nach diesem Tag noch sehr dicht zusammen und blieb offen. Am Abend gab es dann ein tolles Buffet vom Bürgermeister. Recht schönen Dank ...

Am Ergebnis änderte sich auch am zweiten Tag nichts, denn da hatte es keinen Wind. Abends meisterte unser alte und neue Präsident souverän die Hauptversammlung der Ynglingklasse, mit dem wiedergewählten Vorstand und Stefan als (lange designierter, nun endlich richtiger) Schriftführer und Andreas als Kassier haben wir wieder einen tollen Vorstand, der den bisherigen erfolgreichen Weg en suite fortsetzen wird. Dank an den alten und viel Erfolg für den neuen Vorstand!

Am Samstag hatte der Wind dann wieder ein Einsehen und ließ drei weitere Wettfahrten zu. Die Knittels zeigten wieder, dass mit ihnen immer mehr zu rechnen ist. Bei diesen Verhältnissen einen Ersten so cool heim zu segeln und dann gleich noch einen 3. Platz drauf zu setzen ... - na meine Herren, wo soll das noch enden! Auch der Rest segelte so, dass es weiter spannend blieb. Nur Rudi musste sich wieder mit 1 und 2 hervortun. Hat das Putzen vor dem Kranen doch genützt ...! Auch unsere schweizer Freunde SUI 378 mischten mit zwei 5. Plätzen vorne mit.

Obwohl es am Abend auf dem Wasser später wurde, waren die meisten wohl überrascht, dass beim Einlaufen der müden Krieger in den Hafen das Vereinsfest des Segelclub Altmünster bereits voll im Gange war und sich die Yngling-Segler so ein bißchen deplaziert vorkamen. Schade eigentlich, denn dieses Fest war mit ein Grund für die Austragung der Meisterschaft an diesem Ort und durch diese Vorgangsweise verliefen sich die Segler in alle "Gasthausrichtungen" ...

Für den Schlusstag war alles noch offen, vorallem aufgrund der Möglichkeit von zwei Streichern bei weiteren vier Wettfahrten, zu denen es aber - auch aufgrund der sich in die Länge ziehenden "Startlinienlegungstaktik" der Wettfahrtleitung - nicht mehr kam.

Schließlich segelten Mayr/Mayr den x-fachten Staatsmeistertitel nach kurzem Durchhänger ("nur" 9.!) souverän nach Hause, Buchinger/Schulz holten sich noch den 2. Platz und Diem/Giesinger - Ihr könnt es kaum erraten - den 3. Platz. Haupolter/Schöberl - nach Kollision leicht gehandicapt - fielen auf den 4. Endrang zurück, können aber mit neuem Boot sicher zufrieden sein. Knittel/Knittel ersegelten den ausgezeichneten 5. Rang, wobei mit etwas mehr Glück noch mehr drinnen gewesen wäre. Kristin Wagner mit Crew konnten sich zwar auf Binnensee­verhältnisse bei der WM einstellen, mussten sich aber mit dem 6. Rang begnügen, vor den amtierenden Weltmeistern, die aber sicher bei der WM in Brunnen großzügig zurückschlagen werden, da bin ich mir sicher.

Bei den Damen wurden Kristin Wagner mit Anna Höll und Veronika Lochbrunner internationale Österreichische Staatsmeisterinnen und Susi Riha mit Reingard Daxner und Alexandra Mayrhauser nationale Österreichische Staatsmeisterinnen.

Die derzeit vorherrschende Leistungsdichte in der österreichischen Ynglingklasse zeigt die Tatsache, dass von den besten sechs Österreichern jeder zumindest eine Wettfahrt für sich entscheiden konnte. Da ist jeder für einen Sieg gut und das macht die ganze Sache spannend ...

Noch zu erwähnen sei, dass so ein Mader-Yngling nicht nur "quicky" sein kann (was auch immer darunter zu verstehen ist, siehe im folgenden), sondern anscheinend auch einen sehr tiefen Kiel hat. Anders ist es nicht zu erklären, dass unser Haupi den Quicky so schön in den Schlamm setzte - hoffen wir, dass es "nur" Schlamm war, dann ist ja alles halb so schlimm, oder? Ich weiss nicht, ob Peter das genauso gesehen hat, jedenfalls müssen das unruhige Nächte für Peter gewesen sein, bis er beim Auskranen das wahre Ausmaß erkennen konnte. Eine oder genauer gesagt mehrere "Wellen" war diese Aktion den heraneilenden Schaulustigen schon wert. So ein Rahmenprogramm hat nicht jede Regatta ...

A Propos "Quicky"(AUT275): Am Mondsee konnten wir ja die provisorische Taufe der Rennziege unseres Peters live miterleben und waren nicht schlecht verwundert über den von Peter und seinem Hasi gewählten Namen "QUICKY". Dies muss doch Anlass geben um nachzuforschen: Wer die etymologische Bedeutung dieses Wortes ergründen will, wird im Lexikon nicht fündig: Es ist zwar "Quick" (eine seit 1948 in München erscheinende Illustrierte - dem einen oder anderen vielleicht bekannt), Quickborn (Bestandteil der katholischen Jugendbewegung der 1920er Jahre bzw. auch schleswig-holsteinische Stadt nördl. von Hamburg), Quick-Change-Flugzeug (Strahlenflugzeuge mit rascher Umrüstung von Fracht- auch Passagiereinsatz) oder Quick-Wert (Verfahren zur ärztlichen Untersuchung der Blutgerinnung) zu finden, was einem aber nicht wirklich weiterhilft. Im Fremdwörterbuch ist dann noch der Quickstep (Standardtanz in schnellem Marschtempo) erwähnt - auch nicht hilfreich. Auch im Internet findet sich keine Hilfe. Also doch auf die Erklärung des Erfinders zurückgreifen: Peter in Originalton: "Aus Wicky wurde - da schneller - Quicky!" Auch diese Erklärung hilft nicht weiter. Dass Quicky mit schnell zu tun hat, ist wohl allgemein bekannt. Somit bleibt es der Phantasie eines jeden selbst überlassen, sich so seine Gedanken zu machen. Sollte es eine Lösung dieses Problemes geben, bitte kurz per Mail an unseren Webmaster, damit die Ynglingwelt wieder klüger wird ...

Zum Schluss noch einmal herzliche Gratulation an

Rudi und Christoph Mayr

zum Österreichischen Staatsmeister 2002 in der Yngling-Klasse

sowie an

Susanne Riha / Reingard Daxner / Alexandra Mayrhauser

zum Österreichischen Staatsmeister 2002 in der Yngling-Damen-Klasse.

Was mich betrifft, werde ich meine wohlverdiente Babypause antreten und freue mich schon auf ein Wiedersehen ...

So long

AUT 82 - Klaus Diem

 

Platz Segelnr. Mannschaft 1. WF 2. WF 3. WF 4. WF 5. WF 6. WF 7. WF 8. WF 9. WF Punkte gesamt
1. AUT 280 R.Mayr / C.Mayr 5 1 1 2 6 1 (9) 2 5 23,0
2. AUT 180 Buchinger / Schulz 2 3 2 8 2 6 (10) 1 7 31,0
3. AUT 82 Diem / Giesinger 4 5 6 7 1 7 4 4 (8) 38,0
4. AUT 275 Haupolter / Schöberl 1 2 3 3 8 4 8 (16) 12 41,0
5. AUT 1(6) A.Knittel / S.Knittel 6 7 8 1 3 (12) 11 5 1 42,0
6. GER 248 Wagner / Höll / Lochbrunner 3 6 (DSQ) 11 10 3 5 3 2 43,0
7. AUT 20 1 C. Skolaut / G. Skolaut / W.Riha 8 4 12 9 (14) 2 1 6 13 55,0
8. AUT 271 A.Richard / Messeritsch 11 (19) 9 10 13 14 2 14 17 90,0
9. AUT 230 J.Richard / N.Besler 14 14 11 16 (25) 5 14 7 9 90,0
10. AUT 250 Urban / Münnich 10 (15) 14 14 12 10 12 9 10 91,0
11. SUI 378 Dannesboe / Minnig / Vogt 7 12 7 5 5 19 7 (19) DND 92,0
12. AUT 190 Berner / Hartl 17 11 5 (24) 11 17 13 18 6 98,0
13. AUT 155 S.Riha / Daxner / Mayrhauser 9 16 4 12 20 21 6 (21) 11 99,0
14. AUT 270 Schmidl / W.Janusch 19 9 (23) 6 4 11 19 17 16 101,0
15. GER 199 Scedlinski / Hinz / Hub-Balven 15 24 16 18 (24) 9 16 10 3 111,0
16. AUT 113 J.Harms / Hemetsberger 16 10 17 19 15 8 (20) 11 15 111,0
17. AUS 38 Grosvenor / S.Janusch (27) 13 19 4 26 22 3 8 20 115,0
18. AUT 245 M.Kogard / A.Kogard 20 8 10 15 19 18 (21) 12 14 116,0
19. GER 138 H.Garthe / G.Garthe (25) 17 18 13 23 13 18 13 4 119,0
20. GER 115 Troeltsch / Otte 13 20 (24) 21 18 15 22 15 22 146,0
21. AUT 166 Haringer / Kreuzer 18 22 20 25 9 (26) 23 23 19 159,0
22. AUT 140 Hoyer / Rumpler / Urbaner 21 21 21 20 22 24 15 (24) 18 162,0
23. AUT 170 Himmer / Probst 22 18 15 17 17 20 (29) 26 28 163,0
24. GER 7 Wolf / Schmidt 24 (28) 27 22 7 23 27 20 24 174,0
25. AUT 273 Bach / Andreasch / Kleinsasser 23 26 22 27 16 16 24 (27) 21 175,0
26. AUT 185 P.Zöchbauer / M.Zöchbauer 12 25 25 26 21 27 25 (29) 25 186,0
27. AUT 91 Bürger / Pressberger 28 23 26 23 28 28 (28) 22 26 204,0
28. AUT 62 Reichel / Schmid 26 27 28 29 (29) 25 26 28 23 212,0
29. AUT 183 Harvey / Sinnhuber / Beil DNC DNC (DNC) 28 27 29 17 25 27 213,0