OMEGA TRAUNSEEWEEK (leider nein IÖSTM)
EBENSEE      25.-28. Mai 2006

Ein Versuch in 4 Tagen vom 25-28.Mai 2006, miterlebt von Fritz Jauernig

Ich habe den Bericht über die Regatta zu schreiben, weil wir, Georg Schöfegger und ich, in der ersten Wettfahrt den dritten Platz erreicht haben.
Eine besondere Ehre deshalb, weil ich nicht weiß, ob in absehbarer Zeit in einem so großen Teilnehmerfeld von immerhin 26 Booten dieser Platz (in einer ersten Wettfahrt) von uns wieder erreicht werden kann. Aber: Sag niemals nie und alles nach der Reihe:

Ebensee war der erste Treffpunkt der Yngling-Flotte in Österreich im heurigen Jahr. Entsprechend herzlich waren auch die Begrüßungen in der großen Familie. Die Freude nach der langen Winterpause war spürbar.
Der Start am Donnerstag war auch viel versprechend. Der normalerweise bei Schönwetter herrschende thermische Wind hat sich auch ohne die dafür nötigen Temperaturen durchgesetzt und am Donnerstag konnte planmäßig zu den ersten Rennen auf der gemeinsamen Bahn mit der Shark-Flotte gestartet werden. Der Wind war konstant mit etwa 2 Beaufort und besser als auf der weiter östlich gelegten Bahn der H-Boote.
Die erste Wettfahrt war interessant, denn die vermutete ´Einbahnstrasse zum Westufer und dann rauf´ war nicht die beste Routenwahl. Uns, als dritte an der ersten Luvtonne, half ein völlig verpatzter Start bei der Entscheidung umzulegen und zur nachher gewonnenen Erkenntnis, dass es meistens bei der Felswand besser läuft, aber eben nicht immer… 
Die üblichen Verdächtigen sahen die Bedingungen rechtzeitig, das bessere Ende hatte Christoph Skolaut mit Bruder Georg für sich, vor Buchinger/Schöberl. Dahinter wie bereits erwähnt, wir.

Die zweite Wettfahrt wurde gleich im Anschluss bei etwas schwächerem Wind gestartet. Blaschke/Seemann bewiesen sozusagen mit einem Leebogen auf der Kreuz, dass es auch unkonventionell geht und wurden mit einem 4.Platz belohnt. Wolfgang Buchinger hatte schon nach der 1.Kreuz einen unglaublichen Vorsprung auf das restliche Feld, den er bis ins Ziel noch ausbauen konnte. Dahinter Diem/Knittel, vor den Skolauts, die dadurch nach dem 1.Tag einen Punkt hinter dem führenden Team Wolfgang Buchinger und Peter Schöberl lagen. Der Versuch zu einer dritten Wettfahrt musste wegen Flaute kurz nach dem Start abgebrochen werden.

Am Freitag war in Ebensee kein Wind. Der vermutete Wind um die Ecke vor Traunkirchen oder Gmunden war auch nicht begeisternd, wie die dort stationierten Segler beim Galaabend im Schlosshotel Orth authentisch berichten konnten. 
Der Rahmen im Schloss war prächtig, der mit einer aufgespannten Zeltplane überdachte Innenhof imposant und bei dem Wetter nützlich. Die wirklich gute, einigen wenigen zu laute Band entschädigte für das mäßige Galabuffet. 

Die Hoffnung lag auf Samstag. Vor Ebensee wieder Flaute, trübe Aussichten bei den Aktiven wie auch beim Wetter. Am Nachmittag fällte die Wettfahrtleitung die späte, aber richtige Entscheidung, die gesamte Flotte (H-Boot, Shark, Pirat, FD, Soling und Yngling) in den nördlichen Teil des Traunsee zu schleppen. Nach einigen Pannen mit gerissenen Schleppleinen konnte gegen 14Uhr30 zur dritten Wettfahrt gestartet werden. Der Wind kam aus Südost - Erstaunliche Richtung & erstaunlich konstant. 
Leider war der Kurs fast ein Steuerbord-Anlieger, was sich an dem Tag auch nicht mehr ändern sollte. An der Spitze Skolaut vor Buchinger, dahinter ließ Johannes Richard mit einem dritten Platz seine Qualität im neuen Boot kurz aufblitzen.
Nach einer kleinen Wartepause auf die anderen Klassen auf unserer Regattabahn (Shark & Pirat) folgte gleich anschließend die 4.Wettfahrt bei stärkerem Wind mit Böen bis ca. 5Bft. Unser Versuch eines genialen Steurbordstartes scheiterte leider am nicht so genialen Timing. Leichter Aufruhr an der Tonne war die Folge. Die dunklen Regenwolken über den Bergen zogen weiter, wir segelten einen weiteren Speedbewerb auf Steuerbord, den Buchinger/Schöberl gewinnen konnten, vor Martin Lutz und Niki Piso, die vor Skolaut/Skolaut Platz zwei belegen konnten. 
In der 5.Wettfahrt kam zu der ziemlich schiefen Kreuz auch eine stark steuerbordseitig bevorzugte Startlinie, ein allgemeiner Frühstart war die Folge. Bei etwas schwächerem Wind konnte Christoph Skolaut seinen Dritten Wettfahrtsieg feiern, dahinter Klaus Diem vor Wolfgang Buchinger. Anschließend, es war bereits nach 19 Uhr, wollte die Wettfahrtleitung noch einen Start durchführen, um die für eine Staatsmeisterschaft vorgesehenen mindestens 6 Wettfahrten zu erreichen. Nach zwei weiteren Frühstarts war um diese Uhrzeit vor Traunkirchen nichts mehr zu machen und alle Klassen wurden auf ein langes Hafenrace nach Ebensee mit traumhaftem Wind in die wunderschöne Dämmerung geschickt. Vor Ebensee dämpfte Flaute und Regen die Stimmung der Flotte. Das gute Abendessen mit Bier im Zelt entschädigte und sättigte die Teams nach dem langen Tag.
Leider konnte auch am Sonntag keine Wettfahrt gestartet werden, ein Schleppen der Boote in den anderen Teil des Sees wurde überlegt, aber nach Rücksprache mit den anderen Clubs wieder verworfen. Einige Boote, die bereits für die Abschleppaktion ohne Segel aus dem Hafen gepaddelt waren, hatten durch einen unvermutet einfallenden Nordostwind allerdings noch einen kurzzeitigen Nervenkitzel.

Damit endete die Wettfahrtserie, die leider mit viel Regen und zu wenig Wind gesegnet war, mit einem denkbar knappen Ergebnis: Skolaut/Skolaut gewinnen punktegleich (je 9) durch die größere Anzahl gewonnene Wettfahrten vor Buchinger/Schöberl. Dritter mit etwas Respektabstand Klaus Diem und Stefan Knittel. Dahinter Martin Lutz mit Niki Piso an vierter Stelle, vor dem Präsidenten Wolfgang Riha mit Alexandra Mayrhauser, die sich mit einem 4.Platz im letzten Rennen noch auf den 5.Rang nach vor arbeiten konnten. Abschließend wie oft bei Großveranstaltungen Chaos rund um den Kran, wobei Verbesserungen in der Abwicklung sicher möglich sind.

Grundsätzliches:
Die Omega Traunseewoche ist die größte jährlich stattfindende (außerdem perfekt organisierte) Segelveranstaltung in Österreich. 
Es gab einige Kritik über die Schwerfälligkeit solcher Großveranstaltungen. Daß durch die vielen Regattabahnen, die von mehreren Klassen genutzt werden, längere Wartezeiten entstehen können, ist klar. Auch fixe Programmpunkte wie der Galaabend, wodurch eine Wettfahrt am späten Nachmittag nicht möglich ist, wurden kritisiert. Dem gegenüber steht der Werbewert in der Region und sozusagen der ´spirit´ dieser Segelveranstaltung mit so vielen Teilnehmern. Jedenfalls ist das Omega-Zelt mit Freibier & Ledercouch richtig gesellig und bei einer ´einfachen´ Yngling-Regatta sicher nicht vor Ort zu finden.
Konstruktive Anregungen können aufgenommen und umgesetzt werden, die Staatsmeisterschaft ist aber an dem Wochenende nicht am Rahmenprogramm oder an den vielen Bootsklassen gescheitert, sondern wegen der wirklich denkbar schlechten Wetterlage. 
Ich finde die Traunsee-Woche ´wunderbar´ und die Ynglisti sollten jedenfalls dabei ein Fixpunkt sein. - Vielleicht mit einer Schwerpunktregatta, bei der weniger Wettfahrten geplant sind…


Mast- und Schotbruch

Fritz Jauernig
AUT 186- no mercy, 
ausnahmsweise auf 
AUT 281- heart of a blue eyed princess

Ergebnis

http://www.traunseewoche.at