Yngling-SP "Weinlese 2006"
SCK, Marina Traismauer,  30.09. - 01.10.2006

"Die Leetonne, also die Strom Luvtonne …" oder im Zeichen des Y

Samstag, 30.09.2006, Stromkilometer 1988, rechte Stromseite. Eine Horde unbeugsamer Fanatiker sammelt sich im Zeichen des Y. Es geht um Berg- und Talfahrt, um die Huldigung der Weinbeere und einen Haufen netter Leute.

Eigentlich beginnt ja alles schon am Freitag. Wie schon gute Tradition hat Martin Lutz für alle Teilnehmer einen Heurigen reserviert. Nicht irgendeinen Heurigen, nein er führt uns in das preisgekrönte Weingut Huber. Dieses Event ist unter Insidern schon etwas besonderes, so reist unser allseits beliebter Präsident extra noch des Nachtens an um an diesen Höhepunkt der alljährlichen Weinbau- und Segelsaison teilzunehmen.

Eine Jause und einige Flaschen später endet dieser Abend für einige Unbeugsam um 3 Uhr früh bei gelbem Muskateller in Martins Küche …
Nebel! Ist das Nebel? Nichts bewegt sich, kein Blatt, nur die Nebelschwaden ziehen träge am Fenster vorüber. Es ist Samstag gegen 8:00Uhr Früh. Wir müssen noch unser Boot kranen, unseren neuen Mast aufstellen und einmessen und hier ist bitte die Reihenfolge zu beachten. Aber mehr dazu in Justins Mondseebericht!

Im Yachthafen Traismauer herrscht inzwischen reges Treiben. 18 Teams haben sich trotz der harten Bedingungen des Vorabends im Hafen eingefunden. Wir absolvieren den Kran diesmal fehlerfrei und stellen unseren neuen Mast auf. Ein Mast mit echter Maderqualität, alles perfekt beschlagen und gleich einsatzbereit.

Der erste Stress ist vorbei und wir gehen zur Steuermannsbesprechung, einer unumgänglichen Voraussetzungen um auf diesem Revier zu bestehen. Hier komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Es gibt 2 Luvtonnen? Wie war das jetzt? Die Leetonne also die Stromluvtonne ist die mit der Vorlegetonne und wir starten je nach Windrichtung bergauf oder bergab? "Bergauf - Bergab" war für mich immer eine Bergsteigersendung im Bayrischen Rundfunk!
Heilfroh über die Tatsache, dass Martin ja ein alter Hase auf der Donau ist lausche ich gebannt den Ausführungen unseres Wettfahrtleiters und komme mir langsam vor wie auf Schiurlaub, weil so viel vom Berg- und Talfahren geredet wird.
Dann ist es so weit, wir laufen zur gespannt erwarteten ersten Wettfahrt aus. Die Windverhältnisse sind ok, es weht ein leichter Ostwind, also starten wir bergab hin zur Luvtonne, die genauso genommen ja die Leetonne ist im ewigen Strom der Donau.
Eine nicht enden wollende Karawane von Donauschiffen, Berg- und Talfahrer, zwingt uns jedoch erst noch zu warten.
Doch dann geht es los, erster Start. Mit der Strömung im Rücken und dem Wind von Vorne zu Starten ist eine interessante Erfahrung. Bei drei Minuten ist plötzlich unser Kompass weg. Keine Batterie mehr! Wir versuchen die Zeit zu bekommen und enden ohne Zeit auf der falschen Linienseite.
Es kommt die erste Luvtonne, hier mein ich jetzt die Windluv, und einige erkennen plötzlich die interessante Wirkung der Strömung bei der Annäherung zur Tonne und enden mit ziemlicher Überhöhe.
Das Feld rundet, wir hinter dem ersten Pulk und Martin kramt in der Trickkiste. In Ufernähe mit einem Auge auf überhängende Bäume unterlaufen wir die Flotte und reihen uns im Endeffekt auf Platz 3 ein.
Die zweite Wettfahrt bringt etwas mehr Wind und auch jetzt macht es uns der Strom nicht leichter. Segelt man im leichteren Strom und kreuzt erst kurz vor der Leetonne den Strom oder hält man sich gleich in Lee und versucht hier durch zu kommen. Spätestens die zweite Leetonne bringt Gewissheit, der Vorwind in schwächerer Strömung ist besser gewesen und dort waren wir leider nicht!
Solche Verhältnisse sind natürlich wie gemacht für intensive Diskussionen beim abendlichen Buffet.
Der Sonntagmorgen bietet das selbe Bild. Nebel und Windstille, der einzig spürbare Zug ist jener der Wählerschaft in die Wahllokale. Durch Martins Sekretärin bestens mit den nötigen Wahl-Informationen versorgt findet jeder zur Stimmabgabe und einige danach zum traditionellen Gulasch.
Wieder im Hafen heißt es erst mal warten. Kein Wind, nur Strom.
Langsam wird die Zeit knapp, letzte Startmöglichkeit ist 14:00 Uhr. Gegen 13:20 Uhr hat sich endlich ein stabiler NW-Wind durchgesetzt. Hektik macht sich bei einigen Entscheidungsträgern breit. Auslaufen! Alle rennen, ziehen sich an und machen die Boote fertig. Wir sind die ersten die auslaufen. Einige kurze Trimmschläge, Spi rauf und runter zum Start. Start?
Als uns die ersten Ynglings entgegenkommen denken wir noch an einen Trimmschlag aber das war es denn schon. Ohne auf alle Boote zu warten hatte der Wettfahrtleiter beschlossen die letzte Wettfahrt zu beginnen. Einige schafften es rechtzeitig zur Linie, wir nicht mehr.

Trotz der letzten Wettfahrt war es sehr lustig zu segeln. Mehr Strom als in La Rochelle und ein Wetter wie im Sommer machen Traismauer zu einer interessanten Regatta. Abgerundet durch den hervorragenden Wein und das empfehlenswerte Rahmenprogramm ist diese Regatta eine Teilnahme wert. Also speichert für nächstes Jahr schon mal 48°22'14,58'' N 15°45'38,45'' E in euer GPS-Navi ein!

Nicolaus Piso, Franz auf Aut300

 

Pl.         1.WF 2.WF 3.WF Punkte
1 AUT 284 Mayr Rudi, Bustani Phillip UYCWg 1 2 3 6
2 AUT 276 Riha Wolfgang, Skolaut Georg SCS 5 1 1 7
3 AUT 259 Holzner Karl, Holzner Andrea UYCWg 2 5 2 9
4 AUT 283 Kurz Justin, Jelinek Gregor UYCAs 7 3 4 14
5 AUT 245 Kogard Markus, Kogard Angelika UYCWg 6 4 5 15
6 ITA 14 Gebhard Manfred, Eisl Walter UYCWg 4 10 9 23
7 AUT 266 Janusch Wolfgang, Hödl Simone SCKr 10 6 7 23
8 AUT 230 Flödl Georg, Hauer Willibald UYCAs 9 8 8 25
9 AUT 211 Schmidl Wilhelm, Kiss Wolfgang SCKr 11 9 6 26
10 AUT 300 Lutz Martin, Piso Nico SCKr 3 7 18 28
11 AUT 240 Backmeister Felix, Backmeister Beate YCB 8 13 11 32
12 AUT 198 Schmölz Gerhard, Haider Alfred YES St.Pölten 13 14 10 37
13 AUT 139 Elser Ulf, Elser Valentin SCKr 15 12 12 39
14 AUT 268 Pirker Max, Pirker Elfi SCKr 12 11 18 41
15 AUT 38 Pfaller Thomas, Ott Franz HSV-Mautern 16 16 13 45
16 AUT 7 Stoiber Eduard, Böswarth Kathrin YES St.Pölten 14 15 18 47
17 AUT 53 Wagner Heinrich, Prange Bernhard SCKr 17 17 18 52

 

NÖ-Landesmeisterschaft:

Pl.         1.WF 2.WF 3.WF Punkte
1 AUT 266 Janusch Wolfgang, Hödl Simone SCKr 10 6 7 23
2 AUT 211 Schmidl Wilhelm, Kiss Wolfgang SCKr 11 9 6 26
3 AUT 300 Lutz Martin, Piso Nico SCKr 3 7 18 28
4 AUT 198 Schmölz Gerhard, Haider Alfred YES St.Pölten 13 14 10 37
5 AUT 139 Elser Ulf, Elser Valentin SCKr 15 12 12 39
6 AUT 268 Pirker Max, Pirker Elfi SCKr 12 11 18 41
7 AUT 38 Pfaller Thomas, Ott Franz HSV-Mautern 16 16 13 45
8 AUT 7 Stoiber Eduard, Böswarth Kathrin YES St.Pölten 14 15 18 47
9 AUT 53 Wagner Heinrich, Prange Bernhard SCKr 17 17 18 52