Yngling Weltmeisterschaft 2007
Medemblik, Jisselmeer, Holland      20.-28. Juli 2007


Wegen der zahlreichen österreichischen Beteiligung an der toll organisierten, diesjährigen Weltmeisterschaft in Medemblik, Holland habe ich heuer die großartige Ehre den Bericht zur WM zu Verfassen.
Spaß beiseite, leider nahmen am der WM 2007 nur 2 österreichische Teams, eines davon stark Ersatzgeschwächt, teil:
Team AUT 230 - Georg Flödl, Harald-Holger Kretschmer, Willibald Hauer und
Team AUT 360 - Martin Seiter, Samuel Schano, Tobias Holzner.
Den Grund für diese magere Teilnahme aus österreichischer Sicht konnte ich nicht ganz ergründen, viele sagten, das Jisselmeer ist so schmutzig, da wird ja mein neuer Mader Yngling ganz gelb, andere behaupteten, keine Zeit zu haben, ich glaube einfach es fehlte den meisten österreichischen Yngling Seglern heuer der notwendige "Kick" oder manche brauchten einfach mal eine Jahr "WM-Pause".
Ganz egal, ein Jahr Pause ist erlaubt, nächstes Jahr gibt's keine Entschuldigungen mehr!

Auch meine Teilnahme war lange Zeit alles andere als fix. Durch den ausbildungshalber notwendigen Sommeraufenthalt in Malta von Sebastian war ich lange Zeit der Einzige der mit AUT 360 nach Holland fahren wollte.
Ich war zwar ordentlich motiviert und ich hatte natürlich auch viel Selbstbewusstsein, aber zur Sicherheit entschloss ich mich dann doch noch eine Mannschaft zu suchen.
Meine erste Anlaufstation war die euch allen bekannte Familie Holzner.
Beim Ebensee SP wurde dann beim Einkranen ganz leise angefragt und auf der SCE-Clubterasse wurde es dann fixiert. Ich konnte Tobias Holzner als Vorschotter gewinnen und das war nicht alles, durch die Großzügigkeit von Karl Holzner und seiner Frau, hatten wir auch schon einen Unterkunft während der WM.
Ich konnte es kaum glauben, die Fam. Holzner borgte uns also nicht nur den Tobias sonder auch Ihr supertolles Wohnmobil. Ich möchte mich nochmals recht herzlich auf diesem Weg dafür bedanken!
Na ja, da waren wir dann schon 2, immer noch einer zuwenig.
Da ich keinen meiner Yngling Freunde mehr für die Teilnahme an der WM begeistern konnte entschloss ich mich in meinem Freundeskreis außerhalb der Yngling-Familie zu suchen, und ich wurde fündig. Samuel Schano ist ein sehr guter Freund von mir, mit dem ich schon fast alles gemacht habe, außer Segeln.
Ja genau, außer Segeln. Samuel hat leider noch nie bei einer Regatta teilgenommen, geschweige denn ist er mit einem Boot, das sich ohne einen Motor fortbewegt, in See gestochen. 

1 Monat vor dem Beginn der WM 2007 hatte ich also jetzt eine Mannschaft, wir waren komplett. 

Wir hatten ein Wohnmobil, einen fast nagelneuen Mader Yngling, nagelneue Segel, wir waren drei junge Männer im besten Partyalter, zwei von drei waren sogar Segler, was wollten wir mehr. 

Zwei Wochen vor dem Beginn der WM wollten wir dann mal zum trainieren beginnen und nahmen am Wolfgangsee SP teil.
Leider hatten wir ein ganz wichtiges Detail an unseren tollen Plänen übersehen.
Samuel hatte 2 Tage vor dem Wolfgangsee SP eine Operation seiner 4 Weißheitszähnen. Jeder der sich mal die Weißheitszähne herausnehmen hat lassen, weiß das man sich dann mindestens ein paar Wochen schonen sollte, wir wussten das nicht! 
Trotzdem, Samuel war hart im Nehmen und so konnten wir zumindest einen Tag gemeinsam am Yngling verbringen. Unter großen Schmerzen versuchten Tobias und ich Samuel zu zeigen, wo er sich wann aufhalten muss, damit er uns bei den Manövern nicht im Weg herum sitzt und gleichzeitig nicht über Board geht.
Für einen der zum ersten Mal auf einem Segelboot saß und das 2 Tage nach einer schweren Operation war es eine ausgezeichnete Leistung von Samuel!
Am 2 Tag des Wolfgangsee SP mussten wir dann auf Samuel verzichten und Tobias und ich versuchten uns auf die Bedingungen in Holland vorzubereiten.

So das war die ganze Vorgeschichte zur WM 2007 im Holland, Ihr seht es war nicht ganz leicht so toll vorbereitet (1 gemeinsamer Segeltag) die Reise antreten zu können.

Wir entschieden uns bereits am Mittwoch, (18.07.2007) Nachmittag die Reise nach Medemblik zu starten. 
Nach langer Autobahnfahrt kamen wir dann am Donnerstag um 5 Uhr Früh im großartigen Regattacenter vom Medemblik an.

Wir waren aber so müde von der durchzechten Nacht, dass wir vom herrlichen Sonnenaufgang nichts mehr mitbekommen haben und sofort in unserem Wohnmobil verschwanden. Erst am Nachmittag starteten wir die ersten Entdeckungstouren.

Am Freitag begannen wir dann uns auf die gefürchtete Vermessungsprozedur vorzubereiten. Doch zu unser aller Verwunderung, waren wir nach nicht einmal einer Stunde damit fertig und wir konnten es kaum glauben nicht einmal der Mast wurde vermessen. Es bleibt nur zu hoffen das sich zukünftige Veranstalter sich diesen Tollen Aspekt von den Holländern abschauen.

Wir waren zwar jetzt schon irrsinnig heiß darauf endlich in See stechen zu können, Wind war ja vorhanden (6-7 Bf. und wir waren "noch" begeistert), doch wir mussten leider zur Sitzung der IYA, an deren Teilnahme mich unser lieber Hr. Präsident gebeten hatte. Danke Wolfi!
Mit dem Glauben an eine Dauer von ca.1-2 Stunden begaben wir uns also in diese Sitzung die dann von 10 Uhr bis in den späten Abend andauerte.
Diesen Schock mussten wir dann natürlich erstmals mit dem erkunden der Partyszene in Medemblik wegspülen und so wurden wir dann erst am Samstag Mittag wieder munter.
Am Samstag versuchten wir dann am Nachmittag unsere hervorragende Vorbereitung auf die Jisselmeer Bedingungen einzustellen. Da dies zum Wolfgangsee fast kein Unterschied bedeutete (bis zu 2 Meter hohe Wellen, 6 Bf. Wind) war dies schnell erlernt.
Die erste Bekanntschaft mit dem Jisselmeer konnten wir dann am Abend bei der tollen und sehr gut organisierten Opening Ceremony mit unseren neu gewonnenen holländischen Yngling Freuden besprechen.

Die nächsten Tage waren dann von Wind, Welle und viel Wasser geprägt. Die Ergebnisse sprechen für sich. Wir mussten uns dann am Mittwoch eingestehen das wir doch nicht so gut vorbereitet waren wie wir uns das gedacht hatten und so beschlossen wir, bevor noch irgendwas kaputt geht (immerhin haben wir einen Sonnenschuss nach dem anderen fabriziert) das Vorhaben WM 2007 vorzeitig abzubrechen.

Nach einem letzten großartigen Partyabend nach dem Galaabend am Mittwoch brachen wir dann am Donnerstag Morgens die lange Heimfahrt an.

Unser Fazit zur WM 2007 fällt aber durchwegs positiv aus. Wir waren bei einer toll organisierten WM, bis auf das Essen war alles 1a. Tobias konnte nach den ziemlich anstrengenden Segeltagen immer noch eine Runde Surfen gehen (sehr bewundernswert) und Samuel und ich lernten neue holländische Freunde kennen die wir mit unserem "wohnmobil-kühlschrank-kalten" Bier für Österreich begeistern konnten. Vielleicht sehen wir ja nächstes Jahr bei dem einen oder anderen SP einen Holländer, der 1. kommt schon in einem Monat zum Skifahren zu mir.
WM 2007 - zuviel Wind - zuviel Welle - super Party - SEHR VIEL ERFAHRUNG!!!
Danke noch mal der Fam. Holzner fürs Wohnmobil, dem Tobias für seine Spinnakerkünste, dem Samuel.....ja dem Samuel...........fürs dabei sein, nein Scherz für deine tollen Motivationskünste und Danke an alle die an uns geglaubt haben, gerne jederzeit wieder.
Es war sehr schön dabei gewesen zu sein, bis nächstes Jahr.

Martin Seiter
AUT 360

Link zur WM HP