Achensee 2008
16.-17. August 2008

Der Achensee ruft und nur einer ist gekommen. Nach dem dringenden Appell unseres Präsidenten dem Achensee einen Besuch abzustatten habe ich Walter dazu überreden können auch einmal die Tiroler Gewässer zu besuchen. Zeitig in der Früh vom Wolfgangsee gestartet, war der erste Eindruck mehr als trostlos. Bereits seit zwei Tagen sind die FD-Staatsmeisterschaften gelaufen und bei unserer Ankunft am Vormittag zeigte sich der Achensee zwar aus seglerischer Sicht ( N 3-4) von seiner besten Seite, aber bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war uns rasch bewusst, dass wir uns gegen das Tiroler Bergvolk warm anziehen müssen. 
Nach einer kurzen Besichtigung der Anlage und der "neuen" Achenseeflotte, hä ist das nicht das Boot vom Rudi, und das ist doch vom Willi und eine fast neue Nautivella, konnten wir noch die FD beobachten die gerade noch mit letzter Windkraft zum Club getrieben sind. Danach wurde es zwar schön am See aber mit den Sonnenstrahlen hat sich auch der Wind verzogen. Nach längerer Warterei, soll es aber auch auf den Salzkammergutseen geben, hat sich doch eine kleine Brise aus Süd eingestellt und beide Klassen wurden an den Start gerufen. Das mächtige Feld von 34 FD zog bei 1-2 Bf davon und wir hinterher. Schon bei der ersten Runde wurde klar dass es ein Vierkampf zwischen, Georg, Anna, Gottfried und uns werden würde. Bei immer schwächer werdendem Wind konnten wir die erste Wettfahrt gerade noch für uns entscheiden. Die Zweite war etwas für starke Nerven, leichte Boote und sehr gute Revierkenntnisse. Georg und Gottfried fuhren bei der Schlusskreuz so nahe ans Ufer dass ich schon fürchtete ihnen würde das gleiche Schicksal zu Teil werden wie anno 2007 unserem Wolfgang in Krems. Aber irgendwie schafften sie es doch ihren Vorsprung unter (wahrscheinlich illegaler) Ausnutzung des Bojenfeldes zu verteidigen und Georg konnte Gottfried noch zehn Meter vorm Ziel abfangen. Dabei hat ihm sicher ein höchst fragwürdiger Positionswechsel des Zielboots geholfen.
Der Abend war geprägt von gutem Essen, Freibier, der Zusicherung dass Morgen in der Früh Südwind ansteht und der Erkenntnis, dass auch Tiroler irgendwann mal schlafen gehen. 
Sonntag Morgen: Der einzige Südwind weit und breit war ca. 3cm unter der tief in die Augen gezogenen Mütze. Schönes Wetter und Flaute am See. So wurde fleißig Seemannsgarn gesponnen und die neue Flotte ausgiebig begutachtet. Gottfried hat sich extra für die SP beim Raudaschl neu Segel geholt, und ich konnte mit Peter über die Vor- und Nachteile einer Nautivella diskutieren. Eine Besichtigung des sehenswerten und toll restaurierten Clubhauses, sowie die Einladung zu Weißbier und Weißwürste ergänzte das Vormittagsprogramm. Als wir uns schon darauf einstellten unsere Sachen einzupacken, kam die Meldung der ausgezeichneten Wettfahrtleitung dass von Norden Wind zu erwarten ist und man uns auch dorthin schleppen werde. 
Start zur dritten WF. Tatsächlich leichter Wind aus Nord und Georg hat uns wieder einmal gezeigt, dass die Kombination, von leichtem Boot und noch leichterer Mannschaft unschlagbar ist. Doch dann setzte die "Ora" des Achensee ein. Nachdem die ersten FD im wahrsten Sinne der Worte Abflogen und die Kite-Surfer wie die Tiroler Adler durch die Lüfte flogen kam unsere Stunde und wir gewannen auch die vierte WF. Jetzt war Taktik angesagt. Rechnerisch punktegleich mussten wir nur vor Georg ins Ziel kommen um die Regatta zu gewinnen, was uns auch gelang. Leider hatten Anna und Michael in Führung liegend Pech und konnten den Spi vor der letzten Runde nicht mehr bergen und vergaben so einen WF-Sieg. Zusätzlich zum ersten Sieg einer Regatta konnten wir nur positive Eindrücke aus den Tiroler Bergen mitnehmen. Vielleicht haben wir den einen oder anderen Segler/in motivieren können auch zu uns in den Osten zu kommen. Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr wieder an den See fahren wenn es heißt "Der Achensee ruft". 

Aut 314

Achensee