Die Wiener Polizeifotografie zwischen 1870-1938.
Dokumentationen, Registratursysteme und die Einsatzgebiete der Fotografie im erkennungs- und sicherheitsdienstlichen Bereich
Das Projekt setzt sich zum Ziel, die Entwicklungen und Einsatzbereiche der Fotografie auf den Gebieten des Erkennungs- und Sicherheitsdienstes und der Dokumentation durch die Polizeidirektion Wien zwischen 1870 und den 1930er Jahren anhand des historischen Fotoarchivs der Bundespolizeidirektion Wien wissenschaftlich zu untersuchen. Neben der Erstellung einer umfangreichen Dokumentation zu diesem Fotobestand, werden eine Reihe von thematischen Schwerpunkten und Querschnittsthemen behandelt werden, um eine umfassende historische Analyse zu gewährleisten.
Durchgeführt wird dieses Projekt vom Verein "Netzwerk - Arbeitsgemeinschaft freiberuflicher Historiker" und den beiden Mitarbeitern des Vereines: Dr. Walter Mentzel und Mag. Walter Baumgartner.
Der Ende des 19. Jahrhunderts in Europa zu beobachtende Aufbau von erkennungsdienstlichen Behörden- und Sicherheitsorganisationen war Ausdruck und Folge der Technisierung und Verwissenschaftlichung der erkennungsdienstlichen Methoden. Die Fotografie nahm dabei eine zentrale Rolle ein. Die Polizeidirektion Wien begann an dieser Entwicklung sehr früh teilzunehmen und setzte die Fotografie auf sehr unterschiedlichen Anwendungsgebieten ein. Darüber hinaus erwies sich die Fotografie und der damit verbundene Aufbau von Registratur- und Dokumentationssystemen Ende des 19. Jahrhunderts als Initiator um eine europäische Zusammenarbeit zwischen den diversen Polizeidienststellen herzustellen, wobei für die Polizeidirektion Wien als wesentliches Ziel der Datenaustausch von fotografischen Produktionen im Vordergrund stand.
Mit der Studie sollen diese Entwicklungslinien, die verschiedenen Einsatzbereiche, die fotografischen Intentionen und der Wandel der fotografischen Ausdrucksweisen, sowie die darin inhärenten sozialen und politischen Implikationen untersucht werden. Dabei werden auch die Visionen und Zukunftsprojektionen eingeschlossen werden, die mit den Erwartungen der Einsatzmöglichkeiten der Fotografie verknüpft wurden. Ein weiterer Aspekt wird konkreten Inhalte und Maßnahmen der beginnenden Kooperationen mit den europäischen Polizei- und Sicherheitsbehörden, behandeln. Nicht zuletzt soll im Zuge der Forschungsarbeiten eine umfassende Dokumentation zum historischen Fotobestand der Bundespolizeidirektion Wien gergestellt werden werden.
Das Projekt von Walter Mentzel durchgeführt.
Die ersten Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift: Fotogeschichte. Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie; (herausgegeben von Anton Holzer); Heft Nr. 100, 2006 und in dem im Jahr 2007 erschienen Buch: 2007 erschien von mir im Album-Verlag ein Bild/Textband zur Wiener Polizeifotografie zwischen 1870 und 1938 unter dem Titel "Tatorte und Täter", nachzulesen.
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