Mein spiritueller Weg

Jesus – die erste große Liebe

Ich wurde 1966 in Graz als erstes von zwei Kindern in eine gutbürgerliche Familie hineingeboren und evangelisch getauft. In meinem an Leistung und materiellen Werten orientierten Elternhaus spielte Religion jedoch keine nennenswerte Rolle. Meine christliche Sozialisation fand daher im Wesentlichen über den Religionsunterricht in der Schule statt. Schon früh zog mich alles an, was mit Religion zu tun hatte, ich war fasziniert vom Leben und Lehren Jesu und beschäftigte mich schon als Kind eingehend mit spirituellen Fragen.
Nach der Konfirmation kam ich zur evangelischen Jugend, zwei Jahre später in eine katholische Jugendgruppe, wo ich auch einige Jahre lang intensiv am Leben der katholischen Gemeinde teilnahm, viel Zeit mit Singen und Beten verbrachte und erstmals mit christlicher Mystik in Berührung kam. Dass ich einen spirituellen Weg gehen will, war mir damals bereits klar. Ich spürte jedoch, dass ich zunächst in diese Welt hineingehen musste, bevor ich sie transzendieren konnte. Es hätte mich gereizt, mich ganz aus ihr zurückzuziehen, denn ich fühlte mich wie ein Alien, das versehentlich auf dem falschen Planeten gelandet war. Ich hatte völlig andere Werte und Interessen als die meisten meiner Altersgenossen. Doch das wäre zu diesem Zeitpunkt eine Flucht vor den Herausforderungen des Lebens gewesen. Zuerst musste ich mich erden. So studierte ich Sozialarbeit, um mich - inspiriert vom Vorbild Jesu - den Menschen zuwenden zu können, die am Rande der Gesellschaft stehen und es am nötigsten brauchen.

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