Erfolgreiche Haltung von Chilies

Anzucht


Die Aussaat ist ganzjährig möglich. Zur Optimierung der Keimrate werden die Samen in Wasser oder Kamillentee vorgequollen. Rückstände der Früchte bzw. Verunreinigungen sollten zur Vermeidung von Pilzinfektionen vorher entfernt werden.
Die beste Zeit zur Aussaat ist von Februar bis Mai auf einer Fensterbank oder in einem Anzuchthäuschen bei 25°C. Wichtig ist die Samen mit einer dünnen Schicht (2mm) Substrat zu bedecken und dieses mäßig feucht zu halten. Zur Aussaat verwenden wir organische Anzucht- oder Gartenerde, die in Garten- und Baumärkten erhältlich ist.
Die Lagerung der Samen erfolgt an einem kühlen und trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Es gibt keine Verschlechterung der Keimrate aufgrund von Lagerung in Kälte.
Nach 2 bis 5 Wochen öffnen die Samen ihre Schale und die Keimblätter erscheinen. Während dieser Zeit muß das Substrat feucht gehalten werden, um ein ein "Steckenbleiben" der Keimlinge in der Samenschale zu verhindern.

Haltung


Bei einer Höhe von 3 bis 5 cm werden die Sämlinge in Töpfe mit einem Durchmesser von 10 cm vereinzelt. Abhängig von den klimatischen Bedingungen erreichen die Jungpflanzen in den nächsten 4 Wochen eine Größe von 20 bis 50 cm. Danach werden die Jungpflanzen in größere Töpfe umgepflanzt. Das gleiche Substrat kann während der gesamten Vegetationsperiode verwendet werden.
Es gibt keine besonderen Anforderungen an das Gießwasser bzw. Dünger solange die Pflanzen "nicht über Tage im Wasser stehen".
Von Juni an beginnen die Pflanzen zu blühen (die meisten Arten haben weiße Blüten). Einige Wochen später abhängig von den klimatischen Gegebenheiten werden die ersten Früchte sichtbar. Um die reifen Früchte in ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Farben von weiß, gelb, orange, rot, pink bis schwarz zu ernten werden einige weitere Wochen vergehen.
Chilis sind unempfindlich gegenüber Schädlingen oder Krankheiten. Die am häufigsten auftretenden Schädlinge sind Blattläuse. Abhängig vom Grad des Befalls wird mit einem Neemölpräparat verdünnt in Wasser gespritzt bevor die Ernte der Früchte ansteht.

Schärfe


Schärfe Scoville SCU Sorten
10+ ab 500.000 Habanero Red Savina, Habanero Francisca,
Naga Jolokia, Naga Morich
10 350.000 - 500.000 Habanero, Yellow Bumpy, Scotch Bonnet,
Madame Jeannette, Fatalii, Tepin
9 100.000 - 350.000  Rocoto, Piri Piri, Pequin, Malagueta,
Inca Berry, Long Purple Cayenne
8 50.000 - 100.000  Thai, Cayenne, Tabasco, Assam, Kung Pao,
Orange Pique, Little Black Beauty
7 30.000 - 50.000  De Arbol, Brazilian Starfish, Sarit Gat,
Sibirischer Hauspaprika, Criolla Sella
6 15.000 - 30.000  Aji Amarillo, Aji Angelo, Peter Pepper,
Fire Cracker, Serrano
5 5.000 - 15.000  Jalapeno, Halblanger Vulkan,
Bishops Crown, Civitella
4 2.500 - 5.000  Cascabel, Turuncu Spiral, Laos Finest,
Fresno, Black Hungarian, Yellow Wax Hot
3 1.500 - 2.500  Ancho, Bressepaprika, Dutch Orange, Mulato,
Pasilla, Espanola, Alma Paprika
2 1.000 - 1.500  Anaheim, NuMex Big Jim, Indonesia,
Aji Brazilian Red Olive, Poblano
1 0 - 1.000  Cherry (mild), Baby Bell,
Aji Dulce Amarillo, Aconcagua
0 0  Medusa, Banana Sweet, Cubanelle, Feher,
Gemüsepaprikasorten, Yolo Wonder

Überwinterung


Bei einigen Chilies handelt es sich um mehrjährige Arten. Nachdem im Herbst die Temperaturen die 5°C-Marke unterschreiten, sollten die Pflanzen in einen kühlen Raum bei 8-15°C gebracht werden und das Substrat über die Wintermonate mäßig feucht gehalten werden. Im Fall von Lichtmangel werfen die Pflanzen die Blätter ab. Aber keine Sorge - im Frühjahr, nachdem die Pflanzen sich wieder im Freien befinden, treiben diese neue Blätter aus.